1. Welche ADHS-Medikamente gibt es? Die Liste für Deutschland
ADHS-Medikamente lassen sich in zwei Gruppen teilen:
- Stimulanzien: Methylphenidat, Lisdexamfetamin und Dexamfetamin. Sie stehen in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Deshalb brauchst du dafür ein Betäubungsmittelrezept, kurz BtM-Rezept.
- Nicht-Stimulanzien: Atomoxetin und Guanfacin. Sie sind verschreibungspflichtig, aber keine Betäubungsmittel.
Entscheidend ist, für wen ein Präparat zugelassen ist. Viele Mittel gelten nur für Kinder und Jugendliche. Die Tabelle zeigt, was in den aktuellen Packungsbeilagen und Fachinformationen steht.
| Wirkstoff | Beispiele im Handel | Für Erwachsene zugelassen? | Rezept |
|---|---|---|---|
| Methylphenidat, verzögerte Freisetzung (retard) | Medikinet adult, Ritalin Adult, Medikinet retard, Concerta, Generika | Ja, wenn die ADHS seit der Kindheit besteht | BtM-Rezept |
| Methylphenidat, schnelle Freisetzung | Medikinet, Ritalin, Ritalin Saft | Nein, zugelassen für 6 bis 18 Jahre | BtM-Rezept |
| Lisdexamfetamin | Elvanse | Ja, wenn Symptome schon in der Kindheit bestanden (Kinder ab 6 nur, wenn Methylphenidat nicht ausgereicht hat) | BtM-Rezept |
| Dexamfetamin | Attentin | Nein, 6 bis 17 Jahre, nur wenn Methylphenidat nicht ausgereicht hat | BtM-Rezept |
| Atomoxetin | ursprünglich Strattera; Generika, z. B. Atomoxetin PUREN | Ja, bei deutlicher Belastung und Anzeichen schon in der Kindheit | normales Rezept |
| Guanfacin | Intuniv | Nein, 6 bis 17 Jahre, wenn Stimulanzien nicht passen, nicht vertragen werden oder nicht wirken | normales Rezept |
| Bupropion, Clonidin | zugelassen für andere Erkrankungen (Bupropion z. B. als Elontril bei Depression, Clonidin z. B. als Catapresan bei Bluthochdruck) | Nein, bei ADHS nur außerhalb der Zulassung (Off-Label) | normales Rezept |
Für Erwachsene gibt es also drei zugelassene Wirkstoffe. Das ist noch nicht lange so. Erst seit 2011 ist in Deutschland ein Methylphenidat für Erwachsene zugelassen. Im selben Jahr beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), dass solche Präparate auch Erwachsenen auf Kassenrezept verordnet werden dürfen. Davor waren Stimulanzien für die Kasse nur bei Kindern und Jugendlichen vorgesehen.
Und Mittel ohne Zulassung für Erwachsene? Ärztinnen und Ärzte dürfen sie trotzdem verordnen. Das nennt man Off-Label-Einsatz. Die alte S3-Leitlinie nennt dafür Bedingungen: Die Wirkung ist belegt, der Nutzen überwiegt das Risiko, und es gibt keine passende Alternative. Die Praxis muss dich besonders gründlich aufklären, denn der Hersteller haftet dann nicht. Die Krankenkasse zahlt in diesem Fall nicht automatisch. Mehr dazu steht auf den Seiten zu Bupropion bei ADHS, Clonidin bei ADHS und Intuniv bei ADHS.
Wie sich Medikinet, Ritalin, Concerta und Elvanse im Alltag unterscheiden – Wirkdauer, Stärken, Verlauf über den Tag –, zeigt unser Vergleich von Elvanse, Ritalin, Medikinet und Concerta. Atomoxetin, Guanfacin und die Off-Label-Mittel stellt die Seite ADHS-Medikamente ohne Stimulanzien genauer vor.
2. Wie wirken ADHS-Medikamente?
ADHS-Medikamente wirken auf Botenstoffe im Gehirn, vor allem auf Dopamin und Noradrenalin. Wie genau sie bei ADHS helfen, ist noch nicht vollständig geklärt. Das schreiben die Leitlinie und die Fachinformationen selbst.
- Methylphenidat bremst die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin in die Nervenzelle. So bleibt mehr davon zwischen den Zellen verfügbar.
- Amfetamine tun das auch und setzen zusätzlich mehr dieser Botenstoffe frei. Lisdexamfetamin ist eine Vorstufe: Erst im Körper, vor allem in den roten Blutkörperchen, entsteht daraus das wirksame Dexamfetamin.
- Atomoxetin blockiert gezielt den Transporter für Noradrenalin. Es wirkt langsamer: Laut Packungsbeilage kann es einige Wochen dauern, bis es deutlich besser wird.
- Guanfacin dockt an bestimmten Rezeptoren an (Alpha-2A). Wie es bei ADHS wirkt, ist laut Europäischer Arzneimittel-Agentur nicht geklärt.
Anders bei Lisdexamfetamin: In Studien mit Erwachsenen hielt die Wirkung einer Morgendosis bis zu 14 Stunden an. Wie lange Methylphenidat wirkt, hängt von der Darreichungsform ab – schnell freisetzend oder retardiert.
Was die Mittel nicht tun: ADHS heilen. Das steht so auch in den Packungsbeilagen. Sie können helfen, Aufmerksamkeit und Konzentration zu verbessern und impulsives Verhalten zu verringern. Warum der Satz „ADHS ist ein Dopaminmangel“ zu kurz greift, erklärt ADHS und Dopamin.
3. Was Studien zeigen – und was sie nicht zeigen
Über den Nutzen von ADHS-Medikamenten wird viel gestritten. Hier sind wichtige Arbeiten der letzten Jahre, jeweils mit ihren Grenzen.
Kurzfristig wirken sie im Mittel
Eine der größten Netzwerk-Metaanalysen (Cortese u. a., 2018) wertete 133 doppelblinde Studien aus, 51 davon mit Erwachsenen. Nach etwa zwölf Wochen senkten bei Erwachsenen Amfetamine, Methylphenidat, Bupropion und Atomoxetin die Kernsymptome stärker als ein Placebo. Modafinil tat das nicht. Am stärksten schnitten Amfetamine ab (standardisierte Mittelwertdifferenz −0,79), dann Methylphenidat (−0,49), Bupropion (−0,46) und Atomoxetin (−0,45). Bewertet haben das die Studienärztinnen und -ärzte.
Die Kehrseite: Unter Amfetaminen, Methylphenidat und Atomoxetin brachen Erwachsene die Studien häufiger wegen Nebenwirkungen ab als unter Placebo. Für 26 oder 52 Wochen gab es zu wenige Daten.
Selbst erlebt oder von außen bewertet
Eine neuere Analyse nur mit Erwachsenen (Ostinelli u. a., 2025) fasst 113 Studien mit knapp 15.000 Menschen zusammen. Nur Stimulanzien und Atomoxetin verbesserten die Kernsymptome sowohl nach eigener Einschätzung als auch nach Einschätzung der Studienärzte. Atomoxetin und Guanfacin wurden häufiger abgebrochen als Placebo. Auf die Lebensqualität wirkten die Medikamente in diesen Studien nicht messbar. Langzeitdaten fehlen weitgehend.
Die kritische Sicht
Ein Cochrane-Review zu Methylphenidat in Retard-Form bei Erwachsenen (Boesen u. a., 2022) hält die Belege für sehr unsicher. Die 24 Studien dauerten im Median acht Wochen. 20 von 21 ausgewerteten Studien hatten insgesamt ein hohes Verzerrungsrisiko. Viele schlossen Menschen mit Depression oder Angst aus oder nahmen nur Menschen auf, bei denen Stimulanzien früher schon gewirkt hatten. Das kann den Nutzen größer erscheinen lassen, als er im Alltag ist. Den Effekt auf die selbst eingeschätzten Symptome nennen die Autoren „klein bis mittel“.
Was Registerdaten nahelegen
In Schweden werden Diagnosen und Rezepte landesweit erfasst. Eine Auswertung mit knapp 150.000 Menschen mit ADHS fand: Wer innerhalb von drei Monaten nach der Diagnose mit einem Medikament begann, starb in den folgenden zwei Jahren seltener – vor allem an Unfällen, Vergiftungen und Suizid (Li u. a., 2024). Eine zweite Auswertung fand weniger suizidales Verhalten, weniger Suchtprobleme, weniger Verkehrsunfälle und weniger Straftaten, aber nicht weniger sonstige Unfallverletzungen (Zhang u. a., 2025). Das sind Beobachtungsdaten. Die Forschenden haben versucht, Verzerrungen herauszurechnen. Ursache und Wirkung trennen sie trotzdem nicht so sicher wie ein Experiment.
Unterm Strich
Gut belegt ist: In den ersten Monaten senken Stimulanzien und Atomoxetin die Kernsymptome im Mittel. Offener ist, wie groß der Nutzen für den ganzen Alltag ist und was über viele Jahre passiert. Und „im Mittel“ heißt nicht „bei dir“. Legt deshalb vor dem Start gemeinsam fest, woran ihr merkt, ob es hilft.
Vielleicht vermisst du hier eine Zahl wie „70 bis 80 % sprechen an“. Solche Werte kursieren oft. Wir haben keine Primärquelle gefunden, die sie für Erwachsene sauber belegt. Deshalb nennen wir sie nicht.
4. Nebenwirkungen: häufig, selten, sofort melden
Packungsbeilagen sortieren Nebenwirkungen nach Häufigkeit. „Sehr häufig“ heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten. Diese Nebenwirkungen nennen die Unterlagen bei Erwachsenen als sehr häufig:
- Lisdexamfetamin (Elvanse): weniger Appetit, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen
- Methylphenidat (Beispiel Ritalin Adult): weniger Appetit, Kopfschmerzen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Unwohlsein, trockener Mund
- Atomoxetin: Übelkeit, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, weniger Appetit, Ein- und Durchschlafstörungen, höherer Blutdruck und Puls
Laut Packungsbeilage von Ritalin Adult treten Magen-Darm-Beschwerden meist zu Beginn der Behandlung auf. Sie können geringer werden, wenn du zur Einnahme etwas isst.
Herz und Kreislauf
Stimulanzien heben den Blutdruck im Mittel um etwa 2 bis 4 mmHg und den Puls um etwa 3 bis 6 Schläge pro Minute. Im Einzelfall kann der Anstieg größer sein (Fachinformation Elvanse). Eine Netzwerk-Metaanalyse fand ähnlich kleine Anstiege auch unter Atomoxetin, nicht nur unter Stimulanzien. Guanfacin senkte Blutdruck und Puls eher (Farhat u. a., 2025). Diese Studien liefen aber meist nur wenige Wochen.
Für längere Zeiträume gibt es Beobachtungsdaten aus Schweden. Dort war jedes Jahr Einnahme mit einem etwa 4 % höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden, vor allem für Bluthochdruck (Zhang u. a., 2024). Deshalb gehören Blutdruck- und Pulsmessungen zu jeder Behandlung – auch wenn du dich gut fühlst.
Sofort melden
Die Packungsbeilage von Ritalin Adult nennt Warnzeichen, bei denen du dich sofort bei deiner Ärztin oder deinem Arzt melden sollst. Die Beilagen der anderen Mittel haben eigene Listen – lies die deines Präparats. Bei Ritalin Adult sind das unter anderem:
- Herzstolpern, Schmerzen in der Brust, unerklärliche Ohnmacht oder Atemnot
- starke Stimmungswechsel oder Veränderungen der Persönlichkeit
- Gedanken, dir das Leben zu nehmen
- Dinge sehen oder hören, die nicht da sind
- allergische Reaktionen wie Ausschlag oder Schwellungen im Gesicht
Wenn du Gedanken an Suizid hast: Die TelefonSeelsorge ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar, unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Im Notfall wähl die 112.
„Bin ich dann noch ich?“
Viele fürchten, mit Medikament nicht mehr sie selbst zu sein. Die Packungsbeilage von Ritalin Adult zählt Persönlichkeitsveränderungen und starke Stimmungswechsel ausdrücklich zu den Nebenwirkungen, die du sofort melden sollst. Das heißt: So ein Gefühl ist kein Preis, den du einfach zahlen musst. Es ist ein Grund, mit der Praxis über Dosis oder Wirkstoff zu sprechen.
Was bei Alkohol zusammen mit ADHS-Medikamenten passiert, steht auf der Seite ADHS-Medikamente und Alkohol. Wenn du schwanger bist oder es werden willst, lies ADHS-Medikamente in der Schwangerschaft.
5. So kommst du in Deutschland an ADHS-Medikamente
Der Weg hat mehrere Schritte. Die Regeln stammen aus drei Quellen: der Arzneimittel-Richtlinie des G-BA (Anlage III, Nummer 44), dem Betäubungsmittelrecht und den Zulassungen der Präparate.
Schritt 1: die Diagnose
Damit die Kasse Stimulanzien bei Erwachsenen bezahlt, muss feststehen, dass die ADHS schon in der Kindheit bestand. Die Richtlinie verlangt eine vollständige Anamnese und Untersuchung, ein strukturiertes Interview und Selbstbeurteilungsbögen. Die Kindheit wird rückblickend mit einem geprüften Fragebogen erfasst, der Wender-Utah-Rating-Scale in Kurzform (WURS-k).
Die Diagnose stellen laut alter S3-Leitlinie Fachärzt:innen für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie oder Psychosomatische Medizin sowie ärztliche oder psychologische Psychotherapeut:innen. Stellt eine psychologische Psychotherapeutin die Diagnose, soll zusätzlich eine Ärztin dich körperlich untersuchen. Wie eine späte Diagnose abläuft, beschreibt Späte ADHS-Diagnose.
Schritt 2: ein Termin in der Fachpraxis
Mit gesetzlicher Versicherung kannst du dir über den Patientenservice 116117 einen Facharzttermin vermitteln lassen – online, per App oder am Telefon. Dafür brauchst du eine Überweisung mit Vermittlungscode, meist von deiner Hausarztpraxis. Die Terminservicestelle muss dir innerhalb einer Woche einen Termin vermitteln. Bis zu diesem Termin dürfen höchstens vier Wochen vergehen (§ 75 SGB V). Frag vorher nach, ob die Praxis Erfahrung mit ADHS bei Erwachsenen hat.
Schritt 3: die Entscheidung
Die Kasse zahlt Stimulanzien bei Erwachsenen nur „im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie, wenn sich andere Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben“ (Anlage III). Das Medikament soll also Teil eines Plans sein. Dazu gehört zum Beispiel Aufklärung über ADHS, die sogenannte Psychoedukation.
Die alte S3-Leitlinie war an dieser Stelle offener als die Kassenregel. Sie sah bei Erwachsenen ein Medikament neben der Psychoedukation schon bei leichter und mittlerer Ausprägung als erste Option – wenn du das möchtest. Bei Kindern hing ihre Empfehlung stärker von Alter und Schweregrad ab (mehr dazu in Abschnitt 11).
Schritt 4: wer verschreibt
Auf Kassenrezept verordnen Stimulanzien bei Erwachsenen nur Spezialist:innen für Verhaltensstörungen. Die Richtlinie nennt Fachärzt:innen für Nervenheilkunde, für Neurologie und/oder Psychiatrie, für Psychiatrie und Psychotherapie, für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie ärztliche Psychotherapeut:innen. Die Behandlung läuft unter ihrer Aufsicht.
- Wer schon als Jugendliche:r behandelt wurde, kann in begründeten Fällen weiter Rezepte aus der Kinder- und Jugendpraxis bekommen.
- Die Hausarztpraxis darf nur ausnahmsweise Folgerezepte ausstellen – und nur, wenn eine Fachpraxis die Aufsicht behält.
- Psychologische Psychotherapeut:innen dürfen diagnostizieren, aber keine Medikamente verschreiben.
Schritt 5: das BtM-Rezept
Stimulanzien werden auf einem besonderen, dreiteiligen amtlichen Formular verordnet. Die Apotheke darf es nur beliefern, wenn du es spätestens sieben Tage nach dem Ausstellungsdatum vorlegst (Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung). Löse es also zügig ein. Atomoxetin und Guanfacin kommen auf ein normales Rezept.
Privat versichert oder Selbstzahler:in
Die Anlage III ist eine Regel der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Zulassungen gelten aber für alle. Auch privat muss die Behandlung unter Aufsicht einer Fachperson für Verhaltensstörungen laufen, so steht es etwa in der Fachinformation von Elvanse. Was deine private Versicherung zahlt, hängt von deinem Tarif ab.
6. Was kosten ADHS-Medikamente?
Mit gesetzlicher Versicherung zahlst du ab 18 Jahren für jedes verordnete Medikament eine Zuzahlung. Sie beträgt 10 % des Abgabepreises, mindestens 5 € und höchstens 10 €. Kostet das Mittel weniger als 5 €, zahlst du nur den Preis (§ 31 und § 61 SGB V).
Rechenbeispiele (ausgedachte Preise, keine echten):
- Packung für 30 €: Zuzahlung 5 € (10 % wären 3 €, es gilt das Minimum)
- Packung für 80 €: Zuzahlung 8 €
- Packung für 150 €: Zuzahlung 10 € (es gilt das Maximum)
Drei Sonderfälle solltest du kennen:
- Festbetrag: Für manche Arzneimittel gibt es einen Festbetrag. Kostet ein Präparat mehr, zahlt die Kasse nur bis zu diesem Betrag (§ 31 Abs. 2 SGB V). Den Rest zahlst du zusätzlich. Die Apotheke kann dir sagen, ob das bei deinem Präparat so ist.
- Zuzahlungsfrei: Besonders günstige Präparate können ganz von der Zuzahlung befreit sein (§ 31 Abs. 3 SGB V).
- Belastungsgrenze: Im Jahr zahlst du höchstens Zuzahlungen bis 2 % deiner Bruttoeinnahmen. Für Menschen, die wegen einer schwerwiegenden chronischen Krankheit in Dauerbehandlung sind, liegt die Grenze unter bestimmten Bedingungen bei 1 %. Was als schwerwiegend chronisch gilt, legt der G-BA fest. Ob das auf dich zutrifft, prüft deine Krankenkasse. Heb Quittungen auf. Ist die Grenze erreicht, befreit dich die Kasse für den Rest des Jahres (§ 62 SGB V).
Kinder und Jugendliche unter 18 zahlen keine Zuzahlung. Off-Label-Rezepte zahlt die Kasse nicht automatisch. Ein Privatrezept bezahlst du in der Apotheke erst einmal selbst. Wie teuer eine Packung ohne Kasse ist, hängt von Wirkstoff, Stärke und Packungsgröße ab. Wir nennen hier bewusst keine Preise, weil sie sich ändern und wir sie nicht für jedes Präparat prüfen können.
7. Die ersten Wochen: Einstellung und Kontrollen
Vor dem Start
Laut Packungsbeilage von Ritalin Adult fragt die Praxis vorher nach deinen anderen Medikamenten, nach Herzproblemen bei dir oder in der Familie und nach plötzlichen, ungeklärten Todesfällen in der Familie. Sie fragt auch nach deiner Stimmung, nach Tics in der Familie und nach psychischen Erkrankungen, etwa Depression oder bipolarer Störung. Erzähl dabei alles, was du weißt. Das hilft bei der Wahl des Mittels.
Gemessen werden laut alter S3-Leitlinie mindestens Puls, Blutdruck und Gewicht. Ein EKG empfiehlt sie nur, wenn deine Vorgeschichte, die Untersuchung oder deine Familie auf eine Herzerkrankung hindeuten. Manche Kombinationen sind ausgeschlossen: Lisdexamfetamin darf zum Beispiel nicht zusammen mit MAO-Hemmern genommen werden, auch nicht innerhalb von 14 Tagen danach (Fachinformation Elvanse).
Die Einstellung
Die Dosis wird Schritt für Schritt angepasst. Konkrete Dosierungen nennen wir bewusst nicht – sie hängen vom Präparat und von dir ab. Die Leitlinie empfiehlt, nach jeder Änderung engmaschig nach Nebenwirkungen zu fragen, zum Beispiel wöchentlich.
Später regelmäßig
- Blutdruck und Puls: bei jeder Dosisänderung und mindestens alle sechs Monate
- Gewicht: nach etwa drei und sechs Monaten, danach etwa alle sechs Monate
- Mindestens alle sechs Monate: die Frage, ob das Medikament noch nötig ist
- Einmal im Jahr: ein Blick darauf, wie es ohne Medikament läuft. Die Kassenregel sieht vor, dass eine Dauertherapie über zwölf Monate besonders dokumentiert wird und behandlungsfreie Zeiten mindestens einmal im Jahr beurteilt werden sollten. Plant so eine Pause gemeinsam, nicht auf eigene Faust.
Ein praktischer Tipp: Schreib in den ersten Wochen kurz auf, wann du das Mittel nimmst, wann du etwas merkst und wann es nachlässt. Notier auch, wie du schläfst, isst und dich fühlst. Mit solchen Notizen wird das nächste Gespräch in der Praxis viel konkreter. Wenn du ein Blutdruckmessgerät hast, bring deine Werte mit.
8. Wenn noch etwas dazukommt: Angst, Tics, Sucht, Autismus
Manchmal kommt neben ADHS noch eine zweite Diagnose dazu. Das kann die Wahl des Mittels beeinflussen. Ohne relevante Begleiterkrankung empfahl die alte S3-Leitlinie, mit einem Stimulans zu beginnen. Für einige Begleiterkrankungen gab sie diese Empfehlungen:
- Angststörung: Stimulanzien oder alternativ Atomoxetin. Mehr dazu: ADHS und Angst.
- Tic-Störung: Stimulanzien oder alternativ Atomoxetin oder Guanfacin.
- Suchtmittelkonsum mit Risiko für Fehlgebrauch: lang wirkende Stimulanzien oder alternativ Atomoxetin oder Guanfacin. Mehr dazu: ADHS und Sucht.
- Stimulans wirkt trotz Steigerung bis zur höchsten verträglichen Dosis nicht: ein anderes Stimulans, Atomoxetin oder Guanfacin.
Bei Guanfacin gilt dabei die Zulassung nur bis 17 Jahre. Für Autismus zusammen mit ADHS nennt die Leitlinie keine eigene Wahl des Medikaments. Wenn du auch autistisch bist, sag es der Praxis trotzdem. Dann könnt ihr Schlaf, Appetit, Unruhe und Reizempfindlichkeit gezielter beobachten. Mehr über das Zusammenspiel von Autismus und ADHS steht auf der Seite AuDHD.
9. Fragen für dein Arztgespräch
Im Sprechzimmer ist der Kopf oft leer. Schreib dir deine Fragen vorher auf. Diese Liste kannst du übernehmen oder kürzen:
- Welchen Wirkstoff schlägst du vor, und warum diesen zuerst?
- Ist das Präparat für Erwachsene zugelassen? Wenn nicht: Wer zahlt?
- Woran merken wir nach ein paar Wochen, ob es hilft? Welche Ziele schreiben wir auf?
- Welche Nebenwirkungen sind harmlos, und bei welchen soll ich mich sofort melden?
- Wie oft messen wir Blutdruck, Puls und Gewicht?
- Passt das Mittel zu meinen anderen Medikamenten und Erkrankungen?
- Wie bekomme ich Folgerezepte, und was mache ich, wenn die Praxis im Urlaub ist?
- Was soll ich tun, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?
- Welche Hilfe neben dem Medikament empfiehlst du, und wo bekomme ich sie?
- Wann und wie prüfen wir, ob ich das Medikament noch brauche?
Wenn es dir hilft, nimm eine Vertrauensperson mit oder bitte um eine kurze schriftliche Zusammenfassung. Das ist keine Schwäche, sondern eine gute Vorbereitung.
10. Mit ADHS-Medikamenten verreisen
Stimulanzien sind Betäubungsmittel. Deshalb gelten auf Reisen besondere Regeln. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beschreibt sie so:
- Schengen-Staaten, bis zu 30 Tage: Du brauchst für jedes Betäubungsmittel eine eigene Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens. Deine Ärztin füllt sie aus. Vor der Reise beglaubigt sie die oberste Gesundheitsbehörde deines Bundeslandes oder eine von ihr beauftragte Stelle. Die Bescheinigung gilt höchstens 30 Tage.
- Andere Länder: Das BfArM empfiehlt eine mehrsprachige Bescheinigung der verschreibenden Ärztin, zum Beispiel mit Angaben zur Dosierung. Prüf außerdem die Einreiseregeln des Ziel- und jedes Transitlandes.
- Nur für dich: Du darfst nur eine für die Reise angemessene Menge für den eigenen Bedarf mitnehmen. Jemand anderes darf sie nicht für dich transportieren.
Kümmere dich bei Stimulanzien rechtzeitig um die Beglaubigung – sie muss vor der Abreise vorliegen. Atomoxetin und Guanfacin sind keine Betäubungsmittel. Für sie gilt diese Bescheinigung nicht. Die Regeln des Reiselandes gelten trotzdem.
11. Kinder und Jugendliche: was anders ist
Wenn du ein Kind mit ADHS begleitest, gelten teils andere Regeln:
- Kassenregel: Stimulanzien ab 6 Jahren, nur im Rahmen einer Gesamtstrategie und wenn andere Maßnahmen allein nicht reichen. Verordnen dürfen Spezialist:innen für Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen, zum Beispiel aus der Kinder- und Jugendmedizin oder der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
- Zulassungen: Schnell freisetzendes Methylphenidat und Ritalin Saft sind für 6 bis 18 Jahre zugelassen. Elvanse und Attentin kommen erst infrage, wenn Methylphenidat nicht ausgereicht hat. Intuniv ist für 6- bis 17-Jährige zugelassen, wenn Stimulanzien nicht passen.
- Alter und Schweregrad: Die alte S3-Leitlinie setzte unter sechs Jahren zuerst auf nicht-medikamentöse Hilfen. Bei leichter ADHS empfahl sie zuerst psychosoziale Hilfen, bei schwerer ADHS zuerst ein Medikament nach ausführlicher Aufklärung. Mehr dazu steht in Was ist ADHS?.
- Wachstum: Die Körpergröße soll etwa alle sechs Monate gemessen werden.
- Kosten: Unter 18 fällt keine Zuzahlung an.
Für Jugendliche auf dem Weg ins Erwachsenenalter lohnt ein Blick auf ADHS bei Jugendlichen. Mit 18 gelten die Kassenregeln für Erwachsene. Die Kinder- und Jugendpraxis darf in begründeten Fällen weiter verordnen. Manche Präparate sind aber nur bis 18 zugelassen (siehe Tabelle). Frag deshalb rechtzeitig, wer die Behandlung weiterführt und womit.
12. Rezeptfrei, pflanzlich oder ganz ohne Medikamente?
Rezeptfrei gibt es kein zugelassenes ADHS-Medikament. Die drei Stimulanzien sind Betäubungsmittel. Atomoxetin und Guanfacin stehen in der Liste der verschreibungspflichtigen Stoffe. Vitamine, Omega-3 oder pflanzliche Mittel gehören nicht zu den Medikamenten, die die Leitlinie für ADHS nennt. Was die Studien dazu sagen, fasst Vitamine und Nahrungsergänzung bei ADHS zusammen.
Stimulanzien ohne Rezept zu kaufen, zu verkaufen oder weiterzugeben ist strafbar. Das Betäubungsmittelgesetz sieht dafür bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe vor. Das gilt auch, wenn du nur einer Freundin eine Tablette abgibst.
Ohne Medikamente leben ist eine legitime Wahl. Manche Erwachsene mit ADHS wollen keine Medikamente, vertragen sie nicht oder kommen mit anderen Hilfen gut zurecht. In der Analyse von Ostinelli u. a. (2025) verbesserten Verhaltenstherapie, Psychoedukation und Achtsamkeit die Symptome allerdings nur in der Einschätzung der Studienärzte, nicht in der Selbsteinschätzung. Die Datenbasis ist schmal: 28 Studien zu psychologischen Verfahren mit zusammen gut 1.100 Menschen. Psychoedukation empfahl die alte Leitlinie für alle. Welche Wege es ohne Stimulanzien gibt, steht unter ADHS-Medikamente ohne Stimulanzien.
Ob du ein Medikament nimmst, ist keine Frage von Charakter oder Willenskraft. Es ist eine Entscheidung über ein Werkzeug. Du darfst sie treffen, prüfen und später auch wieder ändern.
13. Häufige Fragen
Welche ADHS-Medikamente gibt es für Erwachsene?
In Deutschland sind für Erwachsene drei Wirkstoffe zugelassen: Methylphenidat in Retard-Form (zum Beispiel Medikinet adult, Ritalin Adult, Medikinet retard, Concerta und Generika), Lisdexamfetamin (Elvanse) und Atomoxetin. Voraussetzung ist jeweils, dass die ADHS schon in der Kindheit bestand. Schnell freisetzendes Methylphenidat, Dexamfetamin (Attentin) und Guanfacin (Intuniv) sind nur für Kinder und Jugendliche zugelassen. Bupropion und Clonidin werden bei ADHS außerhalb der Zulassung eingesetzt.
Welches Medikament hilft am besten bei ADHS?
Eines für alle gibt es nicht. In der großen Netzwerk-Metaanalyse von Cortese u. a. (2018) schnitten bei Erwachsenen nach etwa zwölf Wochen Amfetamine am stärksten ab – dazu zählt Lisdexamfetamin. Danach folgten Methylphenidat, Bupropion und Atomoxetin. Gleichzeitig brachen unter Amfetaminen, Methylphenidat und Atomoxetin mehr Menschen die Studien wegen Nebenwirkungen ab als unter Placebo. Das sind Durchschnittswerte. Welches Mittel zu dir passt, zeigt sich meist erst in der Einstellung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Warum ist Ritalin so umstritten?
Aus mehreren Gründen. Methylphenidat, der Wirkstoff in Ritalin, ist ein Betäubungsmittel und kann missbraucht werden. Laut Bundespsychotherapeutenkammer verzehnfachte sich die verordnete Menge zwischen 1997 und 2006. 2010 verschärfte der G-BA die Regeln für Kinder: Die Behandlung muss ohne Medikament beginnen. Dazu kommt ein Streit über die Studien. Große Metaanalysen finden kurzfristig klare Effekte. Ein Cochrane-Review zu Methylphenidat bei Erwachsenen hält die Belege dagegen für sehr unsicher, weil viele Studien kurz und methodisch schwach waren.
Sind ADHS-Medikamente schädlich? Was ist mit Langzeitfolgen?
Die meisten Studien laufen nur Wochen bis wenige Monate. Kurzfristig steigen Blutdruck und Puls im Mittel leicht an, bei Stimulanzien und auch bei Atomoxetin. Eine schwedische Studie fand, dass jedes Jahr Einnahme mit einem etwa 4 % höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden war, vor allem für Bluthochdruck. Andere schwedische Registerdaten zeigen aber auch weniger Todesfälle durch Unfälle und Suizid, weniger Suchtprobleme und weniger Verkehrsunfälle nach Beginn einer Behandlung. Beides sind Beobachtungsdaten. Deshalb gehören regelmäßige Kontrollen von Blutdruck, Puls und Gewicht zur Behandlung.
Machen ADHS-Medikamente abhängig?
Stimulanzien haben ein Potenzial für Missbrauch und Abhängigkeit. Deshalb sind sie Betäubungsmittel. Laut Fachinformation von Elvanse kann das Risiko für Fehlgebrauch bei Erwachsenen, besonders bei jungen Erwachsenen, größer sein als bei Kindern. Gleichzeitig fand eine große schwedische Studie nach Beginn einer ADHS-Behandlung seltener Suchtprobleme als ohne Behandlung. Atomoxetin und Guanfacin sind keine Betäubungsmittel. Wenn du Erfahrungen mit Sucht hast, sag das der Praxis. Die alte S3-Leitlinie nennt dann lang wirkende Stimulanzien, Atomoxetin oder Guanfacin als Optionen.
Gibt es ADHS-Medikamente rezeptfrei?
Nein. Alle Wirkstoffe mit ADHS-Zulassung in Deutschland gibt es nur auf Rezept: Methylphenidat, Lisdexamfetamin und Dexamfetamin sind Betäubungsmittel und brauchen ein BtM-Rezept, Atomoxetin und Guanfacin sind verschreibungspflichtig. Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Mittel gehören nicht zu den Medikamenten, die die Leitlinie für ADHS nennt. Stimulanzien ohne Rezept zu kaufen oder weiterzugeben ist in Deutschland strafbar – bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe (§ 29 Betäubungsmittelgesetz).
Wer darf ADHS-Medikamente verschreiben?
Rechtlich darf jede Ärztin und jeder Arzt ein BtM-Rezept ausstellen. Die Zulassungen verlangen aber, dass die Behandlung unter Aufsicht einer Fachperson für Verhaltensstörungen läuft. Für die gesetzliche Krankenkasse gelten zusätzlich feste Regeln: Bei Erwachsenen verordnen Stimulanzien nur Fachärzt:innen für Nervenheilkunde, Neurologie und/oder Psychiatrie, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie ärztliche Psychotherapeut:innen. Die Hausarztpraxis darf nur ausnahmsweise Folgerezepte ausstellen, wenn eine Fachpraxis die Aufsicht hat. Psychologische Psychotherapeut:innen dürfen diagnostizieren, aber keine Medikamente verschreiben.
Was kosten ADHS-Medikamente mit Krankenkasse?
Mit gesetzlicher Versicherung zahlst du ab 18 pro verordnetem Medikament 10 % des Preises, mindestens 5 € und höchstens 10 €, aber nie mehr als das Mittel selbst kostet. Liegt der Preis über einem Festbetrag, zahlst du die Differenz zusätzlich. Unter 18 fällt keine Zuzahlung an. Wenn deine Zuzahlungen im Jahr 2 % deines Bruttoeinkommens erreichen, bei chronischer Erkrankung 1 %, kannst du dich für den Rest des Jahres befreien lassen.
Was passiert, wenn Menschen ohne ADHS ADHS-Medikamente nehmen?
Sie werden dadurch nicht klüger. In einem Experiment mit 40 gesunden Erwachsenen (Bowman u. a., 2023) steckten die Teilnehmenden unter Methylphenidat, Dexamfetamin oder Modafinil mehr Mühe in eine schwierige Denkaufgabe. Die Qualität ihrer Lösungen wurde aber schlechter, nicht besser. Dazu kommen Nebenwirkungen wie Herzrasen und Schlafprobleme. Und: Wer sich Stimulanzien ohne eigenes Rezept besorgt, macht sich strafbar.
Kann ich ADHS-Medikamente mit ins Ausland nehmen?
Ja, aber mit Papieren. Für Reisen bis zu 30 Tagen in Schengen-Staaten brauchst du für jedes Betäubungsmittel eine Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens. Deine Ärztin füllt sie aus, die zuständige Landesbehörde beglaubigt sie vor der Reise. Für andere Länder empfiehlt das BfArM eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung und einen Blick in die Einreiseregeln des Ziel- und Transitlandes. Mitnehmen darfst du nur, was du selbst brauchst.
Verwandte Ratgeber
Quellen und Stand
Wir haben jede Regel und jede Zahl auf dieser Seite in der jeweiligen Quelle nachgelesen. Zulassungen und Kassenregeln ändern sich. Maßgeblich ist immer die aktuelle Packungsbeilage und das, was deine Praxis dir sagt.
Recht und Kassenregeln
- Gemeinsamer Bundesausschuss (2026). Arzneimittel-Richtlinie, Anlage III: Übersicht über Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse, Nr. 44 Stimulantien (Stand: 5. September 2026). g-ba.de (PDF)
- Gemeinsamer Bundesausschuss (23.06.2011). Pressemitteilung: G-BA berücksichtigt künftige Behandlungsmöglichkeiten für Erwachsene mit ADHS. g-ba.de
- Bundespsychotherapeutenkammer (24.09.2010). Pressemitteilung: ADHS-Behandlung: Ritalin & Co nur noch zweite Wahl. bptk.de
- Sozialgesetzbuch V: § 31 (Arznei- und Verbandmittel, Abs. 2 und 3), gesetze-im-internet.de; § 61 (Zuzahlungen), gesetze-im-internet.de; § 62 (Belastungsgrenze), gesetze-im-internet.de; § 75 Abs. 1a (Terminservicestellen), gesetze-im-internet.de
- Betäubungsmittelgesetz: Anlage III, gesetze-im-internet.de; § 29 (Straftaten), gesetze-im-internet.de
- Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (zuletzt geändert 14.02.2025): § 2, § 8 (Betäubungsmittelrezept), § 12 (Abgabe, Sieben-Tage-Frist). gesetze-im-internet.de
- Arzneimittelverschreibungsverordnung, Anlage 1 (Atomoxetin, Guanfacin). gesetze-im-internet.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Reisen mit Betäubungsmitteln. bfarm.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung. Terminvermittlung: 116117 Terminservice, Überweisung mit Vermittlungscode. kbv.de
Zulassungen (Packungsbeilagen und Fachinformationen)
- Takeda (Stand Juni 2026). Fachinformation Elvanse 20–70 mg Hartkapseln: Abschnitte 4.1, 4.3, 4.4, 4.8, 5.1, 11. takeda-produkte.de (PDF)
- Gebrauchsinformationen im PatientenInfo-Service (Rote Liste Service), jeweils Abschnitt 1 und 4: Medikinet adult (09/2025), Ritalin Adult (09/2025), Concerta 18 mg (08/2025), Methylphenidathydrochlorid HEXAL 18/36/54 mg Retardtabletten (06/2026), Medikinet retard (12/2025), Medikinet (12/2025), Ritalin 10 mg und Ritalin Saft (09/2025), Attentin 10/20 mg (08/2024), Atomoxetin PUREN (09/2024), Intuniv (01/2023). patienteninfo-service.de
- European Medicines Agency. Intuniv (Guanfacin): EPAR, Anwendungsgebiet. ema.europa.eu
- Andere Anwendungsgebiete: Gebrauchsinformation Elontril 150 mg (Depression), patienteninfo-service.de; Fachinformation Catapresan (Stand Dezember 2021, Bluthochdruck), fachinfo.de (PDF)
Leitlinie
- DGKJP, DGPPN, DGSPJ u. a. Langfassung der S3-Leitlinie „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter“, AWMF-Register 028-045 (Konsens 2017, veröffentlicht 2018; bei der AWMF als abgelaufen gekennzeichnet). Genutzt: Empfehlungen 1.1.2, 1.2.2, 1.4.1, 1.4.2, 1.4.4.2, 1.4.4.3, 1.4.5.1 (mit Kommentar zum Off-Label-Einsatz), 1.4.6.1–1.4.6.3, 1.4.6.5, 1.4.6.7; Kommentar zur Pharmakotherapie im Erwachsenenalter; Abschnitt 2.4.1. register.awmf.org (PDF)
- AWMF (22.05.2026). Konsultationsfassung: Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, Registernummer 028-045 KF (gültig bis 23.06.2026). Inhalt nicht ausgewertet; eine endgültige neue Fassung lag uns am 26.09.2026 nicht vor. awmf.org
Studien
- Cortese, S., Adamo, N., Del Giovane, C. u. a. (2018). Comparative efficacy and tolerability of medications for attention-deficit hyperactivity disorder in children, adolescents, and adults: a systematic review and network meta-analysis. The Lancet Psychiatry, 5(9), 727–738. doi.org/10.1016/S2215-0366(18)30269-4
- Ostinelli, E. G., Schulze, M., Zangani, C. u. a. (2025). Comparative efficacy and acceptability of pharmacological, psychological, and neurostimulatory interventions for ADHD in adults: a systematic review and component network meta-analysis. The Lancet Psychiatry, 12(1), 32–43. doi.org/10.1016/S2215-0366(24)00360-2
- Boesen, K., Paludan-Müller, A. S., Gøtzsche, P. C., Jørgensen, K. J. (2022). Extended-release methylphenidate for attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) in adults. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2022(2), CD012857. doi.org/10.1002/14651858.CD012857.pub2
- Farhat, L. C., Lannes, A., Del Giovane, C. u. a. (2025). Comparative cardiovascular safety of medications for attention-deficit hyperactivity disorder in children, adolescents, and adults: a systematic review and network meta-analysis. The Lancet Psychiatry, 12(5), 355–365. doi.org/10.1016/S2215-0366(25)00062-8
- Zhang, L., Li, L., Andell, P. u. a. (2024). Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Medications and Long-Term Risk of Cardiovascular Diseases. JAMA Psychiatry, 81(2), 178–187. doi.org/10.1001/jamapsychiatry.2023.4294
- Li, L., Zhu, N., Zhang, L. u. a. (2024). ADHD Pharmacotherapy and Mortality in Individuals With ADHD. JAMA, 331(10), 850–860. doi.org/10.1001/jama.2024.0851
- Zhang, L., Zhu, N., Sjölander, A. u. a. (2025). ADHD drug treatment and risk of suicidal behaviours, substance misuse, accidental injuries, transport accidents, and criminality: emulation of target trials. BMJ, 390, e083658. doi.org/10.1136/bmj-2024-083658
- Bowman, E., Coghill, D., Murawski, C., Bossaerts, P. (2023). Not so smart? „Smart“ drugs increase the level but decrease the quality of cognitive effort. Science Advances, 9(24), eadd4165. doi.org/10.1126/sciadv.add4165
Stand: 26. September 2026
Nur zur Information – keine medizinische Beratung, keine Dosierungsempfehlung und keine Diagnose. Wenn es dir seelisch schlecht geht: TelefonSeelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, kostenlos und rund um die Uhr. In akuten Notfällen: 112.