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Ratgeber · 17 Minuten Lesezeit · Aktualisiert 26. September 2026

Was ist ADHS? Einfach erklärt

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Gemeint ist eine Besonderheit der Hirnentwicklung, die in der Kindheit beginnt: Aufmerksamkeit, Unruhe und Impulse lassen sich schwerer steuern als bei den meisten Gleichaltrigen. Das ist so ausgeprägt, dass Schule, Arbeit oder Beziehungen darunter leiden. ADHS entsteht vor allem durch das Zusammenspiel vieler Gene mit frühen Umwelteinflüssen. Mit Faulheit hat es nichts zu tun.

Kurz beantwortet

  • Was es ist: eine Entwicklungsstörung des Gehirns mit drei Kernbereichen: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Sie beginnt in der Kindheit und bleibt oft bis ins Erwachsenenalter.
  • ADS und ADHD: ADS ist der Alltagsname für ADHS ohne deutliche Hyperaktivität. ADHD ist einfach die englische Abkürzung.
  • Ursachen: vor allem viele Gene mit jeweils kleiner Wirkung, dazu frühe Einflüsse wie eine sehr frühe Geburt. Für Zucker als Ursache gibt es keinen Beleg.
  • In Deutschland: 4,4 % der 3- bis 17-Jährigen hatten laut Robert Koch-Institut eine ADHS-Diagnose (2014–2017). Für Erwachsene nennt die Leitlinie rund 2,5 %.

1. Was ADHS ist: die Definition in einfachen Worten

Die deutsche S3-Leitlinie zu ADHS beschreibt drei Kernsymptome: Störungen der Aufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität. Nicht jede Unruhe ist ADHS. Damit Fachleute von ADHS sprechen, müssen drei Dinge zusammenkommen:

Laut Leitlinie hält ADHS in vielen Fällen bis ins Erwachsenenalter an.

Wie sich das im Alltag zeigt

Unaufmerksamkeit heißt zum Beispiel: schnell abgelenkt sein, Dinge verlieren, Aufgaben nicht zu Ende bringen. Hyperaktivität zeigt sich bei kleinen Kindern oft als ständige Bewegung, bei Jugendlichen und Erwachsenen eher als innere Unruhe. Impulsivität bedeutet, zu handeln oder zu reden, bevor man nachgedacht hat. Die vollständige Liste mit allen Kriterien findest du im Ratgeber zu den ADHS-Symptomen bei Kindern und Erwachsenen.

Keine scharfe Grenze

Jeder Mensch ist mal zerstreut oder ungeduldig. Die S3-Leitlinie hält fest: In der Wissenschaft herrscht weitgehend Einigkeit, dass die ADHS-Kernsymptome die starke Ausprägung von Merkmalen sind, die in der ganzen Bevölkerung vorkommen. Es gibt also keinen klaren Schnitt zwischen „ADHS“ und „kein ADHS“. Den Unterschied machen die Stärke, die Dauer, die Zahl der Lebensbereiche, in denen es hakt, und die Folgen im Alltag.

Dazu passt ein Befund aus der Genetik: Das genetische Risiko für ADHS hängt auch in der Allgemeinbevölkerung mit ADHS-Merkmalen zusammen, selbst wenn diese nur schwach ausgeprägt sind. Das hält eine internationale Konsenserklärung fest (World Federation of ADHD, 2021).

2. Ist ADHS eine Krankheit?

Die Antwort hängt davon ab, wen du fragst – und beide Sichtweisen haben ihren Platz.

Aus Sicht der Medizin ist ADHS eine anerkannte Diagnose. In Deutschland werden Diagnosen nach der ICD-10-GM verschlüsselt. Dort steht ADHS im Kapitel „Psychische und Verhaltensstörungen“ unter F90 „Hyperkinetische Störungen“. Die neuere ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist seit dem 1. Januar 2022 in Kraft. Sie führt ADHS unter dem Code 6A05 in der Gruppe der neuronalen Entwicklungsstörungen, zu der zum Beispiel auch Autismus gehört. In Deutschland gilt für Diagnosen laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aber noch mehrere Jahre die ICD-10-GM.

Weil ADHS eine anerkannte Diagnose ist, können Diagnostik und Behandlung über die gesetzliche Krankenversicherung laufen. Unter Umständen kann ADHS rechtlich auch als Behinderung gelten. Wann das so ist, erklärt der Ratgeber Ist ADHS eine Behinderung?

Aus Sicht der Neurodiversitäts-Bewegung ist ADHS vor allem eine andere Art, wie ein Gehirn arbeitet. Die Bewegung betont, dass dazu auch Stärken gehören können, etwa große Begeisterung für Dinge, die einen fesseln. Die Hürden sind trotzdem echt, vor allem in Umgebungen, die auf Stillsitzen, Routine und Pünktlichkeit gebaut sind.

Wir schreiben aus dieser zweiten Sicht, nehmen die Belastungen aber ernst. Eine Diagnose ist kein Urteil über deinen Charakter. Sie kann ein Schlüssel sein: zu Verständnis, zu Unterstützung und zu Rechten, die dir zustehen.

3. ADS, ADHS, ADHD: was ist der Unterschied?

Drei Abkürzungen, die oft durcheinandergehen. So hängen sie zusammen:

Offiziell heißt ADS heute anders. Das US-Handbuch DSM-5 und die ICD-11 sprechen vom „vorwiegend unaufmerksamen Erscheinungsbild“. In der deutschen ICD-10-GM gibt es dafür einen eigenen Code: F98.80, „Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität mit Beginn in der Kindheit und Jugend“. Diesen Code gibt es erst seit 2019. Vorher wurde die Form ohne Hyperaktivität meist unter einem allgemeineren Code erfasst, vermuten Forschende des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung.

Woher der Name ADS kommt

Die Namen haben sich mehrfach geändert. 1980 führte das DSM-III die „Attention Deficit Disorder“ (ADD) ein, mit oder ohne Hyperaktivität. 1987 wurde daraus ADHD, und die Form ohne Hyperaktivität landete in einer Restkategorie. Seit dem DSM-IV von 1994 gibt es wieder eine eigene unaufmerksame Unterform. Das deutsche „ADS“ entspricht dem damaligen englischen „ADD“.

Ist ADS die leichtere Form?

Nein. Ob du ADS oder ADHS hast, sagt nur, welcher Bereich überwiegt, nicht wie stark du eingeschränkt bist. Beide Formen erfordern für die Diagnose deutliche Folgen im Alltag. Das Erscheinungsbild kann sich außerdem im Laufe des Lebens verschieben. Mehr dazu in den Ratgebern zu den ADHS-Typen und zum unaufmerksamen Typ.

4. Woher kommt ADHS? Die Ursachen

Eine einzelne Ursache gibt es nicht. Die S3-Leitlinie beschreibt das so: Die Entstehung ist noch nicht vollständig geklärt. Fest steht, dass mehrere Faktoren zusammenwirken. Vor allem zählen genetische Anlagen und Einflüsse vor, während und kurz nach der Geburt, die die Entwicklung des Gehirns prägen. Eine internationale Konsenserklärung von 80 Fachleuten aus 27 Ländern kommt zum gleichen Ergebnis: Bei den meisten Menschen mit ADHS summieren sich viele kleine Risiken.

Gene: der größte Anteil

ADHS tritt in Familien gehäuft auf. Laut S3-Leitlinie haben Verwandte ersten Grades ein zwei- bis achtfach erhöhtes Risiko. Unter Geschwistern oder Eltern von Kindern mit ADHS haben 10 bis 35 % selbst ADHS.

Zwillingsstudien zeigen, dass diese Häufung vor allem an den Genen liegt. Eine Übersichtsarbeit von Faraone und Larsson (2019) schätzt die Erblichkeit auf 74 %. Die S3-Leitlinie nennt einen ähnlichen Wert.

Was diese Zahl bedeutet – und was nicht: 74 % Erblichkeit heißt nicht, dass dein ADHS „zu 74 % vererbt“ ist. Die Zahl beschreibt Gruppen, nicht einzelne Menschen. Sie sagt: Rund drei Viertel der Unterschiede zwischen Menschen bei ADHS-Merkmalen lassen sich durch genetische Unterschiede und ihr Zusammenspiel mit der Umwelt erklären.

Ein einzelnes „ADHS-Gen“ gibt es nicht. Die bisher größte Genstudie verglich 38.691 Menschen mit ADHS und 186.843 ohne ADHS (Demontis u. a. 2023). Sie fand 27 Genorte mit 76 möglichen Risikogenen. Viele davon sind vor allem in der frühen Entwicklung des Gehirns aktiv. Jede Variante erhöht das Risiko nur ein kleines bisschen. Nach Schätzung der Studie spielen 84 bis 98 % der Varianten, die ADHS beeinflussen, auch bei anderen psychischen Diagnosen eine Rolle. Seltene Genveränderungen mit stärkerer Wirkung kommen vor, erklären aber insgesamt nur einen kleinen Teil.

Umwelt: frühe Einflüsse

Die Umweltfaktoren, die mit ADHS zusammenhängen, wirken sehr früh: vor der Geburt oder in den ersten Lebensjahren. Die bekanntesten:

Die internationale Konsenserklärung spricht deshalb bewusst von „correlates“, also Begleitfaktoren, und nicht von Ursachen. Bei den meisten ist nicht ausgeschlossen, dass Gene und Umwelt sich hier überlagern.

Umstritten: Paracetamol, Farbstoffe, Erziehung

Paracetamol in der Schwangerschaft. Hier ist die Forschung uneins. Eine Übersichtsarbeit von 2025 wertete 46 Studien aus. 27 fanden einen Zusammenhang mit ADHS oder anderen Entwicklungsstörungen. Die Autor:innen raten deshalb, Paracetamol in der Schwangerschaft zu begrenzen (Prada u. a. 2025). Eine schwedische Studie mit fast 2,5 Millionen Kindern verglich dagegen Geschwister miteinander. Innerhalb von Familien fand sie keinen Zusammenhang mit ADHS (Ahlqvist u. a. 2024). Das Beratungszentrum Embryotox an der Charité hält Paracetamol bei klarer Indikation weiter für ein Mittel der Wahl in der Schwangerschaft. Wenn du schwanger bist: Setz nichts auf eigene Faust ab, sondern sprich mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder Embryotox.

Lebensmittelfarbstoffe. Vielleicht kennst du den Hinweis „Kann die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“. Er muss seit 2010 auf Lebensmitteln mit sechs bestimmten Farbstoffen stehen, darunter Tartrazin (E 102). Grundlage war eine britische Studie von 2007. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält diese Studie laut Verbraucherzentrale für wenig aussagekräftig. Meta-Analysen fanden einen kleinen Effekt auf Unruhe und ADHS-Symptome. In einer davon zeigte er sich nur, wenn Eltern das Verhalten bewerteten, nicht aber Lehrkräfte. Laut S3-Leitlinie ergibt sich kein einheitliches Bild. Dass Farbstoffe ADHS verursachen, ist nicht belegt.

Erziehung. Studien finden bei Kindern mit ADHS öfter einen strengen oder wenig einfühlsamen Erziehungsstil. Die S3-Leitlinie gibt aber zu bedenken: Das kann auch eine Reaktion der Eltern auf das Verhalten des Kindes sein und nicht dessen Ursache. Umgekehrt scheint eine zugewandte Erziehung vor allem bei Kindern mit familiärem Risiko schützend zu wirken. Auch Armut in der frühen Kindheit hängt mit ADHS zusammen. Diese Effekte gelten laut Leitlinie aber als unspezifisch, weil viele Belastungen dahinterstehen können.

Was nach heutigem Wissen nicht die Ursache ist

5. Was im Gehirn anders ist

Auf Gruppenebene zeigen sich Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne ADHS. Laut S3-Leitlinie ist bei Kindern mit ADHS das Gehirn im Schnitt etwas kleiner, vor allem die graue Substanz. Stärker betroffen sind Bereiche im vorderen Stirnhirn, der Nucleus caudatus und das Kleinhirn. Bei Aufgaben zur Steuerung sind Regionen im Stirnhirn oft weniger aktiv.

Die größte Auswertung von Hirnscans stammt vom internationalen ENIGMA-Konsortium. Sie verglich 1.713 Menschen mit ADHS und 1.529 ohne ADHS aus 23 Zentren (Hoogman u. a. 2017). Mehrere tiefer liegende Hirnregionen waren bei ADHS etwas kleiner, darunter der Nucleus accumbens, der eine Rolle bei Belohnung spielt, und die Amygdala. Die Unterschiede waren aber sehr klein. Bei Kindern waren sie am deutlichsten, bei Erwachsenen nicht mehr statistisch bedeutsam. Das Team deutet das als Hinweis auf eine verzögerte Reifung des Gehirns. Das ist eine Hypothese, kein Beweis.

Wichtig für dich: Diese Befunde gelten für Gruppen. Laut S3-Leitlinie ist keiner von ihnen notwendig oder ausreichend für ADHS. Es ist auch unklar, ob sie Ursache oder Folge der Symptome sind. Deshalb gibt es keinen Hirnscan und keinen Bluttest, der ADHS nachweist. Die Leitlinie sieht Laborwerte nur vor, wenn es einen konkreten Anlass gibt, etwa vor einer Behandlung mit Medikamenten.

Und das Dopamin?

In sozialen Medien heißt es oft: ADHS ist Dopaminmangel. Ganz so einfach ist es nicht. Dass die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin beteiligt sind, stützt sich laut S3-Leitlinie auf drei Dinge: Tiermodelle, die Wirkung von Stimulanzien und die Rolle dieser Stoffe in Hirnkreisen für Bewegung, Aufmerksamkeit und Planung.

Die Messungen am Menschen sind aber widersprüchlich. Eine Studie mit 53 unbehandelten Erwachsenen mit ADHS fand im Belohnungssystem weniger Dopamin-Transporter und weniger Andockstellen für Dopamin (Volkow u. a. 2009). Eine Meta-Analyse aus neun Studien fand dagegen im Schnitt 14 % mehr Transporter. Der Wert hing davon ab, ob jemand schon Medikamente genommen hatte: niedriger bei Menschen ohne, höher bei Menschen mit Vorbehandlung (Fusar-Poli u. a. 2012). Das Dopamin-System ist also beteiligt. „Zu wenig Dopamin“ ist aber eine zu grobe Zusammenfassung. Die Details erklärt unser Ratgeber ADHS und Dopamin.

Auch bei Tests zu Planung, Hemmung und Belohnungsaufschub schneiden Menschen mit ADHS im Schnitt anders ab. Laut Leitlinie sind die Unterschiede aber nur mittelgroß, die Überschneidung mit Menschen ohne ADHS ist groß, und die Auffälligkeiten kommen auch bei anderen Diagnosen vor.

6. Wie häufig ist ADHS in Deutschland?

Die Zahlen hängen stark davon ab, was gezählt wird: Diagnosen, die Eltern berichten, Diagnosen in Kassendaten oder Schätzungen aus Befragungen. Hier die wichtigsten Werte im Überblick:

GruppeWertWas gezählt wurdeQuelle
3- bis 17-Jährige4,4 %Eltern berichten, dass ihr Kind jemals eine ADHS-Diagnose bekam (2014–2017)RKI, KiGGS Welle 2
Jungen / Mädchen6,5 % / 2,3 %wie obenRKI, KiGGS Welle 2
unter 18 Jahren3,6 %Diagnose F90.0 in Daten der gesetzlichen Krankenkassen, 2023Betzler u. a. 2026
Erwachsene0,6 %Diagnose F90.0 in Daten der gesetzlichen Krankenkassen, 2023Betzler u. a. 2026
Erwachsene (Schätzung)rund 2,5 %Meta-Analyse von sechs internationalen StudienS3-Leitlinie
Neue Diagnosen bei Erwachsenen8,6 → 25,7 pro 10.000gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren, 2015 im Vergleich zu 2024Ivanova u. a. 2025

Kinder und Jugendliche

Die wichtigste Quelle ist die KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts. In der Erhebung KiGGS Welle 2 (2014–2017) gaben die Eltern von 4,4 % der 3- bis 17-Jährigen an, dass ihr Kind jemals eine ADHS-Diagnose von einer Ärztin, einem Arzt oder einer psychologischen Fachperson bekommen hatte. In der Basiserhebung rund zehn Jahre vorher waren es 5,3 %. Der Rückgang betraf nur Jungen und die Altersgruppe von 3 bis 8 Jahren. Jungen hatten trotzdem mehr als doppelt so oft eine Diagnose wie Mädchen. Kinder aus sozial benachteiligten Familien hatten häufiger eine Diagnose als Kinder aus sozial besser gestellten Familien.

Erwachsene

Für Erwachsene gibt es keine vergleichbare RKI-Erhebung. Die S3-Leitlinie nennt rund 2,5 %. Die Zahl stammt aus einer Meta-Analyse von sechs Studien, nicht speziell aus Deutschland.

Wie viele Erwachsene tatsächlich eine Diagnose haben, zeigen Kassendaten. Eine Auswertung von rund 10 Millionen gesetzlich Versicherten in einer Forschungsdatenbank kam für 2023 auf 0,6 % der Erwachsenen (Betzler u. a. 2026). Zwei Einschränkungen: Gezählt wurde nur der Code F90.0, die Form ohne Hyperaktivität (F98.80) fehlt also. Und die Studie wurde vom Pharmaunternehmen Takeda finanziert.

Der Abstand zwischen 0,6 % mit Diagnose und etwa 2,5 % laut Schätzung deutet darauf hin, dass viele Erwachsene mit ADHS keine Diagnose haben. Ganz vergleichbar sind die beiden Zahlen aber nicht, weil sie unterschiedlich erhoben wurden.

Klar ist: Es kommen viele neue Diagnosen hinzu. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung hat bundesweite Abrechnungsdaten der Arztpraxen für gesetzlich versicherte Erwachsene ausgewertet. Zwischen 2015 und 2024 stieg die Zahl der neuen Diagnosen von 8,6 auf 25,7 pro 10.000 Versicherte, also um 199 %. Frauen haben stark aufgeholt: 2024 lag der Wert bei Frauen bei 24,8, bei Männern bei 26,9. Die Forschenden gehen davon aus, dass es sich größtenteils um Diagnosen handelt, die spät nachgeholt werden. Als mögliche Gründe nennen sie mehr Aufmerksamkeit für ADHS, den neuen Code F98.80 ab 2019 und Folgen der Corona-Pandemie. Beweisen lässt sich das mit ihren Daten allerdings nicht (Ivanova u. a. 2025).

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7. ADHS bei Kindern und Erwachsenen

Bei Kindern

Laut RKI wird ADHS am häufigsten nach dem Schulstart zum ersten Mal diagnostiziert. Dann wird plötzlich erwartet, still zu sitzen und sich lange zu konzentrieren, und die Schwierigkeiten fallen auf. ADHS kommt selten allein: Je nach Studie haben 60 bis 80 % der Kinder und Jugendlichen mit ADHS mindestens eine weitere psychische Diagnose. Häufig sind oppositionelles Verhalten, Depressionen, Ängste und Lernstörungen. Woran du ADHS bei Kindern in welchem Alter erkennst, steht im Ratgeber zu den ADHS-Symptomen. Für die Jahre danach gibt es einen eigenen Ratgeber zu ADHS bei Jugendlichen.

Bei Erwachsenen

ADHS wächst sich oft nicht aus. Laut S3-Leitlinie haben 50 bis 80 % der Kinder mit ADHS auch als Erwachsene noch Symptome. Etwa ein Drittel erfüllt dann noch alle Kriterien. Andere Übersichten kommen auf niedrigere Werte: Ein Beitrag im Deutschen Ärzteblatt (Betzler u. a. 2026) nennt 15 bis 20 % mit allen Kriterien und 40 bis 60 % mit teilweiser Besserung, aber weiter bestehenden Einschränkungen. Die Spanne zeigt, wie sehr die Ergebnisse von der Messmethode abhängen.

Das Bild verändert sich mit dem Alter. Laut Leitlinie wird aus der sichtbaren Unruhe ab dem Jugendalter oft eine innere Unruhe. Die Aufmerksamkeitsspanne wächst zwar mit, bleibt im Vergleich zu Gleichaltrigen aber häufig kürzer. Viele Erwachsene fragen sich außerdem, ob starke, schnell wechselnde Gefühle zu ADHS gehören. In den offiziellen Kriterien stehen sie nicht. Wie eng sie trotzdem mit ADHS zusammenhängen, erklärt der Ratgeber zur emotionalen Dysregulation bei ADHS.

Wenn du dich fragst, ob das auf dich zutrifft, helfen dir diese Ratgeber weiter: Habe ich ADHS?, Späte ADHS-Diagnose und ADHS bei Frauen. Wie sich ADHS von Autismus unterscheidet und warum beides oft zusammen vorkommt, erklärt Autismus vs. ADHS.

8. Vom Zappel-Philipp zur ADHS: eine kurze Geschichte

ADHS gilt manchen als neue Erfindung. Tatsächlich beschreiben Ärzte das Muster seit über 250 Jahren, und mehrere wichtige Etappen führen nach Deutschland.

War der Zappel-Philipp ADHS?

Das ist umstritten. Ein Übersichtsartikel zur ADHS-Geschichte (Lange u. a. 2010) sieht im Zappel-Philipp typische Merkmale: Er hört nicht zu, zappelt und kippelt, bis alles vom Tisch fällt. Manche Autor:innen halten die Geschichte deshalb für eine frühe Beschreibung von ADHS. Der Medizinhistoriker Eduard Seidler widerspricht im Deutschen Ärzteblatt (2004): Hoffmann war 1844 noch Allgemeinarzt, erst ab 1851 leitete er eine psychiatrische Anstalt. Und er wollte kein Krankheitsbild zeigen, sondern ein unartiges Kind in einem Bilderbuch. Seidler hält es deshalb nicht für gerechtfertigt, Hoffmann als „Erstbeschreiber“ zu zitieren. Unbestritten ist: Der Name „Zappelphilipp“ wurde durch Hoffmann zum Alltagswort für ein unruhiges Kind.

9. Diagnose und Behandlung in Deutschland im Überblick

Wer ADHS feststellen kann

Laut S3-Leitlinie sollen diese Fachleute die Diagnose stellen:

Die Diagnose entsteht vor allem im ausführlichen Gespräch: über die heutigen Schwierigkeiten, die Entwicklung seit der Kindheit, die Familie und die Folgen im Alltag. Bei Kindern gehören Eltern und möglichst auch Berichte aus Kita oder Schule dazu. Fragebögen helfen, reichen allein aber nicht aus. Dazu kommt eine körperliche und neurologische Untersuchung. Ein Online-Selbsttest kann dir helfen, deine Gedanken zu sortieren, stellt aber keine Diagnose. Das gilt auch für unseren ADHS-Selbsttest, der kein geprüftes Messinstrument ist. Welche Schritte du in Deutschland gehen kannst und wie du einen Termin findest, steht im Ratgeber zu den ADHS-Symptomen im Abschnitt „Was du in Deutschland tun kannst“.

Wie behandelt wird

Die S3-Leitlinie setzt auf gemeinsame Entscheidungen. Welche Behandlung passt, richtet sich nach dem Leidensdruck, dem Umfeld, dem Schweregrad und den Wünschen der Person. Die wichtigsten Empfehlungen:

Wie die Versorgung tatsächlich aussieht, zeigen Kassendaten. Laut der Auswertung von Betzler u. a. (2026, von Takeda finanziert) wurden 2023 bei 44,4 % der Erwachsenen mit ADHS-Diagnose im ganzen Jahr weder Medikamente noch Psychotherapie abgerechnet. 38,0 % bekamen nur Medikamente, 7,6 % nur Psychotherapie und 10,0 % beides. Welche Medikamente es gibt und wie sie wirken, steht im Ratgeber zu ADHS-Medikamenten. Welche Hilfen dir in Schule, Studium und Beruf zustehen, erklärt der Ratgeber zum Nachteilsausgleich bei ADHS.

Die Leitlinie wird gerade erneuert

Die aktuelle S3-Leitlinie wurde 2017 abgestimmt und 2018 veröffentlicht. Bei der AWMF ist sie als abgelaufen gekennzeichnet und wird überarbeitet. Am 22. Mai 2026 hat die AWMF eine Konsultationsfassung der neuen Leitlinie veröffentlicht. Das ist ein Entwurf zur Kommentierung, keine gültige Endfassung. Eine fertige neue Fassung haben wir bis zum 26. September 2026 nicht gefunden. Deshalb stützt sich diese Seite auf die Fassung von 2017/2018. Den Entwurf zitieren wir nicht.

10. Häufige Irrtümer über ADHS

„ADHS ist eine Modediagnose.“

Beschrieben wird das Muster seit 1775. Richtig ist aber: Die Zahl der Diagnosen bei Erwachsenen steigt stark. Dahinter stehen vermutlich vor allem nachgeholte Diagnosen. Es gibt aber auch Hinweise auf Überdiagnosen: In einer Studie bekamen Fachleute Fallbeschreibungen von Kindern, die die Kriterien gerade nicht erfüllten. Trotzdem stellten 16,7 % eine ADHS-Diagnose, bei Jungen etwa doppelt so oft wie bei Mädchen (Bruchmüller u. a. 2012). Beides kommt also vor: übersehene und vorschnelle Diagnosen. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Diagnostik.

„Das wächst sich aus.“

Bei manchen werden die Symptome schwächer. Laut S3-Leitlinie haben aber 50 bis 80 % der Kinder mit ADHS auch als Erwachsene noch Symptome. Die Unruhe wird oft nur leiser und wandert nach innen.

„ADHS haben vor allem Jungen.“

Bei Kindern bekommen Jungen mehr als doppelt so oft eine Diagnose wie Mädchen (RKI). Bei Erwachsenen gleichen sich die Zahlen an: 2024 bekamen Frauen fast so oft eine neue Diagnose wie Männer (24,8 zu 26,9 pro 10.000). Das spricht dafür, dass Mädchen oft erst später erkannt werden. Mehr dazu: ADHS bei Frauen.

„Zu viel Zucker macht hyperaktiv.“

Für ADHS gibt es dafür keinen Beleg. Eine Meta-Analyse mit über 25.000 Kindern und Jugendlichen fand keinen Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und ADHS.

„Das liegt an der Erziehung.“

Zwillingsstudien sprechen für einen großen genetischen Anteil. Ein belasteter Erziehungsstil kann laut S3-Leitlinie auch eine Reaktion auf das Verhalten des Kindes sein. Eine zugewandte Erziehung kann dagegen schützen. Eltern verursachen ADHS also nicht einfach, sie können den Verlauf aber beeinflussen.

„Jeder ist doch ein bisschen ADHS.“

Halb richtig. Die Merkmale kommen in der ganzen Bevölkerung vor, das sagt auch die Leitlinie. Eine Diagnose gibt es aber erst, wenn die Symptome stark sind, seit der Kindheit bestehen, in mehreren Lebensbereichen auftreten und den Alltag deutlich erschweren. Genau das unterscheidet ADHS von gelegentlicher Zerstreutheit.

„Man sieht ADHS im Hirnscan.“

Nein. Die Unterschiede im Gehirn sind klein und gelten nur für Gruppen. Weder Hirnscans noch Bluttests können ADHS nachweisen.

11. Häufige Fragen

Was ist ADHS einfach erklärt?

ADHS ist eine Besonderheit in der Entwicklung des Gehirns. Menschen mit ADHS fällt es schwerer als anderen, ihre Aufmerksamkeit, ihre Unruhe und ihre Impulse zu steuern. Das beginnt in der Kindheit und ist so stark, dass es im Alltag Probleme macht – in der Schule, im Job oder in Beziehungen. Die Abkürzung steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.

Was ist ADHS für eine Krankheit?

Medizinisch ist ADHS eine psychische Störung, genauer eine Störung der Hirnentwicklung. In der in Deutschland gültigen ICD-10-GM steht sie unter F90 „Hyperkinetische Störungen“ im Kapitel „Psychische und Verhaltensstörungen“. Die neuere ICD-11 der WHO zählt ADHS zu den neuronalen Entwicklungsstörungen. Mit Charakter oder Willen hat das nichts zu tun. Viele Menschen mit ADHS sehen darin eher eine andere Art, wie ihr Gehirn arbeitet – mit echten Stärken und echten Belastungen.

Was ist der Unterschied zwischen ADS und ADHS?

ADS ist der umgangssprachliche Name für ADHS ohne deutliche Hyperaktivität. Im Vordergrund stehen dann Unaufmerksamkeit, Abschweifen und Vergesslichkeit. Fachlich heißt das heute „vorwiegend unaufmerksames Erscheinungsbild“. Die ICD-10-GM hat dafür seit 2019 einen eigenen Code: F98.80. ADS ist keine leichtere Form von ADHS. Der Name sagt nur, welcher Bereich überwiegt.

Was ist der Unterschied zwischen ADHS und ADHD?

Es gibt keinen. ADHD ist die englische Abkürzung für „Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder“, ADHS die deutsche für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Beide meinen dasselbe. Das englische Gegenstück zu ADS ist ADD, ein Name aus dem US-Diagnosehandbuch DSM-III von 1980.

Was ist die Ursache von ADHS?

Es gibt nicht die eine Ursache. Meist wirken viele Gene mit jeweils kleinem Effekt und frühe Umwelteinflüsse zusammen. Zwillingsstudien schätzen die Erblichkeit im Mittel auf rund 74 %. Als Umweltfaktoren gelten vor allem Einflüsse vor und kurz nach der Geburt, zum Beispiel eine sehr frühe Geburt oder schwere Vernachlässigung. Bei vielen dieser Faktoren ist aber offen, ob sie ADHS selbst auslösen oder nur mit den Genen in der Familie zusammenhängen.

Ist ADHS heilbar?

Nicht in dem Sinn, dass eine Behandlung ADHS verschwinden lässt. Behandlung kann Symptome aber verringern und den Alltag leichter machen. Laut deutscher S3-Leitlinie richtet sie sich nach dem Leidensdruck, dem Schweregrad und den Wünschen der Person. Bei vielen werden die Symptome mit dem Alter schwächer. Trotzdem haben laut Leitlinie 50 bis 80 % der Kinder mit ADHS auch als Erwachsene noch Symptome.

Was ist bei ADHS im Gehirn anders?

Im Gruppenvergleich zeigen sich kleine Unterschiede: Einige Hirnregionen sind bei Kindern mit ADHS im Schnitt etwas kleiner, und Netzwerke für Steuerung und Belohnung arbeiten anders. Auch das Dopamin-System ist beteiligt. Die Unterschiede sind aber so klein und so uneinheitlich, dass man ADHS weder im Hirnscan noch im Blut erkennen kann. Die Diagnose stützt sich auf Gespräche, die Vorgeschichte und Fragebögen.

Was ist ADHS bei Erwachsenen?

Dasselbe ADHS wie bei Kindern, nur oft anders sichtbar. Die körperliche Unruhe wird häufig zu innerer Unruhe. Die Unaufmerksamkeit bleibt oft bestehen. Für die Diagnose müssen erste Symptome schon in der Kindheit da gewesen sein. In Deutschland bekommen immer mehr Erwachsene eine Diagnose: Die Zahl neuer Diagnosen pro 10.000 gesetzlich Versicherte hat sich zwischen 2015 und 2024 etwa verdreifacht.

Quellen und Stand

Wir haben jede Zahl auf dieser Seite in der jeweiligen Quelle nachgelesen. Wo Studien sich widersprechen oder von einem Hersteller finanziert wurden, sagen wir das im Text.

  1. DGKJP, DGPPN, DGSPJ u. a. Langfassung der interdisziplinären evidenz- und konsensbasierten (S3) Leitlinie „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter“, AWMF-Register 028-045 (Konsens 2017, veröffentlicht 2018; bei der AWMF als abgelaufen gekennzeichnet). Genutzt: Abschnitte 2.1–2.4, 2.6–2.8, 2.10, 2.11; Empfehlungen 1.1.2 bis 1.1.5, 1.1.7, 1.2.1, 1.2.2, 1.3.1.2.1.1, 1.3.1.4.3.1. register.awmf.org (PDF)
  2. AWMF (22.05.2026). Konsultationsfassung: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, Registernummer 028-045 KF (gültig bis 23.06.2026). Inhalt nicht ausgewertet. awmf.org
  3. Göbel, K., Baumgarten, F., Kuntz, B., Hölling, H. & Schlack, R. (2018). ADHS bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends. Journal of Health Monitoring, 3(3), 46–53, Tabelle 1. edoc.rki.de
  4. Betzler, F., Knop, J., Grönig, M., Timpel, P., Višković, V. & Schöttle, D. (2026). ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen: Inzidenz, Prävalenz und Versorgung. Deutsches Ärzteblatt International, 123, 275–280. Finanziert von Takeda. doi.org/10.3238/arztebl.m2026.0032
  5. Ivanova, M., Holstiege, J., Akmatov, M. K., Müller, D. & Kohring, C. (2025). Inzidenz von AD(H)S-Spektrum-Störungen bei Erwachsenen. Eine Analyse bundesweiter vertragsärztlicher Abrechnungsdaten, 2015–2024. Deutsches Ärzteblatt International, 122(25), 697–698. doi.org/10.3238/arztebl.m2025.0167
  6. BfArM: ICD-10-GM Version 2026, Kapitel V, Block F90–F98 (F90.0, F90.1, F90.8, F90.9, F98.80). klassifikationen.bfarm.de
  7. BfArM: Häufig gestellte Fragen zur ICD-11 („Wann kommt die ICD-11?“). bfarm.de
  8. WHO: ICD-11 for Mortality and Morbidity Statistics, 6A05 Attention deficit hyperactivity disorder (Gruppe Neurodevelopmental disorders). icd.who.int
  9. Faraone, S. V. u. a. (2021). The World Federation of ADHD International Consensus Statement: 208 evidence-based conclusions about the disorder. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 128, 789–818. doi.org/10.1016/j.neubiorev.2021.01.022
  10. Faraone, S. V. & Larsson, H. (2019). Genetics of attention deficit hyperactivity disorder. Molecular Psychiatry, 24, 562–575. doi.org/10.1038/s41380-018-0070-0
  11. Demontis, D. u. a. (2023). Genome-wide analyses of ADHD identify 27 risk loci, refine the genetic architecture and implicate several cognitive domains. Nature Genetics, 55, 198–208. doi.org/10.1038/s41588-022-01285-8
  12. Hoogman, M. u. a. (2017). Subcortical brain volume differences in participants with attention deficit hyperactivity disorder in children and adults: a cross-sectional mega-analysis. The Lancet Psychiatry, 4, 310–319. doi.org/10.1016/S2215-0366(17)30049-4
  13. Volkow, N. D. u. a. (2009). Evaluating dopamine reward pathway in ADHD: clinical implications. JAMA, 302, 1084–1091. doi.org/10.1001/jama.2009.1308
  14. Fusar-Poli, P., Rubia, K., Rossi, G., Sartori, G. & Balottin, U. (2012). Striatal dopamine transporter alterations in ADHD: pathophysiology or adaptation to psychostimulants? A meta-analysis. American Journal of Psychiatry, 169, 264–272. doi.org/10.1176/appi.ajp.2011.11060940
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  21. Seidler, E. (2004). „Zappelphilipp“ und ADHS: Von der Unart zur Krankheit. Deutsches Ärzteblatt, 101(5), A 239–243. aerzteblatt.de

Stand: 26. September 2026

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