Nicht-Stimulanzien auf einen Blick
Ohne Stimulanzien gibt es bei ADHS vier Hauptoptionen: Atomoxetin, Guanfacin, Clonidin und Bupropion. Davon ist in Deutschland nur Atomoxetin für Erwachsene mit ADHS zugelassen. Die anderen drei werden bei Erwachsenen off-label eingesetzt.
- Schwächer als Stimulanzien? Im Schnitt ist der Effekt etwas kleiner. Dafür gibt es keinen Rebound, und Atomoxetin wie Guanfacin decken 24 Stunden ab.
- Wie wirkt Bupropion bei ADHS? Es hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin und ist damit den Stimulanzien am nächsten. Der Effekt baut sich meist über 2 bis 4 Wochen auf.
- Atomoxetin oder Guanfacin? Atomoxetin braucht 4 bis 8 Wochen bis zur vollen Wirkung und macht in der Regel nicht müde. Guanfacin kann müde machen und den Blutdruck senken – und ist nur für 6- bis 17-Jährige zugelassen.
- Rezeptfrei? Nein. Alle vier gibt es nur auf Rezept. Sie fallen aber nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, du brauchst also kein BtM-Rezept wie bei Methylphenidat.
- Alternative zu Methylphenidat? Der übliche Weg bei Erwachsenen ist Methylphenidat, dann Lisdexamfetamin, dann Atomoxetin. Guanfacin kommt danach nur off-label infrage.
Die vier Optionen ohne Stimulanzien
In Deutschland sind alle vier Hauptgruppen der ADHS-Medikamente ohne Stimulanzien verfügbar – allerdings in unterschiedlichen Zulassungs- und Erstattungsmodellen. Atomoxetin ist in Deutschland für ADHS bei Kindern ab 6 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen zugelassen; Guanfacin (Intuniv) nur für Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren. Guanfacin (Intuniv) ist seit 2015 in der EU für ADHS zugelassen. Clonidin und Bupropion werden in ADHS off-label eingesetzt – ihre offiziellen Zulassungen in Deutschland betreffen andere Indikationen (Bluthochdruck bei Clonidin; Depression und Raucherentwöhnung bei Bupropion).
Atomoxetin (Strattera, Generika)
- Mechanismus: selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer
- Wirkdauer: 24-Stunden-Abdeckung
- Wirkbeginn: 4 bis 8 Wochen bis zum vollen Effekt
- Am besten für: Erwachsene, die Stimulanzien nicht nehmen können, ADHS mit begleitender Angst, eine Suchtgeschichte
- Nebenwirkungen: Übelkeit, Schlafveränderungen, manchmal Stimmungseffekte, selten Leberwirkungen
- Effektstärke: moderat
- Deutscher Kontext: mit ADHS-Indikation zugelassen; seit Patentablauf gibt es Generika. Bei Verordnung über die GKV ist Atomoxetin verschreibungspflichtig, fällt aber nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.
Guanfacin (Intuniv)
- Mechanismus: Alpha-2-adrenerger Agonist
- Wirkdauer: 24-Stunden-Abdeckung (Retardform)
- Wirkbeginn: Wochen bis zum vollen Effekt
- Am besten für: Kinder und Jugendliche (6–17), wenn Stimulanzien nicht passen; ADHS + Tics (laut S3-Leitlinie); Ergänzung von Stimulanzien
- Nebenwirkungen: Sedierung, Blutdruckabfall, Schwindel, Müdigkeit
- Effektstärke: moderat; besonders stark bei den emotionalen Merkmalen
- Deutscher Kontext: seit 2015 in der EU für ADHS zugelassen; in Deutschland verfügbar. Für Erwachsene ist Guanfacin in Deutschland nicht zugelassen; ein Einsatz wäre Off-Label.
Clonidin (in Deutschland vor allem Catapresan)
- Mechanismus: Alpha-2-adrenerger Agonist (ähnlich wie Guanfacin, aber andere Rezeptor-Subtypen)
- Wirkdauer: variabel; in Deutschland überwiegend die schnell freisetzende Form (Catapresan)
- Am besten für: Schlafprobleme, hyperaktiv geprägtes ADHS, Tic-Störungen, häufig als ergänzendes Medikament
- Nebenwirkungen: Sedierung, Blutdruckabfall, Schwindel
- Effektstärke: moderat
- Deutscher Kontext: in ADHS off-label – die Zulassung betrifft Bluthochdruck. Das in den USA für ADHS bei 6- bis 17-Jährigen zugelassene retardierte Clonidin (früher als Kapvay vermarktet, heute als Generikum) ist in Deutschland nicht regulär erhältlich.
Bupropion (Elontril, Wellbutrin XR)
- Mechanismus: Noradrenalin- und Dopamin-Wiederaufnahmehemmer
- Status in ADHS: off-label (zugelassen bei Depression; das Rauchentwöhnungs-Präparat Zyban ist laut Pharmazeutische Zeitung in Deutschland seit 2022 außer Vertrieb, Stand September 2024)
- Am besten für: ADHS + Depression, ADHS + Rauchstopp, Erwachsene, die einen stimulansähnlichen Effekt ohne Status als kontrollierte Substanz wollen
- Nebenwirkungen: Angst, Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit, herabgesetzte Krampfschwelle (bei manchen Erwachsenen kontraindiziert – u. a. bei Epilepsie, Essstörungen, nach Schädel-Hirn-Trauma)
- Effektstärke: kleiner als bei Stimulanzien, aber real
- Deutscher Kontext: in Deutschland verfügbar; die Erstattung gilt nur bei der Depressionsindikation, nicht bei ADHS. In ADHS wird es von Fachärztinnen und Fachärzten off-label verordnet.
Wann Nicht-Stimulanzien bevorzugt werden
- Eine Suchtgeschichte
- Kardiale Bedenken, die Stimulanzien riskant machen
- Verstärkung von Angst unter Stimulanzien
- Nicht tolerierbare Nebenwirkungen von Stimulanzien
- Ein reizempfindliches Nervensystem
- Bedarf an 24-Stunden-Abdeckung ohne Wirkspitzen und Wirktiefs
- Bestimmte begleitende Bedingungen (Tics, Depression)
- Ergänzung eines Stimulans für eine vollständigere Abdeckung
Stimulans + Nicht-Stimulans kombinieren
Gängige Praxis bei Erwachsenen, die mit einer Monotherapie keine vollständige Symptomkontrolle erreichen. Die häufigsten Kombinationen:
- Stimulans + Guanfacin: Stimulans plus Guanfacin wurde bei Kindern und Jugendlichen untersucht; bei Erwachsenen ist Guanfacin in der EU nicht zugelassen
- Stimulans + Atomoxetin: seltener, wird aber für eine vollständigere 24-Stunden-Abdeckung genutzt (Atomoxetin wirkt auch nachts und am frühen Morgen, wenn das Stimulans schon nicht mehr greift)
- Stimulans + Bupropion: möglich bei kardialer Überwachung; adressiert eine Depression neben dem ADHS
Der langsamere Wirkbeginn – die Realität
Stimulanzien wirken akut – den Effekt spürst du innerhalb von Stunden nach der ersten Dosis. Nicht-Stimulanzien bauen ihren Effekt über Wochen auf. Das verlangt Geduld in der Anfangsphase:
- Atomoxetin: 4 bis 8 Wochen bis zum vollen Effekt
- Guanfacin: Wochen bis zum vollen Effekt, allmählicher Wirkbeginn
- Bupropion: meist 2 bis 4 Wochen
Der langsamere Start bedeutet, dass die Dosisfindung länger dauert. Dafür aber: kein Rebound, keine Schwankungen zwischen Wirkspitze und Wirktief, ein gleichmäßigeres Erleben von Tag zu Tag. Viele Erwachsene sagen, sie „merken nicht, dass sie ein Medikament nehmen" – es fehlen die für Stimulanzien typischen Signale (gesteigerte Konzentration eine Stunde nach der Dosis, Abfall am Nachmittag). Subjektiv weniger spürbar, objektiv wirksam.
Nebenwirkungen im Vergleich
Sedierung
Guanfacin und Clonidin lösen oft Sedierung aus, besonders bei den Anfangsdosen. Manchmal ist das nützlich – wenn Schlafprobleme Teil des klinischen Bildes sind, hilft eine Abenddosis. Atomoxetin und Bupropion sind in der Regel nicht sedierend.
Angst
Bupropion kann Angst verstärken – für Menschen mit ADHS und Angst schließt das diesen Wirkstoff oft aus. Atomoxetin wirkt manchmal auf die Stimmung. Die S3-Leitlinie nennt bei ADHS mit Angststörung Stimulanzien oder Atomoxetin als erste Wahl; die Fachinformation von Guanfacin führt Angst sogar als häufige Nebenwirkung. Die Auswahl auf Basis des Ausgangsniveaus der Angst hat große klinische Bedeutung.
Schlaf
Atomoxetin kann den Schlaf unterschiedlich beeinflussen – bei manchen verbessert, bei manchen verschlechtert es ihn. Bupropion verschlechtert den Schlaf häufig (deshalb wird es nicht abends gegeben). Guanfacin und Clonidin verbessern den Schlaf oft. Der Einnahmezeitpunkt ist entscheidend und wird individuell mit der behandelnden Praxis abgestimmt.
Herz-Kreislauf
Guanfacin und Clonidin senken den Blutdruck – nützlich bei Bluthochdruck, aber Vorsicht bei niedrigem Ausgangsblutdruck. Bupropion kann den Blutdruck erhöhen. Atomoxetin kann die Herzfrequenz erhöhen. Alle erfordern bei Erwachsenen mit kardialer Vorgeschichte eine gewisse Überwachung – vor dem Beginn ordnet die Fachärztin oder der Facharzt meist ein EKG und eine Blutdruckmessung an.
Wie Behandelnde auswählen
- RSD oder ausgeprägte emotionale Dysregulation → kein Medikament dafür belegt; mit der Ärztin besprechen
- Angst + ADHS → laut S3-Leitlinie Stimulanzien oder Atomoxetin
- Depression + ADHS → Bupropion
- Suchtgeschichte → in der Regel ein Nicht-Stimulans
- Schlafprobleme + ADHS → erst Schlaf und Medikamenten-Timing mit der Ärztin prüfen; ein Nutzen von Guanfacin für den Schlaf ist nicht belegt
- Tics + ADHS → Guanfacin oder Clonidin
- Wunsch nach stimulansähnlichem Effekt ohne kontrollierten Status → Bupropion
- Herabgesetzte Krampfschwelle (Epilepsie, Essstörungen) → Bupropion kontraindiziert – Auswahl unter den übrigen
Erstattung und Kosten in Deutschland
Die Kosten- und Erstattungsfrage ist einer der häufigsten Gründe, warum Erwachsene in Deutschland ein bestimmtes Medikament wählen – nicht immer das, das klinisch erste Wahl wäre. Der aktuelle Stand (prüf bei jedem Rezept die Fachinformation, da sich die Lage ändern kann):
- Atomoxetin: mit ADHS-Indikation zugelassen und über die GKV erstattungsfähig, wenn die Verordnung den Zulassungsbedingungen entspricht. Seit Patentablauf gibt es preisgünstige Generika.
- Guanfacin (Intuniv): in Deutschland verfügbar; für Erwachsene nicht zugelassen, und ob die Kasse einen Off-Label-Einsatz bezahlt, ist nicht garantiert. Eine Off-Label-Verordnung muss begründet werden.
- Clonidin (Catapresan): günstig, da die Zulassung den Bluthochdruck betrifft, wo es ein älteres, preiswertes Mittel ist. In ADHS off-label.
- Bupropion (Elontril, Wellbutrin XR): Erstattung nur bei der Depressionsindikation, nicht bei ADHS. Erwachsene mit ADHS erhalten es off-label.
Eine Off-Label-Verordnung ist in Deutschland möglich, erfordert aber eine ärztliche Begründung; die GKV übernimmt die Kosten nicht automatisch. Aktuelle Erstattungs- und Zulassungsangaben findest du beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und in den Fachinformationen der Hersteller.
Wer Nicht-Stimulanzien in Deutschland verordnet
Die Einstellung auf ein ADHS-Medikament gehört in die Hand einer Fachärztin oder eines Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie – eine hausärztliche Praxis leitet die Therapie in der Regel nicht selbst ein. Für einen Facharzttermin brauchst du in der GKV meist keine Überweisung, doch die Wartezeiten für Erwachsene sind in vielen Regionen lang. Viele Menschen lassen sich deshalb privat als Selbstzahler diagnostizieren und einstellen. Atomoxetin, Guanfacin, Clonidin und Bupropion unterliegen nicht dem Betäubungsmittelgesetz – die Rezepte lassen sich in der Apotheke ohne zusätzliche Formalitäten einlösen, anders als bei den stimulierenden Wirkstoffen (Methylphenidat, Lisdexamfetamin), die ein BtM-Rezept brauchen.
Was, wenn nichts wirkt?
Der klassische Weg bei Erwachsenen in Deutschland ist: Methylphenidat (Medikinet, Concerta) → Lisdexamfetamin (Elvanse) → Atomoxetin. Guanfacin kommt danach nur off-label in Frage, weil es für Erwachsene nicht zugelassen ist. Wenn weder ein Medikament der ersten noch der zweiten Linie gewirkt hat, lohnt sich meist ein genauerer Blick: Ist die ADHS-Diagnose vollständig (steckt nicht auch Autismus, RSD oder eine andere Begleitung dahinter)? Waren die Dosen ausreichend? Verschleiern begleitende Bedingungen (Angst, Depression, Schlaf) das Bild? Eine fachärztliche Zweitmeinung – oft in einer auf ADHS im Erwachsenenalter spezialisierten Ambulanz – bringt häufig den Durchbruch.
Häufige Fragen
Welche ADHS-Medikamente ohne Stimulanzien gibt es?
Vier Hauptoptionen: Atomoxetin (Strattera und Generika), Guanfacin (Intuniv — nur für 6- bis 17-Jährige zugelassen, bei Erwachsenen off-label), Clonidin (in Deutschland vor allem als Catapresan — in ADHS off-label) und Bupropion (Elontril, Wellbutrin XR — off-label in ADHS, zugelassen bei Depression; das Rauchentwöhnungs-Präparat Zyban ist in Deutschland seit 2022 außer Vertrieb). Jeder Wirkstoff greift in ein anderes Botenstoffsystem ein und hat ein eigenes Profil. Insgesamt ist der Effekt meist kleiner als bei Stimulanzien, dafür fällt keiner unter das Betäubungsmittelgesetz, das Missbrauchspotenzial ist geringer, und sie sind nützlich für Erwachsene, die Stimulanzien nicht nehmen können oder schlecht vertragen.
Wer braucht ein Medikament ohne Stimulanzien?
Erwachsene, bei denen Stimulanzien nicht wirken oder nicht infrage kommen. Gründe: eine Suchtgeschichte, die Stimulanzien riskant macht, kardiale Bedenken, eine Verstärkung von Angst unter Stimulanzien, nicht tolerierbare Nebenwirkungen, ein reizempfindliches Nervensystem, die Ergänzung eines Stimulans für eine vollständigere Abdeckung über den Tag sowie begleitende Bedingungen, bei denen ein Medikament ohne Stimulans einen doppelten Nutzen hat (Guanfacin + Tics, Bupropion + Depression).
Sind Nicht-Stimulanzien schwächer als Stimulanzien?
Im Durchschnitt sind die Effektstärken kleiner. Bei Erwachsenen liegen Stimulanzien bei etwa 0,5 bis 0,8; Medikamente ohne Stimulanzien bei etwa 0,45 bis 0,5 (moderat). Aber „kleiner“ heißt nicht „unwirksam“. Viele Erwachsene sprechen gut auf ein Nicht-Stimulans an. Und der kleinere Effekt kommt mit eigenen Vorteilen: eine stabile 24-Stunden-Abdeckung, kein Rebound-Effekt, kein Status als kontrollierte Substanz und oft ein ergänzendes Nebenwirkungsprofil.
Wie wirken Nicht-Stimulanzien anders?
Atomoxetin: hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin. Der Wirkspiegel baut sich langsam auf (Wochen). 24-Stunden-Abdeckung. Guanfacin und Clonidin: Alpha-2-adrenerge Agonisten. Sie greifen anders in die noradrenerge Signalübertragung ein und helfen oft bei emotionaler Regulation und Schlaf. Bupropion: hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin — mechanistisch ist es unter den Nicht-Stimulanzien den Stimulanzien am nächsten. Unterschiedliche Mechanismen erzeugen unterschiedliche klinische Effekte.
Wie lange dauert es, bis Nicht-Stimulanzien wirken?
Atomoxetin: 4 bis 8 Wochen bis zum vollen Effekt. Geduld ist nötig. Guanfacin: Wochen bis zum vollen Effekt, der Wirkbeginn ist eher allmählich. Bupropion: meist 2 bis 4 Wochen. Anders als Stimulanzien, die akut wirken (Effekt innerhalb von Stunden). Der langsamere Start bedeutet einen längeren Prozess der Dosisfindung, dafür aber keinen Rebound und keine Schwankungen zwischen Wirkspitze und Wirktief.
Kann ich ein Stimulans und ein Nicht-Stimulans zusammen nehmen?
Ja, das ist gängige Praxis. Bei Kindern und Jugendlichen wurde Guanfacin auch zusätzlich zu einem Stimulans untersucht; ob es dabei RSD oder die Emotionsregulation verbessert, ist nicht belegt. Atomoxetin plus Stimulans ist seltener, kommt aber vor. Bupropion plus Stimulans ist möglich, erfordert jedoch eine kardiale Überwachung. Die Kombinationstherapie hat die Möglichkeiten für Erwachsene erweitert, die mit einer Monotherapie nicht den vollen Nutzen haben.
Und die Nebenwirkungen?
Je nach Medikament unterschiedlich. Atomoxetin: Übelkeit, Schlafveränderungen, manchmal Stimmungseffekte, selten Auswirkungen auf die Leber. Guanfacin: Sedierung, Blutdruckabfall, Schwindel, Müdigkeit. Clonidin: ähnlich wie Guanfacin. Bupropion: Angst, Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit, eine herabgesetzte Krampfschwelle (bei manchen Erwachsenen kontraindiziert — etwa bei Epilepsie, Essstörungen). Insgesamt gut verträglich, aber die passende Einstellung braucht Ausprobieren.
Sind Nicht-Stimulanzien in der Schwangerschaft sicher?
Für Atomoxetin gibt es nur begrenzte Daten zur Schwangerschaft. Bupropion ist in der Schwangerschaft besser untersucht als Atomoxetin, die Datenlage bleibt aber begrenzt und uneinheitlich — kein Grund, es für sicherer zu halten. Guanfacin und Clonidin haben spezifische Überlegungen für die Schwangerschaft (Blutdruckwirkung). Für konkrete Entscheidungen zu einem bestimmten Medikament in der Schwangerschaft sprich mit deiner Psychiaterin oder deinem Psychiater und deiner gynäkologischen Praxis und sieh dir unseren Ratgeber zu ADHS-Medikamenten in der Schwangerschaft (auf Englisch) an. Solche Entscheidungen sind immer individuell.
Verwandte Ratgeber
Nur zur Information – keine medizinische oder diagnostische Beratung. Entscheidungen über ADHS-Medikamente triffst du ausschließlich mit deiner behandelnden Fachärztin oder deinem Facharzt. Zulassung, Verfügbarkeit der Präparate und Off-Label-Anwendungen ändern sich mit der Zeit – aktuelle Angaben findest du beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und in den Fachinformationen der Hersteller.