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Ratgeber · 22 Minuten Lesezeit · Aktualisiert 17. Oktober 2026

ADHS-Symptome bei Frauen: woran du sie erkennst

ADHS-Symptome bei Frauen sind dieselben wie bei Männern: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Laut WHO stehen bei Frauen aber häufiger die unaufmerksamen Symptome im Vordergrund, und die Unruhe spielt sich bei Erwachsenen oft eher innen ab. Manche Frauen gleichen ihre Schwierigkeiten jahrelang aus. Das kann die Anzeichen lange verdecken. Hier findest du alle Kriterien als Checkliste mit Beispielen aus dem Alltag.

Kurz beantwortet

  • Gleiche Kriterien, andere Gewichtung: Laut WHO haben Frauen häufiger unaufmerksame Symptome, Männer häufiger hyperaktive und impulsive, besonders in jüngerem Alter.
  • Die Schwelle: Ab 17 Jahren nennt das DSM-5 mindestens fünf von neun Merkmalen in einem Bereich. Mehrere davon müssen schon vor dem 12. Geburtstag da gewesen sein.
  • Gefühle zählen nicht mit: Heftige Gefühle und wenig Frusttoleranz sind bei ADHS häufig. In den offiziellen Kriterien stehen sie trotzdem nicht.
  • Andere Ursachen prüfen: Angst, Depression, PMDS und Burnout können ähnlich aussehen. Sie können auch zusätzlich zu ADHS bestehen.

1. Die Kurzliste

Diese zehn Punkte fassen zusammen, woran du ADHS bei dir bemerken kannst. Sie beruhen auf den offiziellen Kriterien und auf dem, was Fachleute über Frauen mit ADHS beschreiben. Eine Diagnose ersetzen sie nicht.

Viele Menschen finden sich in einigen dieser Punkte wieder. Laut WHO kommen solche Anzeichen bei vielen Erwachsenen vor. Das allein sagt also wenig. Für ADHS zählt, ob mehrere Punkte dauerhaft da sind, schon in der Kindheit da waren und dich heute spürbar einschränken. Eine britische Expertengruppe betont: Bei ADHS sind die Anzeichen durchgehend da. Sie tauchen nicht nur phasenweise auf.

Für eine Diagnose nach dem DSM-5 braucht es bei Erwachsenen ab 17 Jahren mindestens fünf der neun Merkmale in einem Bereich. Sie müssen seit mindestens einem halben Jahr bestehen. Mehrere Merkmale müssen schon vor dem 12. Geburtstag aufgetreten sein. Heute müssen sie sich in mindestens zwei Lebensbereichen zeigen und Arbeit, Ausbildung oder Beziehungen deutlich beeinträchtigen. Außerdem darf keine andere psychische Erkrankung sie besser erklären.

2. Unaufmerksamkeit im Alltag: die 9 Kriterien mit Beispielen

Die American Psychiatric Association beschreibt im DSM-5 neun Merkmale der Unaufmerksamkeit. Wir haben jedes als Frage an dich formuliert und Beispiele aus dem Erwachsenenleben ergänzt. Die Beispiele sollen dir beim Einordnen helfen. Sie sind keine Messlatte: In der Diagnostik zählt ein Merkmal nur, wenn es oft auftritt und deutlich stärker ist als bei Gleichaltrigen.

  1. 1. Passieren dir oft Flüchtigkeitsfehler, weil Details durchrutschen?

    Im Alltag zum Beispiel: Die Mail geht ohne Anhang raus. In der Überweisung stimmt eine Ziffer nicht. Im Rezept überliest du eine Zutat, obwohl es direkt vor dir lag.

  2. 2. Fällt es dir schwer, bei einer Sache aufmerksam zu bleiben?

    Im Alltag zum Beispiel: Im Meeting merkst du nach ein paar Minuten, dass du den Faden verloren hast. Eine Buchseite liest du dreimal. Bei einer spannenden Serie oder einem neuen Projekt klappt es dagegen stundenlang. Das passt ins Bild: Laut WHO kann die Unaufmerksamkeit bei Dingen, die dich sehr reizen, fast verschwinden.

  3. 3. Wirkst du abwesend, obwohl jemand direkt mit dir spricht?

    Im Alltag zum Beispiel: Deine Kollegin erklärt dir etwas, und du bist gedanklich schon beim nächsten Termin. Dann fragt sie: „Hast du das mitbekommen?“ Die WHO beschreibt das als Tagträumen oder als das Gefühl, mit dem Kopf woanders zu sein.

  4. 4. Bleiben Aufgaben oft halb fertig liegen?

    Im Alltag zum Beispiel: Die Wäsche ist gewaschen, aber nicht aufgehängt. Der Antrag ist fast ausgefüllt, dann kommt etwas dazwischen. Bei der Arbeit springst du von Aufgabe zu Aufgabe und schließt wenig ab.

  5. 5. Fällt dir das Planen und Ordnen schwer?

    Im Alltag zum Beispiel: Du unterschätzt, wie lange Dinge dauern, und kommst deshalb zu spät. Dein Wochenplan hält bis Dienstag. Auf dem Schreibtisch liegen Stapel, deren System nur du halbwegs verstehst.

  6. 6. Schiebst du Aufgaben auf, die lange Konzentration brauchen?

    Im Alltag zum Beispiel: Steuererklärung, Nebenkostenabrechnung, ein langer Bericht: Sie liegen wochenlang, obwohl sie an einem Nachmittag erledigt wären. Von außen wirkt das wie fehlender Wille. Die britische Expertengruppe beschreibt genau das: Unaufmerksamkeit kann bei Frauen wie mangelnde Motivation oder Anstrengung aussehen.

  7. 7. Verlegst oder verlierst du oft Dinge, die du brauchst?

    Im Alltag zum Beispiel: Schlüssel, Handy, Brille, Geldbeutel oder wichtige Unterlagen. Bevor du morgens losgehen kannst, suchst du erst einmal.

  8. 8. Lässt du dich leicht ablenken?

    Im Alltag zum Beispiel: Eine Nachricht aufs Handy, ein Gespräch im Nebenraum, und du bist raus. Laut WHO lenken auch eigene Gedanken ab, die nichts mit der Aufgabe zu tun haben.

  9. 9. Vergisst du oft Dinge des Alltags?

    Im Alltag zum Beispiel: Rückrufe, Geburtstage, den Zahnarzttermin, die Wäsche in der Maschine. Die WHO nennt ausdrücklich, dass es schwerfällt, an anstehende Aufgaben zu denken.

Die Schwelle von fünf Merkmalen ist für Fachleute gedacht, nicht zum Nachzählen am Küchentisch. In der Diagnostik geht es darum, wie oft ein Merkmal auftritt, wie stark es ist und wie sehr es dich einschränkt.

Warum das bei Frauen leicht untergeht: Die britischen Fachleute beschreiben Unaufmerksamkeit bei Mädchen und Frauen oft als Ablenkbarkeit, Unordnung und das Gefühl, ständig überfordert zu sein. Das fällt weniger auf als Unruhe. Nach ihrer Einschätzung kann das dazu führen, dass Frauen mit ADHS als weniger beeinträchtigt gelten, als sie sind.

Wenn sich bei dir fast alles um Aufmerksamkeit dreht, lies auch unseren Ratgeber zu ADHS vom unaufmerksamen Typ. Mehr zu Planen, Anfangen und Zeitgefühl findest du unter exekutive Dysfunktion und Zeitblindheit.

3. Hyperaktivität und Impulsivität, oft als innere Unruhe

Bei Kindern zeigt sich Hyperaktivität oft als Herumlaufen und Zappeln. Bei Erwachsenen beschreibt die WHO eher eine innere Getriebenheit: Der Körper will los, und Stillsitzen oder Leisesein fühlt sich unangenehm an. Von außen sieht man davon oft wenig. Auch hier nennt das DSM-5 neun Merkmale:

  1. 1. Zappelst du, wippst mit dem Fuß oder rutschst auf dem Stuhl hin und her?

    Im Alltag zum Beispiel: Unter dem Tisch wippt dein Bein. Du drehst am Ring, knibbelst an den Nägeln oder klickst mit dem Kuli, oft ohne es zu merken.

  2. 2. Stehst du auf, wenn Sitzenbleiben erwartet wird?

    Im Alltag zum Beispiel: Im Meeting oder beim Elternabend holst du Wasser, gehst zur Toilette oder räumst etwas weg. Hauptsache, du bewegst dich kurz.

  3. 3. Fühlst du dich innerlich getrieben, auch wenn du still bist?

    Im Alltag zum Beispiel: Beim Warten fühlt sich dein Körper an wie unter Strom. Laut DSM-5 kann sich dieses Merkmal bei Erwachsenen auf ein Gefühl von Unruhe beschränken. Das Herumlaufen und Klettern aus der Kinderzeit muss also nicht mehr sichtbar sein.

  4. 4. Fällt es dir schwer, deine Freizeit ruhig zu verbringen?

    Im Alltag zum Beispiel: Beim Fernsehen machst du nebenbei noch drei andere Dinge. Ein Tag ohne Plan fühlt sich eher anstrengend an als erholsam.

  5. 5. Bist du ständig auf Achse, wie von einem Motor angetrieben?

    Im Alltag zum Beispiel: Andere sagen, du kämst nie zur Ruhe. Freie Tage füllst du bis zum Abend, und Pausen fühlen sich falsch an.

  6. 6. Redest du oft sehr viel?

    Im Alltag zum Beispiel: Du erzählst ausführlich, springst von Thema zu Thema und merkst später, dass die anderen kaum zu Wort kamen.

  7. 7. Platzt du mit Antworten heraus, bevor die Frage fertig ist?

    Im Alltag zum Beispiel: Du beendest Sätze für andere. Im Meeting sagst du etwas, das du eigentlich erst in Ruhe durchdenken wolltest.

  8. 8. Fällt dir Warten schwer?

    Im Alltag zum Beispiel: Die Schlange an der Kasse, die Warteschleife am Telefon, ein langsames Gespräch: Warten ist fast körperlich unangenehm.

  9. 9. Unterbrichst du andere oder mischst dich ein?

    Im Alltag zum Beispiel: Du fällst anderen ins Wort oder steigst in Gespräche ein, zu denen dich niemand eingeladen hat. Hinterher ärgerst du dich darüber.

Leiser heißt nicht: gar nicht da

Die britischen Fachleute schreiben, dass Hyperaktivität und Impulsivität bei Frauen im Mittel oft schwächer ausgeprägt sind als bei Männern. Einige Studien fanden aber, dass Frauen mit ADHS häufiger als Männer mit ADHS von viel Reden, Herausplatzen, Zappeln und Unterbrechen berichten. Die Fachleute schlagen deshalb vor, die Fragen näher an den Alltag von Frauen zu rücken, etwa „viel reden und kichern“ statt nur „viel reden“.

Impulsivität zeigt sich im Erwachsenenleben oft in Entscheidungen. Die WHO nennt als Beispiele vorschnelle Entschlüsse, riskantes Autofahren und, als Folge von Impulsivität, einen Job oder eine Beziehung plötzlich hinzuwerfen.

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4. Gefühle und Kränkbarkeit: häufig, aber kein Kriterium

Viele Menschen mit ADHS kennen Gefühle, die schnell hochkochen: Ärger über eine Kleinigkeit, Tränen nach einem knappen Satz, eine Stimmung, die innerhalb einer Stunde kippt. Unter den 18 Merkmalen des DSM-5 betrifft trotzdem keines die Gefühle.

Die WHO schreibt in ihren Leitlinien zur ICD-11: Emotionale Dysregulation und eine geringe Frustrationstoleranz sind bei ADHS häufig. Auch Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit können dazugehören. Die britische Expertengruppe vermutet, dass solche Schwierigkeiten bei Mädchen und Frauen häufiger oder stärker sind. Das ist die Einschätzung eines Fachgremiums, keine gesicherte Messung.

Wie verbreitet ist das? In Studien aus Kliniken hatten je nach Studie 34 bis 70 % der Erwachsenen mit ADHS Probleme mit der Regulation von Gefühlen, die sie im Alltag einschränkten. Zahlen aus der Allgemeinbevölkerung fehlen noch (Shaw u. a. 2014). In einer Metaanalyse war der Abstand zu Menschen ohne ADHS bei rasch wechselnden Gefühlen am größten (Beheshti u. a. 2020).

Warum Gefühle in Deutschland trotzdem zur Sprache kommen können

Dass Gefühle nicht in der Liste stehen, war nicht immer so. Laut Shaw u. a. wurden emotionale Symptome erst mit dem DSM-III zu einem „begleitenden Merkmal“. Frühere Konzepte von ADHS bei Erwachsenen, etwa von Wender und Kollegen, zählten sie zum Kern. Die Wender-Reimherr-Skala für Erwachsene fragt neben Aufmerksamkeit, Unordnung, Unruhe und Impulsivität auch nach aufbrausendem Temperament, Stimmungsschwankungen und emotionaler Überreagibilität. Nach Wender und Reimherr benannte Verfahren stehen auch in der Liste deutschsprachiger Verfahren der S3-Leitlinie. Es kann also sein, dass dich eine Fachperson ausdrücklich nach deinen Gefühlen fragt.

Kränkbarkeit und „RSD“

Im Netz liest du oft von RSD, kurz für Rejection Sensitive Dysphoria. Gemeint ist ein sehr heftiger seelischer Schmerz nach Kritik oder vermuteter Ablehnung. Der Begriff steht nicht unter den 18 DSM-5-Merkmalen, und in den WHO-Leitlinien zur ICD-11 kommt er gar nicht vor. Eine eigene Diagnose ist RSD also nicht. Wir haben dazu nur wenige Studien gefunden.

Eine davon stammt aus Deutschland. In einer Befragung von 1.235 Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren reagierten diejenigen mit mehr ADHS-Symptomen empfindlicher auf Zurückweisung, sowohl ängstlicher als auch wütender. Sie nahmen auch öfter Ungerechtigkeit wahr (Bondü & Esser 2015). Gemessen wurden Symptome per Fragebogen, keine Diagnosen.

Im Alltag kann sich das so anfühlen: Ein knapper Kommentar deiner Chefin beschäftigt dich den ganzen Abend. Eine Freundin antwortet nicht gleich, und du fragst dich, was du falsch gemacht hast. Mehr dazu in unseren Ratgebern zu RSD und zur emotionalen Dysregulation bei ADHS.

Heftige Gefühle sind aber kein Beweis für ADHS. Sie kommen auch bei Depression, Angst, PMDS oder Persönlichkeitsstörungen vor. Wie du das auseinanderhältst, steht in Abschnitt 7.

5. Wie Ausgleichen Symptome verdeckt

Manche Frauen mit ADHS haben früh gelernt, ihre Schwierigkeiten auszugleichen. Fachleute sprechen von Kompensation, in der Community ist oft von Masking die Rede. Die britische Expertengruppe schreibt: Manche Mädchen und Frauen werden sehr gut darin, ihre Probleme zu tarnen. Andere, auch Fachleute, unterschätzen ihre Schwierigkeiten dann leicht. Bei Mädchen nennen die Fachleute als Beispiele, sich sozial sehr anzupassen, gehorsam zu sein und besonders viel auszuhalten.

Die Expertengruppe sieht zwei Seiten. Oft haben die Strategien einen echten Nutzen: Sie halten die Konzentration oder verbergen Stress. Andere helfen nur kurz und kosten auf Dauer viel. Dazu zählt sie, bestimmte Orte, Termine oder Menschen zu meiden, Problemen aus dem Weg zu gehen, viel Zeit online zu verbringen oder sich keine Hilfe zu holen. Manche Frauen greifen zu Alkohol oder Cannabis, um mit starken Gefühlen, Einsamkeit oder Ablehnung klarzukommen.

So kann Ausgleichen aussehen
Was du tustWas es verdecktWas es kosten kann
fünf Wecker, Erinnerungen im Handy, Listen überallVergesslichkeit, fehlendes Zeitgefühlständige Anspannung; fällt das System aus, fällt alles aus
Nächte vor der Frist durcharbeitenAufschieben, Mühe beim AnfangenErschöpfung, zu wenig Schlaf
Perfektionismus, alles dreimal prüfenFlüchtigkeitsfehlerviel mehr Zeit als andere, Angst vor Fehlern
sehr angepasst sein, nie auffallenUnruhe, Impulsivitätwenig Raum für eigene Bedürfnisse
Treffen absagen, sich zurückziehenÜberforderung in GruppenEinsamkeit, Freundschaften schlafen ein

Die Beispiele sind Illustrationen. Die Unterscheidung zwischen hilfreichen und belastenden Strategien folgt Young u. a. 2020. Dass Selbststeuerung in Gruppen oft schwerer fällt als zu zweit, beschreibt die WHO.

Wenn das Ausgleichen nicht mehr reicht

Laut WHO fällt ADHS manchmal erst im Jugend- oder Erwachsenenalter auf, oft in Phasen, in denen mehr verlangt wird, als sich noch ausgleichen lässt. Die britischen Fachleute nennen typische Übergänge: den Wechsel auf die weiterführende Schule, Ausbildung oder Studium, den Auszug von zu Hause, den Einstieg in den Beruf. Wer bisher von Familie oder Schule gestützt wurde, verliert diese Struktur dann auf einmal. Gleichzeitig wachsen die Aufgaben, etwa bei Geld, Beruf und Familie.

Welche Rolle Hormonphasen dabei spielen, was die Forschung dazu weiß und was nicht, steht im Ratgeber ADHS bei Frauen.

Vier Fragen, die dir helfen können, dein eigenes Ausgleichen zu sehen:

Deine Antworten gehören ins Erstgespräch. Sie zeigen etwas, das ein kurzer Eindruck in der Praxis nicht zeigen kann.

6. Rückblick: Anzeichen in Kindheit und Schule

ADHS beginnt nicht erst im Erwachsenenalter. Nach dem DSM-5 müssen mehrere Merkmale schon vor dem 12. Geburtstag da gewesen sein. Belege dafür findest du laut WHO am ehesten in alten Schulunterlagen oder bei Personen, die deine Kindheit miterlebt haben. Gibt es beides nicht, rät die WHO bei Erwachsenen zu besonderer Vorsicht mit der Diagnose. Ausgeschlossen ist sie damit nicht.

Was in Zeugnissen stehen kann

Die deutsche S3-Leitlinie zählt schriftliche Berichte und Zeugnisse zu den Grundlagen der Diagnostik. Bei Mädchen lohnt ein genauer Blick. Laut den britischen Fachleuten erwähnen Schulberichte bei ihnen eher Tagträumen, fehlende Motivation oder zu wenig Anstrengung, manchmal auch Probleme mit Freundschaften. Leise Unruhe oder Impulsivität haben Lehrkräfte dagegen womöglich gar nicht bemerkt. Steht im Zeugnis nichts von Unruhe, schließt das ADHS also nicht aus.

Ein weiterer Hinweis, den die Fachleute nennen: eine Lücke zwischen der Mitarbeit im Unterricht und den Noten. Du hast dich zum Beispiel gut beteiligt, aber die Arbeiten fielen schlechter aus als erwartet.

Wenn die Schule schwieriger wird

Laut der Expertengruppe kann der Wechsel auf die weiterführende Schule ein Einschnitt sein. Jetzt musst du vorausplanen, Material ordnen und mehrere Aufgaben gleichzeitig im Blick behalten. Manche reagieren darauf mit Angst vor dem Lernen und mit Perfektionismus, um mitzuhalten.

In der Jugend wird es nach Einschätzung der Fachleute für Mädchen mit ADHS oft schwerer, Freundschaften zu halten. Manche fühlen sich zurückgewiesen, werden gemobbt, auch online, oder setzen eine tapfere Fassade auf. Dahinter können gedrückte Stimmung, Angst, Selbstverletzung oder ein veränderter Umgang mit Essen stehen.

Fragen für deinen Rückblick

Wenn du erst als Erwachsene von deiner ADHS erfährst, kann das viel auslösen. Darum geht es im Ratgeber zur späten ADHS-Diagnose.

7. ADHS, Angst, Depression, PMDS oder Burnout: so grenzt du ab

Konzentrationsprobleme, Unruhe und heftige Gefühle haben viele mögliche Ursachen. Die WHO gibt in ihren Leitlinien zur ICD-11 klare Hinweise, wie sich ADHS von anderen Diagnosen unterscheiden lässt. Die wichtigste Frage ist fast immer: Seit wann und in welchem Muster treten die Schwierigkeiten auf? Und wichtig: Angst, Depression und PMDS können auch zusätzlich zu ADHS bestehen.

Worauf es bei der Abgrenzung ankommt
ZeitmusterWoher Konzentrationsprobleme und Unruhe kommen
ADHSseit der Kindheit, durchgehend, in mehreren Lebensbereichenunabhängig von Stimmung und Energie; stärker bei Aufgaben mit wenig Reiz
Angststörungan Sorgen oder angstauslösende Situationen gebundenSorgen ziehen die Aufmerksamkeit ab; Unruhe kommt aus Anspannung
DepressionEpisode von mindestens zwei WochenKonzentration sinkt mit Stimmung und Energie
PMDSbeginnt einige Tage vor der Periode, etwa eine Woche nach ihrem Beginn kaum noch daKonzentrationsprobleme und Vergesslichkeit können zu den Beschwerden gehören
Burnoutan chronischen Stress im Job gebundenErschöpfung, innere Distanz zur Arbeit, Gefühl, nichts zu schaffen

Vereinfacht nach den WHO-Leitlinien zur ICD-11 (CDDR 2024). Die Einordnung gehört in fachliche Hände.

Angst

Laut WHO kann Angst Zappeln, Unruhe und Anspannung auslösen, die wie Hyperaktivität wirken. Auch Sorgen machen es schwer, sich zu konzentrieren. Für eine ADHS-Diagnose darf die Unaufmerksamkeit deshalb nicht allein von den Sorgen kommen. Sie darf auch nicht nur in Situationen auftreten, die Angst machen.

Beides kommt aber oft zusammen vor. Eine Metaanalyse von 58 Studien mit 18.821 Teilnehmenden fand bei Erwachsenen mit ADHS höhere Angstwerte als bei Menschen ohne ADHS. Der Unterschied war mittelgroß, und das Geschlecht beeinflusste seine Größe in dieser Auswertung nicht (Hoskins u. a. 2026). Es gab allerdings Hinweise, dass Studien mit kleinen Effekten seltener veröffentlicht wurden. Die britischen Fachleute beschreiben dagegen, dass bei Frauen mit ADHS häufiger nach innen gerichtete Probleme wie Angst und Depression berichtet werden als bei Männern. Wie groß der Unterschied zwischen den Geschlechtern wirklich ist, bleibt damit offen. Mehr im Ratgeber ADHS und Angst.

Depression

Auch bei einer Depression lassen Konzentration und Entscheidungsfähigkeit nach, und manche Menschen werden unruhig. Die WHO spricht von einer depressiven Episode, wenn mindestens fünf typische Symptome über mindestens zwei Wochen fast täglich bestehen, darunter gedrückte Stimmung oder deutlich weniger Interesse und Freude. Für die ADHS-Diagnose dürfen solche Probleme nur mitgezählt werden, wenn es sie schon in der Kindheit gab und sie auch nach dem Abklingen der Depression anhalten. Bei ADHS hängen die Aufmerksamkeitsprobleme nach der WHO nicht an Schwankungen von Stimmung oder Energie.

Laut den britischen Fachleuten werden Erwachsene mit ADHS nicht selten zuerst wegen Angst oder Depression behandelt. Hilft diese Behandlung wenig, raten sie, ADHS als mögliche Ursache mitzuprüfen. Das ist eine Empfehlung von Fachleuten, keine Studie. Mehr im Ratgeber ADHS und Depression.

PMDS

Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) ist mehr als ein starkes PMS. Laut WHO beginnen die Beschwerden einige Tage vor der Periode, bessern sich wenige Tage nach ihrem Beginn und sind etwa eine Woche danach kaum noch da. Dazu gehört mindestens ein Stimmungssymptom, etwa Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit oder Angst. Auch Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit können dazugehören. Genau deshalb kann PMDS wie ADHS wirken. Alle PMDS-Symptome und wann sie am stärksten sind haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengestellt.

Der Unterschied liegt im Muster. ADHS-Anzeichen sind den ganzen Monat da, und das seit der Kindheit. Bei PMDS gibt es in den betroffenen Zyklen jeweils eine Zeit mit wenig oder keinen Beschwerden. Die WHO empfiehlt, das mit einem Tagebuch über mindestens zwei Zyklen zu prüfen, weil die Erinnerung leicht täuscht. Beides kann auch gemeinsam vorkommen: In einer britischen Online-Befragung hatten Frauen mit ADHS deutlich häufiger Hinweise auf eine PMDS als Frauen ohne ADHS (Broughton u. a. 2025).

Manche Frauen merken außerdem, dass ihre ADHS-Anzeichen im Zyklus schwanken. Ein festes Muster gibt es nach heutigem Stand nicht. Eine Studie mit 32 jungen Frauen fand mehr Anzeichen kurz nach Beginn der Periode und kurz nach dem Eisprung (Roberts u. a. 2018). Eine andere Studie begleitete 30 Frauen, die ein Amphetamin-Präparat gegen ADHS nahmen. Bei ihnen waren die Anzeichen während der Periode am stärksten und in der Mitte der ersten Zyklushälfte am schwächsten (Zaritsky u. a. 2026). Beide Studien sind klein. Mehr dazu in den Ratgebern PMDS und ADHS und ADHS bei Frauen.

Burnout

Burnout ist nach der ICD-11 weder eine Krankheit noch eine psychische Störung. Die WHO beschreibt es als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht bewältigt wurde. Typisch sind drei Dinge: Erschöpfung, wachsende innere Distanz oder Zynismus gegenüber dem Job und das Gefühl, nichts mehr zu schaffen. Den Begriff soll man laut WHO nur für die Arbeit verwenden, nicht für andere Lebensbereiche.

Das hilft bei der Abgrenzung. ADHS-Anzeichen gibt es nicht nur im Job, sondern auch zu Hause, in Beziehungen und in der Freizeit, und das seit der Kindheit. Beides schließt sich aber nicht aus. Mehr im Ratgeber ADHS-Burnout.

Bipolare Störung, Borderline und Autismus

Die WHO nennt weitere Abgrenzungen. Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit können zur ADHS gehören. Für eine bipolare Störung sprechen dagegen ein späterer Beginn, deutlich abgegrenzte Phasen und stark gehobene Stimmung. Die britischen Fachleute weisen darauf hin, dass Frauen mit ADHS eher zuerst eine andere Diagnose bekommen können, etwa Angst, Depression oder eine Persönlichkeitsstörung. Das kann die ADHS-Diagnose verzögern. Wie sich ADHS-Gefühle von Borderline unterscheiden, erklärt der Ratgeber zur emotionalen Dysregulation.

Auch Autismus und ADHS überschneiden sich. Laut WHO können autistische Menschen ebenfalls Probleme mit Aufmerksamkeit, Impulsivität und Unruhe haben. Bei ADHS allein fehlen aber die dauerhaften Schwierigkeiten in der sozialen Kommunikation und die festen, sich wiederholenden Muster, die Autismus ausmachen. Oft besteht beides: Je nach Metaanalyse haben etwa 28 % (Lai u. a. 2019) bis 40 % (Rong u. a. 2021) der autistischen Menschen auch ADHS. Mehr dazu unter Autismus bei Frauen und AuDHD bei Frauen.

8. Checkliste fürs Erstgespräch

Im Gespräch in der Praxis fällt dir vieles nicht ein, was dich im Alltag beschäftigt. Dabei stützt sich die Diagnose bei Erwachsenen laut S3-Leitlinie vor allem auf genau dieses Gespräch. Wenn möglich, sollen Fachleute zusätzlich Menschen befragen, die dich gut kennen. Schreib deshalb vorher auf, was dir wichtig ist. Druck dir diese Liste aus oder mach einen Screenshot.

Heute

  • Welche Merkmale aus Abschnitt 2 und 3 passen? Zu jedem ein Beispiel aus den letzten Wochen.
  • Wo zeigt es sich: im Job oder Studium, zu Hause, in Beziehungen, in der Freizeit?
  • Welche Folgen hat es: verpasste Fristen, Streit, Mahnungen, Geldverluste, Erschöpfung?
  • Wie gleichst du aus, und was kostet dich das? (Abschnitt 5)
  • Wie schläfst du? Die britischen Fachleute raten, Schlafprobleme genau anzuschauen, weil sie mit ADHS oder mit Angst zusammenhängen können.

Früher

  • Zeugnisse, Schulberichte und alte Hefte, falls noch vorhanden.
  • Deine Antworten auf die Rückblick-Fragen aus Abschnitt 6.
  • Namen von Menschen, die mitkommen oder einen Fragebogen über dich ausfüllen könnten.
  • Wann es schwerer wurde: Schulwechsel, Ausbildung, Auszug, neuer Job, Familie.

Drumherum

  • Frühere Diagnosen und Behandlungen, auch solche, die kaum etwas gebracht haben.
  • Medikamente und Substanzen. Laut WHO können manche Mittel ADHS-ähnliche Anzeichen auslösen, etwa bronchienerweiternde Asthma-Mittel oder Schilddrüsenhormone. Auch Alkohol und Cannabis gehören ehrlich auf die Liste.
  • Wenn dir ein Zyklusmuster auffällt: Notizen über mindestens zwei Zyklen.
  • ADHS oder ähnliche Muster in deiner Familie. ADHS liegt laut WHO oft in der Familie.
  • Deine eigenen Fragen, zum Beispiel welche Fragebögen genutzt werden und wie es danach weitergeht.

Wer in Deutschland die Diagnose stellen darf und wie du an einen Termin kommst, erklärt der Ratgeber ADHS bei Frauen.

9. Was ein Selbsttest kann und was nicht

Ein Online-Test kann dir helfen, deine Erfahrungen in Worte zu fassen und das Gespräch in der Praxis vorzubereiten. Eine Diagnose ersetzt er nicht. Laut S3-Leitlinie sind Fragebögen hilfreich, eine Diagnose darf aber nicht nur auf ihnen aufbauen.

Was Frauen über Fragebögen wissen sollten

Die britische Expertengruppe nennt drei Punkte:

Welche Verfahren Fachleute in Deutschland nutzen

Die S3-Leitlinie führt eine Liste deutschsprachiger Verfahren, die wissenschaftlich untersucht wurden (Stand der Liste: 2015). Für Erwachsene stehen dort unter anderem die Homburger ADHS-Skalen (HASE). Dazu gehören ein Selbstbeurteilungsbogen, das Wender-Reimherr-Interview und die Kurzform der Wender-Utah-Rating-Scale (WURS-k), die rückblickend nach der Kindheit fragt. Außerdem nennt die Liste die Conners-Skalen (CAARS), das ADHS-Screening für Erwachsene (ADHS-E) und den Kölner ADHS-Test für Erwachsene (KATE). Solche Verfahren wertet eine Fachperson zusammen mit dem Gespräch aus.

Unser Selbsttest

Unser kostenloser ADHS-Selbsttest hat 20 Fragen mit vier Antwortstufen von „fast nie“ bis „fast immer“. Er ist ein eigenes Werkzeug und kein geprüftes Messinstrument. Er hat keine Normwerte, auch keine für Frauen, und er stellt keine Diagnose. Nutze ihn, um deine Antworten zu sortieren und ins Erstgespräch mitzunehmen.

Ein niedriges Ergebnis heißt nicht, dass du sicher kein ADHS hast, wenn du dich auf dieser Seite trotzdem wiederfindest. Ein hohes Ergebnis heißt nicht, dass du ADHS hast. Beides klärt nur eine fachliche Diagnostik.

20 Fragen. Einzelne Fragen kannst du überspringen, für ein Ergebnis brauchst du mindestens 8 Antworten.

Zum ADHS-Selbsttest

10. Häufige Fragen

Was sind typische ADHS-Symptome bei Frauen?

Typisch sind vor allem Anzeichen der Unaufmerksamkeit: Gedanken schweifen ab, Kleinigkeiten lenken ab, Termine und Dinge gehen verloren, Planen fällt schwer, Aufgaben bleiben halb fertig. Die Unruhe spüren erwachsene Frauen oft eher innen als sichtbar. Häufig kommen heftige Gefühle und wenig Geduld bei Frust dazu. Diese gehören aber nicht zu den offiziellen Kriterien. Laut WHO haben Frauen häufiger unaufmerksame Symptome als Männer.

Woran merkt man ADHS als erwachsene Frau im Alltag?

Oft an vielen Kleinigkeiten, die sich summieren: Rechnungen bleiben liegen, der Schlüssel ist weg, im Meeting rauscht die Hälfte vorbei, die Wäsche wird nie ganz fertig. Manche Frauen gleichen das lange mit Listen, Weckern oder Nachtschichten aus. Auf ADHS weist es hin, wenn solche Schwierigkeiten seit der Kindheit bestehen, in mehreren Lebensbereichen auftreten und dich deutlich einschränken.

Welche ADHS-Typen gibt es bei Frauen?

Eigene Typen nur für Frauen gibt es nicht. DSM-5 und ICD-11 unterscheiden drei Erscheinungsbilder: kombiniert, vorwiegend unaufmerksam oder vorwiegend hyperaktiv-impulsiv. Laut einer britischen Expertengruppe ist das unaufmerksame Bild in Studien aus der Allgemeinbevölkerung bei Mädchen häufiger als bei Jungen. Welches Bild im Vordergrund steht, kann sich laut WHO im Laufe des Lebens ändern.

Ist innere Unruhe ein ADHS-Symptom?

Sie kann eines sein. Das DSM-5 hält fest, dass sich Hyperaktivität bei Jugendlichen und Erwachsenen auf ein Gefühl von Unruhe beschränken kann. Die WHO spricht bei Erwachsenen von körperlicher Rastlosigkeit und davon, dass Stillsitzen unangenehm ist. Innere Unruhe gibt es aber auch bei Angst, Depression oder Stress. Für ADHS zählt, ob sie seit der Kindheit besteht und zusammen mit anderen Merkmalen auftritt.

Gehören Kränkbarkeit und RSD zu den ADHS-Symptomen?

Nicht offiziell. Heftige Gefühle und wenig Frusttoleranz sind laut WHO bei ADHS häufig, stehen aber nicht in den Kriterien. Den Begriff RSD für starken Schmerz nach Kritik oder Ablehnung gibt es weder unter den 18 DSM-5-Merkmalen noch in den WHO-Leitlinien zur ICD-11. Eine Befragung von Jugendlichen in Deutschland fand bei mehr ADHS-Symptomen auch mehr Empfindlichkeit für Zurückweisung. Wir haben zu dem Thema aber nur wenige Studien gefunden.

Können ADHS-Symptome im Zyklus schwanken?

Manche Frauen erleben das so. Die Studien dazu sind klein und kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, in welcher Zyklusphase die Anzeichen am stärksten sind. Ein festes Muster, das für alle gilt, gibt es nach heutigem Stand nicht. Notiere deine Anzeichen über mindestens zwei Zyklen. So erkennst du dein eigenes Muster, und eine Fachperson kann es von einer PMDS unterscheiden.

Wie unterscheide ich ADHS von Angst oder Depression?

Entscheidend ist das Muster. ADHS-Anzeichen bestehen seit der Kindheit und hängen nicht an Stimmung oder Energie. Bei einer Angststörung ziehen Sorgen die Aufmerksamkeit ab, oft vor allem in Situationen, die Angst machen. Bei einer Depression sinkt die Konzentration mit der Stimmung, meist in Phasen, die einen Anfang und ein Ende haben. Alle drei können gleichzeitig bestehen. Das auseinanderzuhalten ist Aufgabe der Diagnostik.

Ist es ADHS oder Burnout?

Burnout beschreibt die WHO in der ICD-11 als Folge von chronischem Stress im Job, nicht als Krankheit. Es zeigt sich als Erschöpfung, innere Distanz zur Arbeit und das Gefühl, nichts mehr zu schaffen. ADHS-Anzeichen gibt es dagegen seit der Kindheit und auch außerhalb der Arbeit, etwa zu Hause oder in Beziehungen. Beides schließt sich nicht aus.

Ich erkenne mich in den ADHS-Symptomen wieder. Was kann ich tun?

Sammle Beispiele aus deinem heutigen Alltag und aus deiner Kindheit, such alte Zeugnisse heraus und sprich mit Menschen, die dich lange kennen. Die Checkliste fürs Erstgespräch auf dieser Seite hilft dabei. Mit diesen Notizen kannst du eine Diagnostik anfragen. Wer die Diagnose stellen darf und wie du an einen Termin kommst, steht in unserem Ratgeber ADHS bei Frauen. Ein Selbsttest kann beim Sortieren helfen, ersetzt die Diagnostik aber nicht.

Was stresst Menschen mit ADHS besonders?

Das ist sehr unterschiedlich. Die WHO nennt Situationen, in denen ADHS-Anzeichen oft deutlicher werden. Dazu gehören Aufgaben, die wenig Reiz bieten, und Lagen, in denen viel Selbstkontrolle verlangt wird. Auch in Gruppen fällt die Selbststeuerung oft schwerer als unter vier Augen. Eine britische Expertengruppe nennt außerdem Umbrüche wie Schulwechsel, Auszug oder Berufsstart, wenn gewohnte Strukturen wegfallen.

Quellen und Stand

Jede Zahl und jede Aussage über Kriterien auf dieser Seite haben wir an der jeweiligen Quelle geprüft. Wo eine Aussage nur von einem Fachgremium stammt oder Studien klein sind, sagen wir das im Text. Die Alltagsbeispiele sind unsere eigenen Illustrationen.

  1. Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Clinical Care for ADHD – DSM-5 criteria for ADHD diagnosis (Kurzfassung), aktualisiert und geprüft 30. 7. 2026. cdc.gov
  2. World Health Organization (2024). Clinical descriptions and diagnostic requirements for ICD-11 mental, behavioural and neurodevelopmental disorders (CDDR). Genutzt: 6A05 ADHS (S. 142–148), depressive Episode (S. 212–214), GA34.41 PMDS (S. 261–263), QD85 Burnout (S. 733 und 740). who.int
  3. Young, S. u. a. (2020). Females with ADHD: An expert consensus statement taking a lifespan approach providing guidance for the identification and treatment of attention-deficit/ hyperactivity disorder in girls and women. BMC Psychiatry, 20, 404. Expertenkonsens, Tabellen 1, 3 und 4. doi.org/10.1186/s12888-020-02707-9
  4. Shaw, P., Stringaris, A., Nigg, J. & Leibenluft, E. (2014). Emotion dysregulation in attention deficit hyperactivity disorder. American Journal of Psychiatry, 171, 276–293. doi.org/10.1176/appi.ajp.2013.13070966
  5. Beheshti, A., Chavanon, M.-L. & Christiansen, H. (2020). Emotion dysregulation in adults with attention deficit hyperactivity disorder: a meta-analysis. BMC Psychiatry, 20, 120. doi.org/10.1186/s12888-020-2442-7
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  16. TelefonSeelsorge Deutschland. telefonseelsorge.de

Stand: 17. Oktober 2026

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