1. Wer Autismus bei Erwachsenen diagnostizieren darf
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nennt für Erwachsene zwei Berufsgruppen: Fachärzt:innen für Psychiatrie und Psychotherapie und psychologische Psychotherapeut:innen. Für Kinder kommen noch die Kinder- und Jugendpsychiatrie, die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und speziell qualifizierte Kinderärzt:innen dazu.
Wichtig ist ein Zusatz des IQWiG: Wenn die Diagnostik in einer psychotherapeutischen Einrichtung stattfindet, „müssen immer auch speziell qualifizierte Ärztinnen oder Ärzte eingebunden werden“. Die deutsche S3-Leitlinie zur Autismus-Diagnostik geht für Erwachsene in dieselbe Richtung. Sie empfiehlt, eine Fachärztin oder einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (oder für Nervenheilkunde) an der Diagnose zu beteiligen.
Ein Hinweis zu den Begriffen: „Autismus-Ambulanz“ oder „Spezialsprechstunde“ beschreibt einen Ort, keinen Beruf. Hausärzt:innen können einen ersten Verdacht aufnehmen und überweisen, stellen die Diagnose aber nicht selbst. Coaches, Heilpraktiker:innen und Online-Tests können es ebenfalls nicht.
Die S3-Leitlinie stammt von 2016. Laut der Fachgesellschaft DGKJP galt sie bis April 2021, eine Überarbeitung ist angemeldet. Eine neue Fassung gab es am 13. Oktober 2026 noch nicht. Die Empfehlungen sind trotzdem die Grundlage, auf die sich Kliniken und Fachartikel beziehen.
2. Der Einstieg: Hausarzt, Facharzt oder Sprechstunde
Die S3-Leitlinie sieht zwei Stufen vor. Zuerst klärt eine Fachperson ab, ob der Verdacht begründet ist. Erhärtet er sich, geht es an eine spezialisierte Stelle mit der vollständigen Diagnostik. Für die erste Stufe hast du drei Möglichkeiten.
Weg A: über die Hausarztpraxis
Du schilderst deinen Verdacht und bittest um eine Überweisung in eine psychiatrische Praxis. Das IQWiG nennt die Hausarztpraxis als möglichen ersten Schritt, aber nicht als Pflicht. Der Vorteil: Mit einer Überweisung kann dir die Terminservicestelle 116117 einen Facharzttermin vermitteln. Die Wartezeit auf diesen Termin darf laut § 75 SGB V vier Wochen nicht überschreiten. Das gilt für den ersten Facharzttermin, nicht für einen Platz in einer Autismus-Spezialambulanz.
Weg B: direkt in eine psychiatrische Praxis
Du darfst dir deine Fachärztin oder deinen Facharzt frei aussuchen (§ 76 SGB V). Eine Überweisung brauchst du dafür nicht. Frag schon beim Anruf, ob die Praxis Erwachsene mit Autismus-Verdacht annimmt. Laut den Berliner Fachleuten, die wir weiter unten öfter zitieren, lehnen viele ambulant tätige Behandler:innen solche Anfragen ab, weil sie sich nicht ausreichend geschult fühlen. Eine psychiatrische Praxis kann den Verdacht aber prüfen und an eine Spezialstelle überweisen. Genau diese fachärztliche Überweisung verlangen spezialisierte Stellen laut autismus Deutschland in der Regel.
Weg C: über die psychotherapeutische Sprechstunde
Für eine psychotherapeutische Sprechstunde brauchst du keine Überweisung. Auch das steht in § 75 SGB V, und die 116117 vermittelt solche Termine. Eine Gruppe von Autismus-Fachleuten der Humboldt-Universität zu Berlin schrieb 2025 im Psychotherapeutenjournal, dass sich eine Autismus-Diagnostik grundsätzlich im Rahmen von Sprechstunden, probatorischen Sitzungen und Testdiagnostik umsetzen lässt. In der Praxis haben aber viele Psychotherapeut:innen wenig Erfahrung mit Autismus bei Erwachsenen. In einer Befragung von 498 Psychotherapeut:innen in Deutschland berichteten viele, dass sie dazu kaum ausgebildet wurden. Frag also vorher, ob die Praxis diese Diagnostik anbietet.
Egal welcher Weg: Für die zweite Stufe zählt, dass eine Fachperson deinen Verdacht schriftlich festhält. Die Berliner Spezialambulanz zum Beispiel nimmt nur Menschen an, deren Verdacht schon eine Fachperson aus Psychiatrie oder Psychotherapie bestätigt hat.
3. So findest du eine Stelle in deiner Region
Viele suchen nach „Autismus-Diagnostik Erwachsene“ plus Stadt oder Bundesland, etwa NRW, Köln, Berlin oder Hamburg. Eine Adressliste geben wir bewusst nicht. Sie wäre schnell veraltet: Am 13. Oktober 2026 nahm die Autismus-Sprechstunde für Erwachsene am Uniklinikum Tübingen keine neuen Anmeldungen an. Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim schreibt, dass es neue Anfragen voraussichtlich erst ab März 2027 annehmen kann. Auch der Bundesverband autismus Deutschland nennt derzeit keine konkreten Adressen. Er schreibt, die Wartelisten seien „nahezu überall geschlossen“ und viele Kliniken nähmen nur noch Menschen aus ihrer Region an.
Diese Arten von Stellen klären Erwachsene ab:
- Psychiatrische Kliniken und Institutsambulanzen, oft an Unikliniken als „Spezialsprechstunde Autismus“
- Praxen für Psychiatrie und Psychotherapie, die sich auf Autismus spezialisiert haben
- Praxisverbünde und medizinische Versorgungszentren (MVZ) mit psychiatrischem Schwerpunkt
Autismustherapiezentren helfen laut autismus Deutschland vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Für die Suche nach einer Stelle für Erwachsene empfiehlt der Verband diese Anlaufstellen:
- deine Krankenkasse (frag gezielt nach Vertragspartnern für Autismus-Diagnostik bei Erwachsenen)
- die Ärztekammer und die Psychotherapeutenkammer deines Bundeslandes
- eine EUTB-Beratungsstelle (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) in deiner Nähe
Wenn du eine Stelle anrufst oder anschreibst, kläre diese Punkte:
- Nehmt ihr Erwachsene an – und gibt es eine Altersgrenze? (Das ZI Mannheim nimmt zum Beispiel nur Erwachsene bis 35 Jahre.)
- Ist die Warteliste offen? Gibt es ein Einzugsgebiet?
- Welche Überweisung braucht ihr – von wem und wie aktuell?
- Welche Unterlagen soll ich vorher schicken?
- Rechnet ihr über die gesetzliche Krankenkasse ab?
Das ZI Mannheim nimmt Anmeldungen zum Beispiel telefonisch an. Wenn dir Telefonate schwerfallen, frag per E-Mail, ob auch eine schriftliche Anmeldung geht. Notiere dir, wo du wann angefragt hast. Tübingen etwa kündigt auf seiner Website an, wenn die Anmeldung wieder möglich ist – es lohnt sich also, solche Seiten regelmäßig zu prüfen.
4. Ablauf der Diagnostik Schritt für Schritt
Jede Stelle arbeitet etwas anders. Die Bausteine sind aber ähnlich, weil sich die meisten an der S3-Leitlinie orientieren. Feste Zahlen zu Stunden oder Terminen gibt es nicht. Das IQWiG schreibt nur, dass die Diagnostik bei Erwachsenen ähnlich umfangreich ist wie bei Kindern und Zeit braucht.
- Anmeldung und Fragebögen. Viele Stellen schicken dir nach der Anmeldung Fragebögen. Das ZI Mannheim etwa verlangt mit der Anmeldung ausgefüllte Fragebögen, frühere Befunde und Kopien der Grundschulzeugnisse.
- Vorgespräche. Oft prüft die Stelle zuerst, ob eine Spezialdiagnostik gerade sinnvoll ist oder ob etwas anderes im Vordergrund steht, zum Beispiel eine Depression. Am ZI Mannheim sind dafür zwei Voruntersuchungen vorgesehen. Danach bekommst du entweder einen Termin für die ausführliche Diagnostik oder Empfehlungen für andere nächste Schritte.
- Anamnese über dein ganzes Leben. Die Fachperson fragt nach sozialen Kontakten, Kommunikation, Interessen, Routinen und Reizempfinden – heute und früher. Die ersten Anzeichen zeigen sich laut den Berliner Fachleuten typischerweise schon im Alter von etwa vier bis fünf Jahren. Darum geht es auch um Kindergarten und Grundschule.
- Fremdanamnese. Eine Person, die dich seit deiner Kindheit kennt, beschreibt, wie du als Kind warst. Oft sind das Eltern oder Geschwister. Partner:innen oder Freund:innen können ergänzen, wie dein Alltag heute aussieht.
- Beobachtung. Die Fachperson achtet darauf, wie du im Gespräch reagierst. Dazu zählt auch, wie du Kontakt aufnimmst und Fragebögen bearbeitest. Manchen fällt es zum Beispiel schwer, Antworten anzukreuzen, weil die Optionen ungenau wirken. Andere schreiben lieber ausführliche E-Mails. Beides kann laut den Berliner Fachleuten diagnostisch etwas aussagen.
- Andere Erklärungen prüfen. Autistische Erwachsene haben oft zusätzlich andere psychische Diagnosen. Gleichzeitig können Depressionen, Angst- oder Persönlichkeitsstörungen ähnlich aussehen. Die Berliner Fachleute empfehlen, diese Bereiche mit strukturierten klinischen Interviews abzufragen. Bei Bedarf kommt eine körperliche oder neurologische Untersuchung dazu.
- Alltag und Belastung. Eine Diagnose verlangt, dass die Merkmale dein Leben spürbar beeinträchtigen. Darum geht es auch um Ausbildung, Arbeit, Wohnen und Beziehungen.
- Abschlussgespräch und Befund. Die Fachperson bespricht mit dir das Ergebnis und mögliche Hilfen. Danach bekommst du einen schriftlichen Befund. Mehr dazu in Abschnitt 10.
Die Leitlinie empfiehlt, die Diagnose im Team zu stellen. Die Berliner Fachleute halten das für erfahrene Diagnostiker:innen nicht für zwingend. Sie raten bei unklaren Fällen zu Zweitmeinungen, Fallbesprechungen und Supervision. Hier sind sich Fachleute also nicht ganz einig.
5. Fragebögen, ADOS und Interviews: was sie leisten
Viele erwarten einen festen „Autismus-Test“, der am Ende Ja oder Nein sagt. So etwas gibt es nicht. Die S3-Leitlinie hält fest, dass sich eine Diagnose allein mit Screening-Fragebögen weder stellen noch ausschließen lässt.
- Fragebögen wie der AQ oder die RADS-R (die deutsche Fassung der RAADS-R) können einen Verdacht stützen. Für Erwachsene mit Verdacht ist die Trefferschärfe des AQ aber gering: Er schlägt auch bei vielen Menschen an, die nicht autistisch sind. Einen Vergleich der gängigen Fragebögen mit Studienzahlen findest du in unserem Autismus-Test.
- Interviews mit Angehörigen wie das ADI-R und Beobachtungsverfahren wie die ADOS-2 wurden ursprünglich für Kinder entwickelt. Für Erwachsene empfiehlt die Leitlinie derzeit kein bestimmtes Interview und kein bestimmtes Beobachtungsverfahren. In der einzigen Studie, die die Leitlinie zum ADOS-Modul für Erwachsene fand, erkannte es 61 % der autistischen Teilnehmenden und ordnete 71 % der übrigen richtig ein.
- Masking-Fragebögen wie der CAT-Q erfassen, wie stark du autistische Merkmale überspielst. Die deutsche Fassung wird noch geprüft. Masking ist außerdem nicht autismusspezifisch: Auch viele Menschen, die in der Berliner Spezialambulanz keine Autismus-Diagnose bekommen, berichten davon.
Die Berliner Fachleute halten ADOS und ADI-R deshalb nicht für zwingend. Unverzichtbar sind für sie eine Fremdanamnese, möglichst mit Bezug zur Kindheit, und eine strukturierte Beobachtung. Wenn eine Stelle ohne ADOS arbeitet, ist das also kein Qualitätsmangel.
Für die Wartezeit
Ordne deine Beobachtungen vorab
Unser kostenloser Autismus-Selbsttest hilft dir, Beispiele aus deinem Alltag zu sammeln, die du ins Erstgespräch mitnehmen kannst. Er ist kein geprüftes Messinstrument und stellt keine Diagnose.
Zum Autismus-Selbsttest6. Was du vorbereiten kannst
Die Wartezeit ist lang. Du kannst sie nutzen, um Material zu sammeln. Das macht die Termine für dich ruhiger und gibt der Fachperson ein genaueres Bild.
Unterlagen aus der Kindheit
- Grundschulzeugnisse. Früher standen dort oft Sätze zum Verhalten. Die Berliner Fachleute nennen als typische Beispiele Formulierungen wie „sehr zurückhaltend im Kontakt“ oder ein großes Gerechtigkeitsempfinden, bei dem ein Kind Regelverstöße empört meldete.
- Berichte aus Kindergarten oder Schule, Arztbriefe, frühere Testergebnisse.
- Alte Befunde aus Psychiatrie, Psychotherapie oder Klinikaufenthalten.
Eine Person, die dich als Kind kannte
Frag früh, ob ein Elternteil, ein Geschwister oder eine andere vertraute Person für ein Gespräch bereit ist. Gibt es niemanden mehr, oder erinnern sich deine Eltern kaum, ist eine Diagnose trotzdem möglich. Das betont die Leitlinie ausdrücklich. Die Fachperson bewertet dann, wie verlässlich die vorhandenen Angaben sind.
Deine eigenen Notizen
Schreib konkrete Beispiele auf, keine allgemeinen Sätze. Statt „Ich mag keine Partys“ besser: „Nach der Geburtstagsfeier am Samstag konnte ich am Sonntag nichts mehr machen.“ Hilfreich sind Notizen zu diesen Fragen:
- Wie bereitest du dich auf Gespräche, Telefonate oder Treffen vor? Nutzt du feste Sätze oder Skripte?
- Wie lange brauchst du danach, um dich zu erholen?
- Welche Geräusche, Lichter, Gerüche oder Stoffe stören dich stark?
- Was passiert, wenn Pläne sich kurzfristig ändern?
- Welche Interessen begleiten dich seit Jahren, und wie intensiv?
- Welche Diagnosen und Behandlungen hattest du schon, und was hat geholfen?
Die Frage nach dem Vorbereiten und Erholen ist kein Zufall. Wer stark maskiert, wirkt im Gespräch oft unauffällig. Die Berliner Fachleute raten deshalb, gezielt nach solchen Strategien zu fragen und danach, ob sie zu Erschöpfung, körperlichen Beschwerden oder Rückzug führen. Mehr zum Thema findest du im Ratgeber Masking bei Autismus. Als Gedankenstütze eignet sich auch unsere Checkliste autistischer Merkmale.
7. Wenn es dir gerade sehr schlecht geht
Vielleicht suchst du die Diagnostik gerade, weil du erschöpft bist, eine Depression hast oder nicht mehr arbeiten kannst. Dann solltest du eine Sache wissen: Wenn eine schwere Depression oder eine andere akute Erkrankung sehr ausgeprägt ist, lässt sich Autismus manchmal nicht zuverlässig beurteilen. Die Berliner Fachleute empfehlen dann, zuerst die akute Erkrankung zu behandeln. Bei starken Hinweisen kann eine Verdachtsdiagnose gestellt und später überprüft werden.
Das heißt auch: Du musst nicht auf die Autismus-Diagnose warten, um Hilfe zu bekommen. Eine Depression sollte parallel abgeklärt und behandelt werden. Eine Behandlung kann laut den Berliner Fachleuten in den meisten Fällen schon beginnen, bevor die Autismus-Frage geklärt ist. Wenn hinter deiner Erschöpfung ein autistischer Burnout stecken könnte, lies unseren Ratgeber zum autistischen Burnout.
Wenn du an Suizid denkst: Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. In akuter Gefahr wähle die 112.
8. Kosten: Krankenkasse, privat versichert, Selbstzahler
Gesetzlich versichert
Eine Diagnostik in anerkannten Kliniken und Zentren übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Das schreibt autismus Deutschland. Für dich fallen dann keine Kosten für die Diagnostik an. In der Regel brauchst du dafür die fachärztliche Überweisung aus Abschnitt 2.
Privat versichert
Ob und in welcher Höhe die Kosten erstattet werden, hängt von deinem Tarif ab. Lass dir das vor dem ersten Termin schriftlich bestätigen.
Als Selbstzahler:in
Wegen der Wartezeiten denken viele über eine private Diagnostik nach. Hier gibt es zwei Probleme. Erstens: Laut autismus Deutschland werden „Angebote auf Selbstzahlerbasis“ „zunehmend nicht mehr offiziell anerkannt“. Zweitens: Das Kostenerstattungsverfahren nach § 13 Abs. 3 SGB V ist für Psychotherapie gedacht, wenn du trotz unzumutbarer Wartezeit keinen Kassenplatz findest. Für eine Diagnostik klappt das nach Kenntnis des Verbands nur äußerst selten. Rechne also damit, die Kosten selbst zu tragen.
Verlässliche Preise nennen weder Krankenkassen noch Verbände oder Behörden. Wir nennen deshalb keine Zahlen. Bevor du zusagst, frag diese Punkte und lass dir die Antworten schriftlich geben:
- Wer stellt die Diagnose – mit welcher Approbation oder Facharztbezeichnung?
- Ist eine Ärztin oder ein Arzt beteiligt? (Das IQWiG verlangt das bei psychotherapeutischer Diagnostik.)
- Welche Bausteine der S3-Leitlinie gehören dazu: Fremdanamnese, Beobachtung, Prüfung anderer Diagnosen?
- Was kostet alles zusammen, inklusive schriftlichem Befund?
- Enthält der Befund einen ICD-10-GM-Code und eine Unterschrift?
Ob ein privater Befund später für eine Behörde reicht, entscheidet die jeweilige Stelle. Beim Antrag auf einen Grad der Behinderung prüft zum Beispiel das Versorgungsamt die Unterlagen selbst.
9. Autismus-Diagnose online: was geht und was nicht
Nach „Autismus-Diagnostik online“ wird oft gesucht. Hier muss man zwei Dinge trennen.
Online-Tests sind keine Diagnose. Das IQWiG schreibt: „Selbsttests im Internet können eine Diagnose durch Fachleute nicht ersetzen, aber unnötig verunsichern.“ Das gilt auch für unseren eigenen Selbsttest. Er hilft dir beim Sortieren, mehr nicht.
Diagnostik per Video ist eine andere Frage. Zur Diagnostik gehören laut Leitlinie und Fachleuten eine direkte Beobachtung und, wenn nötig, eine körperliche oder neurologische Untersuchung. Die Untersuchung geht per Video nicht. Ob und welche Gespräche per Video ausreichen, regelt keine Quelle, die wir finden konnten. Wenn ein Anbieter eine Diagnose komplett online verspricht, frag nach, welche Schritte vor Ort stattfinden, wer die Untersuchung macht und wer den Befund unterschreibt.
10. Der Befund: Codes, Formulierungen, deine Rechte
In Deutschland gilt für Diagnosen weiter die ICD-10-GM. Die neuere ICD-11 ist international seit 2022 in Kraft. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wird ihre Einführung in Deutschland aber noch mehrere Jahre dauern. Bis dahin bleibt die ICD-10-GM die amtliche Klassifikation. Auf deinem Befund steht also meist einer dieser Codes:
- F84.0 Frühkindlicher Autismus – die Entwicklung ist schon vor dem dritten Lebensjahr auffällig.
- F84.1 Atypischer Autismus – der Beginn liegt später, oder nicht alle Bereiche sind betroffen.
- F84.5 Asperger-Syndrom – ohne allgemeine Verzögerung von Sprache und Denken in der Kindheit.
Die Berliner Spezialambulanz vergibt bei Erwachsenen meist F84.5, schreibt in den Befund aber „Autismus-Spektrum-Störung (Asperger-Syndrom)“. So passt der Text zu den neuen Kriterien und der Code zur Abrechnung. Mehr zur Geschichte des Begriffs liest du im Ratgeber zum Asperger-Syndrom.
Manchmal reicht es nicht für eine Diagnose, aber es gibt deutliche autistische Züge. Die Berliner Fachleute schlagen vor, das offen zurückzumelden und zu verschlüsseln, zum Beispiel mit Z73. Diese Gruppe der ICD-10-GM umfasst unter anderem die „Akzentuierung von Persönlichkeitszügen“. So wissen spätere Behandler:innen Bescheid.
Wir schreiben im Text übrigens „Autismus“ und nicht „Autismus-Spektrum-Störung“, außer wir zitieren die Klassifikation. Viele autistische Menschen sehen Autismus als eine andere Art, wahrzunehmen und zu denken. Medizin und Recht sprechen dagegen von Störung oder Behinderung. Beides steht nebeneinander.
Dein Recht auf den Befund
Du darfst deine vollständige Patientenakte einsehen und Kopien verlangen. Die erste Kopie ist kostenlos (§ 630g BGB). Lies den schriftlichen Befund in Ruhe. Prüf, ob deine Angaben richtig wiedergegeben sind, und frag nach, wenn etwas unklar ist.
11. Wenn kein Autismus herauskommt
Eine Diagnostik ist ergebnisoffen. autismus Deutschland weist darauf hin, dass am Ende auch eine andere oder gar keine Diagnose stehen kann. Wie oft das passiert, zeigen zwei Zahlen. Laut der älteren S3-Leitlinie bekamen je nach Studie 30 bis 70 % der Menschen, die an spezialisierte Stellen überwiesen wurden, eine Autismus-Diagnose. In der Berliner Spezialambulanz bestätigte sich der Verdacht zuletzt in etwa 40 % der Fälle. Die übrigen bekamen dort meist andere Diagnosen aus dem psychischen Bereich.
Häufige andere Erklärungen bei Erwachsenen sind laut den Berliner Fachleuten chronische Depressionen, soziale Phobie, Zwangsstörungen, ADHS und Persönlichkeitsstörungen. Die Grenze ist nicht immer scharf. Viele autistische Erwachsene haben zusätzlich eine weitere Diagnose. Wie sich Autismus von ähnlichen Bildern unterscheidet, erklärt der Ratgeber zu Autismus-Symptomen.
Wenn du mit dem Ergebnis nicht einverstanden bist:
- Lass dir erklären, welche Kriterien aus Sicht der Fachperson fehlen und welche andere Erklärung sie sieht.
- Prüf im schriftlichen Befund, ob deine Kindheit und deine Strategien zum Überspielen berücksichtigt wurden.
- Hol eine Zweitmeinung ein, am besten bei einer Stelle mit Erfahrung bei Erwachsenen.
- Kümmere dich um Hilfe für das, was dich belastet – egal unter welchem Namen.
Und wenn du dich trotzdem als autistisch verstehst? Hier gehen die Meinungen auseinander. Das IQWiG schreibt: „Auf keinen Fall sollte man eine Selbstdiagnose stellen.“ Die Berliner Fachleute sehen das differenzierter. Für viele Menschen sei die Selbstverortung entlastend und „nicht per se problematisch“. Ob eine falsche Selbstzuordnung schadet, sei bislang nicht systematisch untersucht. Klar ist nur: Rechte wie ein Grad der Behinderung setzen ärztliche Unterlagen voraus.
12. Frauen und AuDHD: worauf du achten kannst
Frauen und weiblich sozialisierte Menschen
Laut IQWiG wird Autismus bei Menschen mit weniger auffälligen Merkmalen oft sehr spät erkannt, und das „betrifft Frauen häufiger“. Die S3-Leitlinie geht von etwa zwei bis drei autistischen Männern pro Frau aus. Sie hält es für möglich, dass Autismus bei Frauen seltener und später erkannt wird, etwa weil sie sprachlich und sozial oft geschickter wirken oder zurückhaltende Mädchen als „schüchtern“ gelten. Eine Metaanalyse mit 54 Studien kommt auf ein Verhältnis näher an 3 zu 1 und spricht von einer Verzerrung in der Diagnostik.
Die Berliner Fachleute raten, bei weiblich sozialisierten Menschen besonders genau hinzusehen, weil viele früh soziale Regeln übernehmen. Für dich heißt das: Bring Beispiele dafür mit, was dich das Anpassen kostet. Frag bei der Stellensuche, ob die Stelle Erfahrung mit Frauen und spät erkannten Erwachsenen hat. Mehr dazu im Ratgeber Autismus bei Frauen.
Autismus und ADHS zusammen (AuDHD)
In der ICD-10-GM steht bei den hyperkinetischen Störungen (F90) ein Ausschluss für tief greifende Entwicklungsstörungen (F84). Die ICD-11 erlaubt dagegen ausdrücklich, ADHS zusätzlich zu Autismus zu diagnostizieren. Für dich bedeutet das: Wenn du beides bei dir vermutest, sag es gleich am Anfang. Frag, ob die Stelle beides abklärt und wie sie im Befund damit umgeht. Den Ablauf einer kombinierten Abklärung beschreibt unser Ratgeber AuDHD-Diagnose.
13. Was die Diagnose bringt – und was nicht
Eine Diagnose ist keine Pflicht. Laut den Berliner Fachleuten kann sie entlasten, beim Verständnis der eigenen Person helfen und eine Psychotherapie besser strukturieren. Rechtlich öffnet sie einige Türen, aber nicht automatisch.
Grad der Behinderung (GdB)
Den GdB stellt das Versorgungsamt (je nach Bundesland eine andere Behörde) nur auf Antrag fest (§ 152 SGB IX). Für Autismus sehen die Versorgungsmedizinischen Grundsätze Spannen vor, die sich nach den sozialen Anpassungsschwierigkeiten richten:
| Soziale Anpassungsschwierigkeiten | GdB-Spanne |
|---|---|
| keine | 10–20 |
| leichte | 30–40 |
| mittlere | 50–70 |
| schwere | 80–100 |
Für den Antrag zählt, wie gut du ohne besondere Unterstützung in Arbeit und Alltag zurechtkommst. Begleitende Erkrankungen werden gesondert bewertet. Leg dem Antrag deshalb den vollständigen Befund bei und, wenn möglich, Berichte, die deinen Alltag beschreiben.
Arbeit
- Das AGG schützt vor Benachteiligung wegen einer Behinderung. Einen bestimmten GdB setzt es nicht voraus.
- Ab einem GdB von 50 giltst du als schwerbehindert (§ 2 SGB IX). Mit 30 oder 40 kannst du bei der Bundesagentur für Arbeit eine Gleichstellung beantragen, wenn du sie für einen passenden Arbeitsplatz brauchst.
- Erst dann greifen besondere Rechte. Ein Beispiel: Eine Kündigung braucht vorher die Zustimmung des Integrationsamts (§ 168 SGB IX). Ein GdB von 20 reicht dafür nicht.
Studium
Prüfungsordnungen müssen laut § 16 Hochschulrahmengesetz die besonderen Belange behinderter Studierender berücksichtigen. Wie ein Nachteilsausgleich konkret aussieht, regelt deine Hochschule. Die Beauftragten für Studierende mit Behinderung helfen beim Antrag.
Versicherungen
Die gesetzliche Krankenkasse richtet deinen Beitrag nach dem Einkommen, nicht nach Diagnosen (§ 3 SGB V). Anders ist es, wenn du eine private Kranken-, Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherung abschließen willst. Dann musst du Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten, die der Versicherer in Textform stellt (§ 19 VVG). Lies die Fragen genau und lass dich im Zweifel unabhängig beraten.
14. Nach der Diagnose
Laut IQWiG geht es für Erwachsene zuerst darum, die Diagnose zu verstehen und einzuordnen. Eine Übersichtsarbeit von 2020 fand, dass viele Erwachsene nach der Diagnose starke Gefühle erleben. Gleichzeitig gibt es wenig Angebote für die Zeit danach. Diese Möglichkeiten sind belegt:
- Selbsthilfe. In Deutschland gibt es knapp 100 Selbsthilfegruppen für autistische Menschen. Die Berliner Fachleute beschreiben sie als niedrigschwellige erste Anlaufstelle.
- Psychotherapie für begleitende Themen wie Depression oder Angst. Spezialisierte Plätze sind allerdings rar.
- Autismustherapie. Für Erwachsene läuft sie meist über die Eingliederungshilfe (soziale Teilhabe), seltener über die Bundesagentur für Arbeit. Laut autismus Deutschland ist das für Erwachsene oft schwerer durchzusetzen als für Kinder. Den Antrag stellst du, bevor die Therapie beginnt.
- Unterstützung im Studium, zum Beispiel eine Studienbegleitung über die Eingliederungshilfe.
Wie sich das Leben nach einer späten Diagnose anfühlen kann und wie andere damit umgehen, beschreibt unser Ratgeber Späte Autismus-Diagnose. Wenn du noch ganz am Anfang stehst und erst herausfinden willst, ob Autismus zu dir passt, lies Autismus bei Erwachsenen: wie er sich zeigt.
15. Häufige Fragen
Wie kann man Autismus bei Erwachsenen feststellen?
Nur durch eine fachliche Diagnostik über mehrere Termine. Dazu gehören ausführliche Gespräche über dein Leben seit der Kindheit, wenn möglich Angaben von Menschen, die dich als Kind kannten, eine direkte Beobachtung deines Verhaltens und die Prüfung, ob andere Ursachen besser passen. Fragebögen und Online-Tests können einen Verdacht stützen, aber keine Diagnose stellen oder ausschließen. Das sagt auch die deutsche S3-Leitlinie zur Autismus-Diagnostik.
Wie läuft eine Autismus-Diagnose bei Erwachsenen ab?
Meist so: Erstgespräch in einer Facharzt- oder Psychotherapiepraxis, dann Überweisung an eine spezialisierte Stelle. Dort folgen oft Vorgespräche, in denen geprüft wird, ob gerade etwas anderes im Vordergrund steht. In der eigentlichen Diagnostik geht es um deine Entwicklung, deinen heutigen Alltag, Angaben von Angehörigen, Beobachtung und andere mögliche Diagnosen. Am Ende stehen ein Abschlussgespräch und ein schriftlicher Befund. Wie viele Termine es sind, legt jede Stelle selbst fest.
Wer darf in Deutschland Autismus bei Erwachsenen diagnostizieren?
Laut IQWiG Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie sowie psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Findet die Diagnostik in einer psychotherapeutischen Einrichtung statt, muss immer auch eine speziell qualifizierte Ärztin oder ein Arzt eingebunden sein. Die S3-Leitlinie empfiehlt bei Erwachsenen, eine Fachärztin oder einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder für Nervenheilkunde zu beteiligen.
Brauche ich eine Überweisung für die Autismus-Diagnostik?
Für die erste Anlaufstelle nicht unbedingt: Du kannst direkt in eine psychiatrische Praxis gehen oder eine psychotherapeutische Sprechstunde buchen, die laut § 75 SGB V keine Überweisung braucht. Für spezialisierte Stellen ist laut autismus Deutschland in der Regel eine fachärztliche Überweisung nötig. Willst du über die 116117 einen Facharzttermin vermittelt bekommen, brauchst du ebenfalls eine Überweisung.
Zahlt die Krankenkasse die Autismus-Diagnose für Erwachsene?
Ja, wenn die Diagnostik in einer anerkannten Klinik, Ambulanz oder Kassenpraxis stattfindet. Das bestätigt der Bundesverband autismus Deutschland. Bei Selbstzahler-Angeboten ist Vorsicht nötig: Sie werden laut Verband zunehmend nicht mehr offiziell anerkannt. Eine Erstattung privater Diagnostik über das Kostenerstattungsverfahren gelingt nach seiner Kenntnis nur äußerst selten. Verlässliche Preise für Selbstzahler nennt keine offizielle Stelle.
Wie lange wartet man als Erwachsene:r auf eine Autismus-Diagnostik?
Oft sehr lange. autismus Deutschland schreibt (Stand August 2026), dass Erwachsene mit Wartezeiten von zwei Jahren und mehr rechnen müssen und die Wartelisten fast überall geschlossen sind. Das IQWiG spricht von teilweise mehr als einem Jahr. Am 13. Oktober 2026 nahm zum Beispiel die Autismus-Sprechstunde des Uniklinikums Tübingen keine neuen Anmeldungen an; das ZI Mannheim nimmt neue Anfragen voraussichtlich erst ab März 2027 entgegen.
Kann ich mich online auf Autismus diagnostizieren lassen?
Ein Online-Test ist keine Diagnose. Das IQWiG warnt ausdrücklich davor, Selbsttests aus dem Internet als Ersatz zu nehmen. Für eine echte Diagnostik verlangen Leitlinie und Fachleute unter anderem eine direkte Verhaltensbeobachtung und bei Bedarf eine körperliche oder neurologische Untersuchung. Ob und welche Teile per Video gehen, regelt keine Quelle, die wir gefunden haben. Frag einen Anbieter deshalb genau, welche Schritte vor Ort stattfinden und wer den Befund unterschreibt.
Was sind die 3 Hauptsymptome von Autismus?
Die in Deutschland gültige ICD-10-GM beschreibt beim frühkindlichen Autismus (F84.0) drei Bereiche: die soziale Interaktion, die Kommunikation und eingeschränktes, sich wiederholendes Verhalten. Die neuere ICD-11 fasst das in zwei Bereiche zusammen: soziale Kommunikation und Interaktion sowie eingeschränkte, sich wiederholende Verhaltensmuster und Interessen. Reizempfindlichkeit zählt dort ausdrücklich dazu. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber zu Autismus-Symptomen.
Was, wenn bei der Diagnostik kein Autismus herauskommt?
Das kommt oft vor und heißt nicht, dass deine Schwierigkeiten nicht echt sind. In einer Berliner Spezialambulanz bestätigte sich der Verdacht zuletzt bei etwa 40 Prozent der Menschen; die anderen bekamen dort meist eine andere psychische Diagnose. Häufige andere Erklärungen bei Erwachsenen sind zum Beispiel Depressionen, soziale Phobie oder ADHS. Lies den schriftlichen Befund, frag nach den Gründen und überleg, ob eine Zweitmeinung sinnvoll ist. Wichtig ist vor allem, dass du für deine Schwierigkeiten passende Hilfe bekommst.
Was tun nach einer Autismus-Diagnose als Erwachsene:r?
Erst einmal verstehen, was die Diagnose für dein Leben bedeutet. Eine Übersichtsarbeit zeigt, dass viele Erwachsene danach starke Gefühle erleben und es wenig Angebote für die Zeit nach der Diagnose gibt. Hilfreich können Selbsthilfegruppen sein (in Deutschland gibt es knapp 100), Psychotherapie für begleitende Themen und Unterstützung im Beruf. Autismustherapie für Erwachsene läuft meist über die Eingliederungshilfe und muss vorher beantragt werden. Einen Grad der Behinderung bekommst du nur auf Antrag.
Weiterlesen
Verwandte Ratgeber
Quellen und Stand
Wir haben jede Zahl und jedes Zitat auf dieser Seite an der jeweiligen Quelle geprüft. Wo wir nur eine Zusammenfassung lesen konnten, steht das dabei.
Versorgung und Leitlinien
- autismus Deutschland e. V.: Diagnostik – Aktuelle Situation zur Autismusdiagnostik in Deutschland (Stand August 2026; Wartezeiten, geschlossene Listen, Überweisung, Kostenübernahme, Selbstzahler, § 13 Abs. 3 SGB V, Anlaufstellen). autismus.de
- autismus Deutschland e. V.: Kostenübernahme der Autismustherapie (Eingliederungshilfe, Bundesagentur für Arbeit, Antrag vor Beginn). autismus.de
- autismus Deutschland e. V.: Studium (Studienbegleitung). autismus.de
- IQWiG / gesundheitsinformation.de (2024): Wie wird Autismus festgestellt? (wer diagnostizieren darf, Einbindung von Ärzt:innen, Erwachsene, Wartezeiten, Selbstdiagnose, nach der Diagnose). gesundheitsinformation.de
- DGKJP und DGPPN (2016): S3-Leitlinie „Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, Teil 1: Diagnostik“, AWMF 028-018 (Stufenvorgehen, Beteiligung Psychiatrie, Fremdanamnese, Screening, kein empfohlenes Interview- oder Beobachtungsverfahren für Erwachsene, ADOS-Modul-4-Studie, Geschlechterverhältnis, Anteil bestätigter Diagnosen). Gelesen als Volltext einer archivierten Kopie, da das AWMF-Register die Datei derzeit nicht ausliefert. register.awmf.org
- DGKJP: Aktuelle Leitlinien (028-018 gültig bis 04.04.2021, Überarbeitung angemeldet; abgerufen 13.10.2026). dgkjp.de
- Universitätsklinikum Tübingen: Autismus-Sprechstunde für Erwachsene (Warteliste vorläufig geschlossen; abgerufen 13.10.2026). medizin.uni-tuebingen.de
- Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim: Spezialsprechstunde für Autismus-Spektrum-Störung im Erwachsenenalter (bis 35 Jahre, Überweisung, Unterlagen, zwei Voruntersuchungen, neue Anfragen ab März 2027; abgerufen 13.10.2026). zi-mannheim.de
Fachartikel und Studien
- Küpper, C., Bartels, H. T. & Dziobek, I. (2025): Autismus-Diagnostik bei Erwachsenen. Herausforderungen und Empfehlungen. Psychotherapeutenjournal 4/2025 (Spezialambulanz der Humboldt-Universität zu Berlin: Zugang, Anfragen, Bestätigungsrate, Ablauf, Fremdanamnese, Masking, Differenzialdiagnosen, Kodierung F84.5 und Z73, akute Erkrankungen, Selbstidentifikation, Selbsthilfegruppen, ICD-11 und ADHS). doi.org/10.61062/ptj202504.002
- Lipinski, S. u. a. (2022): A blind spot in mental healthcare? Psychotherapists lack education and expertise for the support of adults on the autism spectrum. Autism26(6), 1509–1521 (gelesen: Zusammenfassung). doi.org/10.1177/13623613211057973
- Ashwood, K. L. u. a. (2016): Predicting the diagnosis of autism in adults using the Autism-Spectrum Quotient (AQ) questionnaire. Psychological Medicine 46(12) (geringe Spezifität bei überwiesenen Erwachsenen; gelesen: Zusammenfassung). doi.org/10.1017/S0033291716001082
- Rausch, J. u. a. (2025): Validation of the German version of the RAADS-R, the RADS-R. European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience. doi.org/10.1007/s00406-024-01894-w
- Loomes, R., Hull, L. & Mandy, W. (2017): What is the male-to-female ratio in autism spectrum disorder? A systematic review and meta-analysis. Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry 56(6) (gelesen: Zusammenfassung). doi.org/10.1016/j.jaac.2017.03.013
- Huang, Y. u. a. (2020): Diagnosis of autism in adulthood: A scoping review. Autism 24(6) (gelesen: Zusammenfassung). doi.org/10.1177/1362361320903128
Klassifikation und Gesetze
- BfArM: ICD-10-GM Version 2026, Block F80–F89 (F84.0, F84.1, F84.5) und Block F90–F98 (F90, Ausschluss F84.-). F80–F89 · F90–F98
- BfArM: ICD-10-GM Version 2026, Block Z70–Z76 (Z73, inkl. Akzentuierung von Persönlichkeitszügen). klassifikationen.bfarm.de
- BfArM: ICD-11 – häufige Fragen (ICD-10-GM bleibt amtlich; Einführung der ICD-11 dauert noch mehrere Jahre). bfarm.de
- Sozialgesetzbuch V: § 3 (Beiträge), § 75 Abs. 1a (Terminservicestelle, Überweisung, vier Wochen, Sprechstunde ohne Überweisung), § 76 (freie Arztwahl). § 75 · § 76 · § 3
- Sozialgesetzbuch IX: § 2 (Schwerbehinderung, Gleichstellung), § 151, § 152 (Feststellung auf Antrag), § 168 (Zustimmung des Integrationsamts). gesetze-im-internet.de
- Versorgungsmedizin-Verordnung, Anlage, Teil B Nr. 3.5 und 3.5.1 (tief greifende Entwicklungsstörungen). gesetze-im-internet.de
- § 630g BGB (Einsichtnahme in die Patientenakte); § 19 VVG (Anzeigepflicht); § 1 AGG; § 16 HRG. BGB · VVG · AGG · HRG
Stand: 13. Oktober 2026
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Nur zur Information – keine medizinische Beratung und keine Diagnose. Eine Autismus-Diagnose stellen in Deutschland nur Fachärzt:innen für Psychiatrie und Psychotherapie oder psychologische Psychotherapeut:innen. In akuten Krisen: TelefonSeelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, im Notfall 112.