1. Was ist Intuniv?
Intuniv ist eine Retardtablette. Retard heißt: Der Wirkstoff wird langsam über viele Stunden freigesetzt. Deshalb reicht eine Tablette am Tag. Der Wirkstoff Guanfacin war zuerst als Blutdruckmittel bekannt. In der Fachinformation steht er bis heute in der Gruppe der zentral wirkenden Blutdrucksenker.
Die EU-Zulassung für ADHS stammt vom 17. September 2015. Inzwischen gibt es auch ein Nachahmerpräparat, zum Beispiel Guanfacin Neuraxpharm. Es hat dasselbe Anwendungsgebiet wie Intuniv. Was Guanfacin von den Stimulanzien unterscheidet:
- Kein Betäubungsmittel. Es kommt auf ein normales Rezept, nicht auf ein BtM-Rezept.
- Senkt eher Blutdruck und Puls. Stimulanzien heben beides im Mittel leicht an.
- Macht zu Beginn oft müde. Schläfrigkeit ist die häufigste Nebenwirkung.
- Wird Schritt für Schritt eingestellt. Die Dosis wird in wöchentlichen Abständen angepasst.
2. Wie wirkt Guanfacin bei ADHS?
Guanfacin dockt an einer bestimmten Andockstelle für den Botenstoff Noradrenalin an: dem Alpha-2A-Rezeptor. Laut Fachinformation bindet es dort 15- bis 20-mal stärker als an den verwandten Rezeptoren Alpha-2B und Alpha-2C.
Wie das bei ADHS hilft, weiß man nicht genau. Die Fachinformation sagt es offen: „Der Wirkmechanismus von Guanfacin bei der Behandlung von ADHS ist nicht vollständig geklärt.“ Vorklinische Forschung, also vor allem Laborstudien, deutet darauf hin, dass Guanfacin die Signale im Stirnhirn (präfrontaler Kortex) und in den Basalganglien verändert.
Die zweite Wirkung kennt man aus der Blutdruckbehandlung. Guanfacin dämpft die Nervensignale, die Herz und Gefäße antreiben. Blutdruck und Herzfrequenz sinken. Dazu passen typische Nebenwirkungen wie niedriger Blutdruck, langsamer Puls und Schwindel beim Aufstehen.
Stimulanzien wie Methylphenidat oder Lisdexamfetamin arbeiten anders: Sie erhöhen die Menge von Dopamin und Noradrenalin zwischen den Nervenzellen. Mehr dazu steht im Überblick über ADHS-Medikamente.
Wie lange wirkt Intuniv?
Die Halbwertszeit liegt bei etwa 18 Stunden. Bei Kindern und Jugendlichen ist die höchste Menge im Blut nach etwa 5 Stunden erreicht. In einer Studie mit 333 Kindern von 6 bis 12 Jahren bewerteten Eltern die ADHS-Anzeichenmorgens, nachmittags und abends besser als unter Placebo. Dabei war es egal, ob die Kinder Guanfacin morgens oder abends nahmen (Young u. a., 2014).
3. Für wen ist Intuniv zugelassen?
Das Anwendungsgebiet in der Fachinformation ist eng gefasst. Intuniv ist zugelassen für Kinder und Jugendliche mit ADHS
- im Alter von 6 bis 17 Jahren,
- für die eine Behandlung mit Stimulanzien nicht infrage kommt, nicht vertragen wird oder nicht gewirkt hat.
Außerdem gehört Intuniv laut Fachinformation in eine „umfassende therapeutische Gesamtstrategie“. Gemeint sind psychologische, pädagogische und soziale Hilfen, nicht nur die Tablette. Beginnen muss die Behandlung unter Aufsicht einer Fachperson für Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Für Kinder unter 6 Jahren gibt es keine Daten.
Die deutsche S3-Leitlinie zu ADHS (Stand 2018, inzwischen als abgelaufen gekennzeichnet) stuft Guanfacin als Mittel der zweiten Wahl ein. Der Grund: Nutzen und Nebenwirkungen stehen in einem ungünstigeren Verhältnis als bei Stimulanzien. Die Leitlinie nennt aber Situationen, in denen Guanfacin auch ohne vorherigen Versuch mit anderen ADHS-Medikamenten infrage kommt:
- eine Tic-Störung oder ein Tourette-Syndrom,
- Bluthochdruck,
- ein deutlicher Gewichtsverlust oder Kleinwuchs.
Eine überarbeitete Leitlinie war von Mai bis Juni 2026 als Konsultationsfassung zur Stellungnahme veröffentlicht. Eine endgültige neue Fassung lag uns am 26. September 2026 nicht vor.
4. Intuniv bei Erwachsenen: was gilt?
Kurz gesagt: In der EU ist Guanfacin für Erwachsene nicht zugelassen. Die Fachinformation ist dabei deutlich. Sicherheit und Wirksamkeit bei Erwachsenen seien nicht erwiesen, „daher sollte Guanfacin bei dieser Patientengruppe nicht angewendet werden“. Dieselbe Formulierung steht in der Fachinformation des Generikums.
Verboten ist ein Einsatz bei Erwachsenen trotzdem nicht. Ärztinnen und Ärzte dürfen Medikamente grundsätzlich auch außerhalb der Zulassung verordnen. Das nennt man Off-Label-Use.
Was Studien bei Erwachsenen zeigen
Die Datenlage ist dünn. Die große Netzwerk-Metaanalyse von Cortese u. a. (2018) fand bis 2017 keine doppelblinde Studie, die Guanfacin bei Erwachsenen als alleiniges Mittel testete. Die meisten Daten seitdem stammen aus Japan. Dort ist Guanfacin retard seit Juni 2019 auch für Erwachsene zugelassen.
- Die kontrollierte Studie (Iwanami u. a., 2020): 201 Erwachsene in Japan bekamen zehn Wochen lang Guanfacin oder Placebo. Die ADHS-Anzeichen gingen unter Guanfacin stärker zurück (Effektstärke 0,52). Als „viel“ oder „sehr viel besser“ stuften die Studienärzte 48,1 % unter Guanfacin ein, 22,6 % unter Placebo. Aber: 19,8 % brachen wegen Nebenwirkungen ab, unter Placebo 3,0 %.
- Die Verlängerung (Iwanami u. a., 2020): 191 Erwachsene nahmen Guanfacin bis zu 50 Wochen, ohne Placebo-Vergleich. 19,9 % hörten wegen Nebenwirkungen auf. Häufig waren unter anderem Schläfrigkeit, Durst, niedriger Blutdruck, Schwindel beim Aufstehen und ein langsamer Puls.
- Daten aus dem Praxisalltag (Iwanami u. a., 2026): Eine Beobachtungsstudie begleitete 961 Erwachsene in Japan ein Jahr lang. Nach zwölf Monaten nahmen noch 45,2 % Guanfacin. Schläfrigkeit wurde bei 15,0 % als Nebenwirkung gemeldet.
- Der Vergleich mit anderen Mitteln (Ostinelli u. a., 2025): Eine Netzwerk-Metaanalyse mit 113 Studien bei Erwachsenen fand nur für Stimulanzien und Atomoxetin eine Wirkung auf die Kernsymptome, die sowohl die Teilnehmenden selbst als auch die Studienärzte bemerkten. Guanfacin wurde deutlich häufiger abgebrochen als Placebo, egal aus welchem Grund (Odds Ratio 3,70).
Was das heißt: Für Erwachsene gibt es eine größere kontrollierte Studie, aus einem Land und über zehn Wochen, dazu eine sehr kleine Zusatzstudie (siehe Abschnitt 10). Wie gut sich das auf andere Länder und auf längere Zeiträume übertragen lässt, ist offen. Die deutsche S3-Leitlinie schrieb 2018, Erkenntnisse zu Guanfacin bei Erwachsenen lägen „nicht in ausreichendem Maße“ vor.
Zahlt die Krankenkasse bei Erwachsenen?
In der Regel nicht. Laut Gemeinsamem Bundesausschuss (G-BA) ist ein Off-Label-Einsatz nur in Ausnahmefällen eine Kassenleistung:
- wenn das Mittel für diesen Zweck in Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie steht – Guanfacin steht dort nicht (Stand 11. Juni 2026),
- im Rahmen bestimmter klinischer Studien, oder
- nach den Kriterien des Bundessozialgerichts (Urteil vom 19. März 2002): eine schwerwiegende Erkrankung, keine andere verfügbare Therapie und eine begründete Aussicht auf Erfolg.
Für Erwachsene sind in Deutschland Methylphenidat in Retard-Form, Lisdexamfetamin und Atomoxetin zugelassen. Das Kriterium „keine andere Therapie verfügbar“ ist deshalb nicht automatisch erfüllt. Zahlt die Kasse nicht, bleibt ein Privatrezept – dann trägst du die Kosten selbst.
Noch ein Punkt zur Haftung: Beim Off-Label-Einsatz liegt die Verantwortung laut G-BA gegebenenfalls allein bei der verordnenden Ärztin oder dem Arzt. Der Hersteller haftet grundsätzlich nur beim zugelassenen Einsatz. Eine gründliche Aufklärung, deine Zustimmung und eine lückenlose Dokumentation sind deshalb laut G-BA unerlässlich.
Was passiert mit 18?
Die Zulassung gilt bis 17 Jahre. Nimmt dein Kind Intuniv und wird bald volljährig, sprecht früh mit der Praxis: Soll die Behandlung weiterlaufen – dann außerhalb der Zulassung –, oder wird auf ein Mittel umgestellt, das für Erwachsene zugelassen ist? Auch hier gilt: nicht abrupt absetzen. Mehr zum Übergang ins Erwachsenenalter steht im Ratgeber ADHS bei Jugendlichen.
5. Was Studien bei Kindern und Jugendlichen zeigen
Für Kinder und Jugendliche ist die Datenlage deutlich besser. Die wichtigsten Ergebnisse:
- Zulassungsstudie mit Atomoxetin-Arm: 337 Kinder und Jugendliche, 12 bis 15 Wochen. Deutlich angesprochen haben 64,3 % unter Guanfacin, 55,4 % unter Atomoxetin und 42,3 % unter Placebo. „Angesprochen“ hieß: mindestens 30 % weniger Symptome und klinisch deutlich gebessert.
- Jugendliche von 13 bis 17: In einer Studie mit 314 Jugendlichen gingen die ADHS-Werte stärker zurück als unter Placebo. Im Alltag – Familie, Schule, Lernen – zeigte der Elternfragebogen aber keinen signifikanten Unterschied.
- Langzeitstudie mit Absetzphase: Nach einer offenen Phase wurden 315 Kinder und Jugendliche per Los auf Guanfacin oder Placebo verteilt, für bis zu 26 Wochen. Die Behandlung scheiterte bei 49,3 % unter Guanfacin und bei 64,9 % unter Placebo.
- Metaanalyse (Ruggiero u. a., 2014): 7 Studien mit 1.752 Kindern und Jugendlichen. Deutlich gebessert waren 59,0 % unter Guanfacin und 33,3 % unter Placebo. Mindestens eine Nebenwirkung hatten 82,4 % gegenüber 67,9 %.
- Netzwerk-Metaanalyse (Cortese u. a., 2018): Nach dem Urteil der Studienärzte senkte Guanfacin die Kernsymptome stärker als Placebo (standardisierte Mittelwertdifferenz −0,67). Nach dem Urteil von Eltern und Lehrkräften war der Unterschied nicht signifikant. Amfetamine schnitten besser ab als Guanfacin. Von Methylphenidat und Atomoxetin unterschied es sich nicht messbar. Wegen Nebenwirkungen brachen Kinder unter Guanfacin häufiger ab als unter Placebo (Odds Ratio 2,64).
Zur Einordnung: Die meisten dieser Studien dauerten nur wenige Wochen bis Monate. Über Jahre ist wenig bekannt. Die EU hat den Hersteller deshalb verpflichtet, eine Vergleichsstudie zur Langzeitsicherheit bei 6- bis 17-Jährigen vorzulegen, vor allem zu Denken und Lernen. Der Abschlussbericht ist bis 31. Januar 2028 fällig.
6. Nebenwirkungen laut Fachinformation
In den Studien mit Kindern und Jugendlichen waren das die häufigsten Nebenwirkungen:
| Nebenwirkung | Anteil der Behandelten |
|---|---|
| Schläfrigkeit (Somnolenz) | 40,6 % |
| Kopfschmerzen | 27,4 % |
| Müdigkeit, Erschöpfung | 18,1 % |
| Schmerzen im Oberbauch | 12,0 % |
| Dämpfung (Sedierung) | 10,2 % |
Schläfrigkeit und Dämpfung treten vor allem am Anfang auf und nach einer Dosiserhöhung. Sie dauern meist 2 bis 3 Wochen, bei manchen länger. Bleiben sie oder sind sie bedenklich stark, soll laut Fachinformation eine niedrigere Dosis oder ein Ende der Behandlung erwogen werden. Das entscheidet die Praxis.
Die ernsteren Nebenwirkungen
Als schwerwiegendste häufig gemeldete Nebenwirkungen nennt die Fachinformation: niedriger Blutdruck (3,2 %), Gewichtszunahme (2,9 %), langsamer Herzschlag (1,5 %) und Ohnmacht (0,7 %). Eine Ohnmacht kann zu Stürzen und Verletzungen führen. Die Fachinformation rät deshalb, viel zu trinken.
Wie stark Guanfacin den Kreislauf beeinflusst, hat eine Netzwerk-Metaanalyse von Kurzzeitstudien untersucht (Farhat u. a., 2025). Bei Kindern und Jugendlichen sank der obere Blutdruckwert im Mittel um 2,83 mmHg und der Puls um 4,06 Schläge pro Minute. Bei Erwachsenen waren die Senkungen größer (oberer Wert −10,1 mmHg, Puls −6,83 pro Minute). Diese Zahlen für Erwachsene beruhen aber auf Daten mit sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit. Stimulanzien und Atomoxetin hoben Blutdruck und Puls in derselben Analyse dagegen leicht an.
Weitere Nebenwirkungen
Häufig (1 bis 10 von 100 Behandelten), unter anderem: verminderter Appetit, Depression, Angst, Stimmungsschwankungen, Ein- und Durchschlafstörungen, Albträume, Schwindel, Antriebslosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Übelkeit, Verstopfung, Mundtrockenheit, Ausschlag, Einnässen, Reizbarkeit und Gewichtszunahme.
Gelegentlich (1 bis 10 von 1.000): unter anderem Aggression, Halluzinationen, Krampfanfälle, Ohnmacht und eine verlängerte QT-Zeit im EKG.
Gewicht und Wachstum
In einer einjährigen Studie stieg die BMI-Perzentile der Kinder und Jugendlichen im Mittel um 4,3 Punkte. Größe, Gewicht und BMI werden deshalb vor dem Start gemessen und danach regelmäßig kontrolliert, bei Kindern in einem Wachstumsdiagramm.
Stimmung, Aggression, Halluzinationen
Aggressives Verhalten und Feindseligkeit wurden in Studien und nach der Markteinführung berichtet. Nach der Markteinführung wurden auch Suizidgedanken, Suizidversuche und Suizide gemeldet, meist bei Menschen mit weiteren psychischen Erkrankungen. Die Fachinformation empfiehlt, auf beides zu achten – bei Suizidgedanken besonders beim Einstellen, bei Dosisänderungen und beim Absetzen. Sprecht Veränderungen der Stimmung sofort in der Praxis an.
Halluzinationen stehen als gelegentliche Nebenwirkung in der Fachinformation. Das Deutsche Ärzteblatt beschrieb 2024 einen 9-jährigen Jungen, der unter Guanfacin Geräusche hörte und Bilder sah, die nicht da waren. Nach dem Absetzen der Medikamente verschwanden sie. Als Guanfacin allein erneut gegeben wurde, kamen sie wieder. Der Beitrag rät, Familien schon im Aufklärungsgespräch darauf hinzuweisen. Wenn du oder dein Kind so etwas bemerkt, meldet es sofort der Praxis.
Alkohol, Straßenverkehr, Schwangerschaft
- Alkohol: Laut Fachinformation während der Behandlung keinen Alkohol trinken, weil er die Dämpfung verstärken kann. Mehr dazu: ADHS-Medikamente und Alkohol.
- Straßenverkehr: Guanfacin hat einen mäßigen bis großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Kein Auto und kein Fahrrad fahren und keine Maschinen bedienen, bis klar ist, wie man auf das Mittel reagiert. Das Fahrrad nennt die Fachinformation ausdrücklich – wichtig für Kinder.
- Schwangerschaft: Die Anwendung wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen, ebenso bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten. Beim Stillen wird im Einzelfall abgewogen. Siehe ADHS-Medikamente in der Schwangerschaft.
7. Kontrollen vor und während der Behandlung
Vor dem Start klärt die Praxis laut Fachinformation unter anderem:
- Blutdruck, Puls und den Zustand von Herz und Kreislauf,
- Vorerkrankungen, auch psychische, und alle anderen Medikamente,
- plötzliche Herztode oder ungeklärte Todesfälle in der Familie,
- Größe und Gewicht,
- das Risiko für starke Müdigkeit, niedrigen Blutdruck, langsamen Puls, Herzrhythmusstörungen und Gewichtszunahme.
Danach sieht die Fachinformation diesen Rhythmus vor:
- Während der Einstellung: einmal pro Woche Kontrolle auf Schläfrigkeit, niedrigen Blutdruck und langsamen Puls.
- Im ersten Jahr: mindestens alle 3 Monate, dazu Gewicht und BMI.
- Danach: alle 6 Monate, nach Dosisänderungen häufiger.
Bei einer Behandlung über ein Jahr hinaus soll die Ärztin oder der Arzt den Nutzen neu bewerten: im ersten Jahr alle 3 Monate, danach mindestens einmal jährlich. Die Fachinformation schlägt auch behandlungsfreie Zeiten vor, am besten in den Schulferien. Auch dafür wird schrittweise ausgeschlichen, nicht abrupt gestoppt. Die S3-Leitlinie empfiehlt bei Guanfacin ebenfalls, Puls und Blutdruck „engmaschig“ zu kontrollieren und auf Schläfrigkeit zu achten.
Hilfreich für die Termine: Notiere zwischendurch, was dir auffällt – Müdigkeit, Schwindel, Stimmung, Schlaf, Appetit. So lässt sich besser einschätzen, ob Nutzen und Nebenwirkungen im Verhältnis stehen.
8. Einnahme und Wechselwirkungen
Laut Fachinformation wird Intuniv einmal täglich genommen, morgens oder abends. In einer Studie mit 6- bis 12-Jährigen wirkte es zu beiden Zeitpunkten ähnlich gut. Welche Uhrzeit besser passt, besprecht ihr mit der Praxis – zum Beispiel, wenn die Müdigkeit tagsüber stört.
- Im Ganzen schlucken. Nicht zerbeißen, kauen oder zerkleinern, sonst wird der Wirkstoff zu schnell frei. Intuniv ist nur für Kinder gedacht, die Tabletten problemlos im Ganzen schlucken können.
- Nicht zu einer fettreichen Mahlzeit. Mit oder ohne Essen ist möglich. Nach einer fettreichen Mahlzeit stieg die Spitzenkonzentration bei Erwachsenen um etwa 75 %.
- Kein Grapefruitsaft. Er erhöht den Guanfacin-Spiegel.
- Dosis vergessen: Laut Fachinformation geht es am nächsten Tag mit der verordneten Dosis weiter. Wurden zwei oder mehr Tage hintereinander vergessen, empfiehlt die Fachinformation, die Dosis neu einzustellen. Frag dann in der Praxis nach, bevor du weitermachst.
Wechselwirkungen
- Mittel, die das Leberenzym CYP3A4 hemmen, erhöhen den Guanfacin-Spiegel – etwa Ketoconazol, Clarithromycin oder Grapefruitsaft. Mit Ketoconazol stieg die Gesamtmenge im Blut auf das Dreifache.
- Mittel, die dieses Enzym anregen, senken den Spiegel – etwa Carbamazepin, Rifampicin oder Johanniskraut.
- Blutdrucksenker und andere Mittel, die Puls oder Blutdruck senken: mehr Risiko für niedrigen Blutdruck und Ohnmacht.
- Dämpfende Mittel wie Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmittel: mehr Müdigkeit.
- Valproinsäure: Deren Spiegel kann steigen.
- Mittel, die die QT-Zeit verlängern: Die gemeinsame Gabe wird generell nicht empfohlen.
Sag deshalb in der Praxis und in der Apotheke, was du oder dein Kind sonst nimmt – auch Pflanzliches wie Johanniskraut.
9. Absetzen: nie von heute auf morgen
Wird Guanfacin abgesetzt, können Blutdruck und Puls ansteigen. Nach abruptem Absetzen wurde seit der Markteinführung in sehr seltenen Fällen eine hypertensive Enzephalopathie beschrieben: eine Störung der Hirnfunktion durch stark erhöhten Blutdruck.
Deshalb schreibt die Fachinformation vor, die Dosis schrittweise zu verringern und dabei Blutdruck und Puls zu kontrollieren. Das genaue Vorgehen legt die Ärztin oder der Arzt fest. Setz Intuniv nicht ohne Rücksprache ab – auch nicht, wenn die Packung leer ist oder die Apotheke es gerade nicht vorrätig hat. Frag in diesem Fall sofort in der Praxis nach.
Wie groß der Effekt sein kann, zeigt die Langzeitstudie bei Kindern und Jugendlichen. Nach dem Wechsel auf Placebo stieg bei 7 von 158 (4,4 %) der Blutdruck deutlich an. Im Mittel lag der obere Wert danach etwa 3 mmHg über dem Ausgangswert, der untere etwa 1 mmHg. Bei manchen zeigte sich der Anstieg erst am Ende der Nachbeobachtung, die 3 bis 26 Wochen nach der letzten Dosis dauerte.
Auch die S3-Leitlinie rät, Guanfacin ausschleichend abzusetzen, um einen „reaktiven“ Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz zu vermeiden.
10. Zusammen mit Elvanse, Medikinet & Co.
Die Fachinformation erwähnt im Anwendungsgebiet weder eine Behandlung nur mit Guanfacin noch eine Kombination. Eine Kombination mit Stimulanzien ist auch keine Gegenanzeige. Was bekannt ist:
- Studie bei Kindern und Jugendlichen: 461 Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren, bei denen ihr langwirksames Stimulans nur teilweise half, bekamen neun Wochen lang zusätzlich Guanfacin oder Placebo. Die ADHS-Werte sanken mit Guanfacin um 20,7 Punkte, mit Placebo um 15,9 Punkte. Neue Sicherheitssignale gab es nicht (Wilens u. a., 2012).
- Wechselwirkungen: Guanfacin und eine bestimmte Retardform von Methylphenidat (OROS) veränderten ihre Spiegel gegenseitig nicht. Mit Lisdexamfetamin (Elvanse) stieg die Spitzenkonzentration von Guanfacin um 19 % – laut Fachinformation klinisch nicht bedeutsam. Für Medikinet gibt es dort keine eigene Wechselwirkungsstudie.
- Kasse bei Kindern und Jugendlichen: Eine Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP) hält die Kombination für eine belegte Option, wenn ein Stimulans allein nicht reicht. Nach ihrer Auffassung ist das kein Off-Label-Einsatz und damit auf Kassenrezept möglich. Das ist die Einschätzung einer Fachgesellschaft, keine Entscheidung des G-BA.
- Erwachsene: Die einzige kontrollierte Studie, die wir gefunden haben, war klein: 26 Erwachsene nahmen zu ihrem Stimulans zehn Wochen lang Guanfacin oder Placebo. Beide Gruppen verbesserten sich, einen Unterschied gab es nicht (Butterfield u. a., 2016).
Die Kombination wirkt auf den Kreislauf in zwei Richtungen: Stimulanzien heben Blutdruck und Puls im Mittel leicht an, Guanfacin senkt sie. Welche Mittel du bekommst und wie sie kombiniert werden, entscheidet die Praxis. Welche Stimulanzien es in Deutschland gibt und wie sie sich unterscheiden, zeigt der Vergleich Medikinet vs. Elvanse vs. Concerta.
11. Emotionen, RSD, Schlaf, Angst: was belegt ist – und was nicht
Im Netz liest man, Guanfacin helfe besonders bei starken Gefühlen, bei Zurückweisungsempfindlichkeit (RSD) oder beim Einschlafen. Wir haben geprüft, was die Studien dazu hergeben (Stand 26. September 2026):
| Frage | Was wir gefunden haben |
|---|---|
| Oppositionelles Verhalten bei Kindern (6–12) | Eine Studie mit 217 Kindern mit ADHS und oppositionellem Verhalten: Auf einer Eltern-Skala für dieses Verhalten sank der Wert unter Guanfacin um 56 %, unter Placebo um 33 % (Fachinformation). |
| Emotionale Dysregulation bei Erwachsenen | Keine kontrollierte Studie gefunden. Nicht untersucht. |
| RSD (Zurückweisungsempfindlichkeit) | Keine Studie gefunden. Nicht untersucht. |
| Schlaf | Kein Nutzen belegt. In einer kleinen Schlaflaborstudie schliefen Kinder unter Guanfacin am Ende im Mittel 57 Minuten weniger als vorher, unter Placebo 31 Minuten mehr. Schlafstörungen und Albträume sind häufige Nebenwirkungen. |
| Angst | Die S3-Leitlinie empfiehlt bei ADHS mit Angststörung zuerst Stimulanzien oder Atomoxetin. Verstärkt ein Stimulans die Angst, kann ein Wechsel auf Atomoxetin oder Guanfacin erwogen werden. Angst ist zugleich eine häufige Nebenwirkung. |
| Tics | Die S3-Leitlinie nennt Guanfacin als Alternative bei ADHS mit Tic-Störung und bei Tics unter Stimulanzien. |
Zum Schlaf genauer: Die Studie (Rugino, 2018) wurde vorzeitig beendet, nur 27 Kinder wurden ausgewertet, und sie nahmen Guanfacin morgens. Das Ergebnis ist also kein endgültiges Urteil. Es zeigt aber: Dass Guanfacin müde macht, heißt nicht, dass es den Schlaf verbessert. Mehr zu Schlafproblemen: ADHS und Schlaf.
Zu Gefühlen und RSD: Starke Gefühle und Kränkbarkeit bei Kritik können den Alltag mit ADHS sehr belasten. Dass es dazu keine Guanfacin-Studien gibt, heißt nicht, dass es niemandem hilft. Es heißt nur: Niemand kann dir seriös versprechen, dass es hilft. Mehr zu diesen Themen steht in den Ratgebern emotionale Dysregulation bei ADHS und Rejection Sensitive Dysphoria (RSD). Zu Angst: ADHS und Angst.
12. Intuniv oder Clonidin?
Clonidin ist wie Guanfacin ein Wirkstoff, der an Alpha-2-Rezeptoren wirkt. In Deutschland ist es zum Beispiel als Catapresan im Handel. Dessen Fachinformation nennt als Anwendungsgebiet Bluthochdruck, nicht ADHS. Guanfacin dagegen hat für 6- bis 17-Jährige eine ADHS-Zulassung.
In der Netzwerk-Metaanalyse von Cortese u. a. (2018) unterschieden sich Guanfacin und Clonidin bei Kindern in der Wirkung nicht messbar. Die Vertrauenswürdigkeit dieses Vergleichs war sehr niedrig. Mehr zu Clonidin steht im Ratgeber Clonidin bei ADHS.
13. Rezept und Krankenkasse
- Rezept: Guanfacin ist verschreibungspflichtig, aber kein Betäubungsmittel. Es kommt auf ein normales Rezept. Die EU stuft Intuniv als Mittel mit eingeschränkter ärztlicher Verschreibung ein: Beginnen muss die Behandlung bei einer Fachperson für Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen.
- Kinder und Jugendliche: Innerhalb der Zulassung kann Guanfacin auf Kassenrezept verordnet werden. Die gesetzliche Zuzahlung für Arzneimittel fällt erst ab 18 Jahren an. In Anlage III der Arzneimittel-Richtlinie, die für Stimulanzien besondere Verordnungsregeln festlegt, kommt Guanfacin nicht vor.
- Nutzenbewertung: In der Übersicht der Nutzenbewertungsverfahren des G-BA findet sich kein Verfahren zu Guanfacin (Stand 26. September 2026). Eine frühe Nutzenbewertung mit einem Urteil zum Zusatznutzen gegenüber anderen ADHS-Mitteln gibt es also nicht.
- Erwachsene: Off-label; die Kasse zahlt nur in Ausnahmefällen (siehe Abschnitt 4).
Wie Rezept, Zuzahlung und Terminsuche bei ADHS-Medikamenten allgemein laufen, erklärt der Überblick über ADHS-Medikamente.
14. Fragen für das Gespräch in der Praxis
Diese Fragen können helfen, das Gespräch vorzubereiten – für dich selbst oder für dein Kind:
- Warum kommt ein Stimulans nicht infrage oder hat es nicht gepasst?
- Woran merken wir, ob Guanfacin wirkt, und wann schauen wir das gemeinsam an?
- Wie oft werden Blutdruck, Puls und Gewicht kontrolliert?
- Morgens oder abends einnehmen – was passt zu unserem Alltag?
- Was tun wir, wenn die Müdigkeit nach einigen Wochen nicht nachlässt?
- Welche anderen Medikamente oder Mittel sollten wir melden?
- Was machen wir, wenn eine Packung leer ist oder nicht lieferbar?
- Für Erwachsene: Warum off-label, und wer trägt die Kosten?
- Für Jugendliche: Wie geht es mit 18 weiter?
Du weißt noch nicht sicher, ob ADHS zu dir passt? Unser ADHS-Selbsttest ersetzt keine Diagnose und ist kein geprüftes Messinstrument. Er kann dir aber helfen, deine Eindrücke für das Gespräch zu sortieren.
15. Häufige Fragen
Was bewirkt Intuniv?
Intuniv soll die Kernanzeichen der ADHS verringern: Unaufmerksamkeit, Unruhe und Impulsivität. Der Wirkstoff Guanfacin dockt an Alpha-2A-Rezeptoren an, die auf den Botenstoff Noradrenalin reagieren. Wie das bei ADHS genau hilft, ist laut Fachinformation nicht vollständig geklärt. Nebenbei senkt Guanfacin Blutdruck und Puls – es ist ursprünglich ein Blutdruckmittel. Bei Kindern und Jugendlichen wirkte es in Studien besser als ein Placebo, im Mittel aber schwächer als Amfetamine.
Ist Guanfacin für Erwachsene in Deutschland zugelassen?
Nein. Intuniv und das Generikum Guanfacin Neuraxpharm sind nur für Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren zugelassen. Laut Fachinformation sollte Guanfacin bei Erwachsenen nicht angewendet werden, weil Sicherheit und Wirksamkeit bei ihnen nicht erwiesen sind. Eine Ärztin oder ein Arzt darf es trotzdem außerhalb der Zulassung verordnen. Die Krankenkasse zahlt das aber nur in Ausnahmefällen. In Japan ist Guanfacin retard seit Juni 2019 auch für Erwachsene zugelassen.
Ist Intuniv ein Betäubungsmittel?
Nein. Guanfacin steht nicht im Betäubungsmittelgesetz. Es ist verschreibungspflichtig und kommt auf ein normales Rezept, nicht auf ein BtM-Rezept. Das ist ein Unterschied zu Methylphenidat (zum Beispiel Medikinet) und Lisdexamfetamin (Elvanse), die als Betäubungsmittel gelten.
Wann sollte Intuniv eingenommen werden – morgens oder abends?
Laut Fachinformation einmal täglich, entweder morgens oder abends. In einer Studie mit 6- bis 12-Jährigen wirkte Guanfacin zu beiden Zeitpunkten ähnlich gut. Die Tablette wird im Ganzen geschluckt, nicht zu einer fettreichen Mahlzeit und nicht mit Grapefruitsaft. Welche Uhrzeit passt, legt ihr mit der Praxis fest – zum Beispiel danach, wann die Müdigkeit am wenigsten stört.
Wann fängt Intuniv an zu wirken?
Einen festen Zeitpunkt nennt die Fachinformation nicht. Die Dosis wird in wöchentlichen Schritten angepasst, bis sie passt. Die Zulassungsstudien haben die Wirkung nach 8 bis 15 Wochen gemessen. Bei längerer Behandlung soll der Nutzen im ersten Jahr alle drei Monate neu bewertet werden. Wenn du nach einigen Wochen unsicher bist, ob es hilft, sprich das in der Praxis an.
Wie vertragen Kinder Intuniv?
Das ist sehr unterschiedlich. In den Studien war Schläfrigkeit die häufigste Nebenwirkung (40,6 %), gefolgt von Kopfschmerzen (27,4 %), Müdigkeit (18,1 %) und Oberbauchschmerzen (12,0 %). Die Schläfrigkeit dauert meist 2 bis 3 Wochen, manchmal länger. In einer Metaanalyse hatten 82,4 % der Kinder und Jugendlichen unter Guanfacin mindestens eine Nebenwirkung, unter Placebo 67,9 %. Erfahrungsberichte aus Foren sind Einzelfälle: Sie können Studien ergänzen, aber nicht ersetzen.
Macht Intuniv dick?
Gewichtszunahme ist laut Fachinformation eine häufige Nebenwirkung, betrifft also 1 bis 10 von 100 Behandelten. In einer einjährigen Studie stieg die BMI-Perzentile der Kinder und Jugendlichen im Mittel um 4,3 Punkte. Deshalb werden Größe, Gewicht und BMI vor dem Start und danach regelmäßig kontrolliert. Gleichzeitig steht auch verminderter Appetit als häufige Nebenwirkung in der Fachinformation.
Kann Intuniv aggressiv machen?
Beides kommt vor. Aggressives Verhalten und Feindseligkeit wurden in Studien und nach der Markteinführung berichtet. Die Fachinformation führt Aggression als gelegentliche Nebenwirkung und Reizbarkeit als häufige. Andererseits gibt es eine Studie mit 6- bis 12-Jährigen mit ADHS und oppositionellem Verhalten. Dort ging dieses Verhalten nach Einschätzung der Eltern unter Guanfacin stärker zurück als unter Placebo. Wenn dein Kind unter Intuniv gereizter oder aggressiver wird, sag es der Praxis zeitnah.
Kann man Intuniv mit Elvanse oder Medikinet kombinieren?
Für Kinder und Jugendliche ist das untersucht. In einer Studie mit 461 Kindern und Jugendlichen, bei denen ihr Stimulans nur teilweise half, verbesserte zusätzliches Guanfacin die ADHS-Werte stärker als Placebo. Mit Lisdexamfetamin (Elvanse) stieg der Guanfacin-Spiegel leicht, laut Fachinformation ohne klinische Bedeutung. Für Medikinet gibt es dort keine eigene Wechselwirkungsstudie. Für Erwachsene fand die einzige kleine kontrollierte Studie, die wir gefunden haben, keinen Unterschied zu Placebo. Ob kombiniert wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Gibt es Langzeitfolgen?
Das ist nicht gut untersucht. Die meisten Studien liefen einige Wochen bis Monate. Die längste Studie in der Fachinformation dauerte 41 Wochen, davon bis zu 26 Wochen mit Placebo-Vergleich. Die EU hat den Hersteller verpflichtet, eine Vergleichsstudie zur Langzeitsicherheit bei 6- bis 17-Jährigen vorzulegen, vor allem zu Denken und Lernen. Der Abschlussbericht ist bis 31. Januar 2028 fällig. Bekannt ist: Der BMI kann steigen, und beim Absetzen können Blutdruck und Puls ansteigen.
Verwandte Ratgeber
Quellen und Stand
Wir haben jede Zahl und jede Regel auf dieser Seite in der jeweiligen Quelle nachgelesen. Zulassungen und Kassenregeln ändern sich. Maßgeblich sind immer die aktuelle Packungsbeilage und das, was deine Praxis dir sagt. Die Aussagen „keine Studie gefunden“ beruhen auf unserer Suche in Europe PMC am 26. September 2026.
Zulassung und Fachinformation
- European Medicines Agency. Intuniv: EPAR – Produktinformation (deutsch), Anhang I Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, Abschnitte 4.1–4.8, 5.1, 5.2, 9; Anhang II (eingeschränkte ärztliche Verschreibung, Studie SHP503-401, Bericht fällig 31.01.2028). Dokument erstellt Januar 2026. ema.europa.eu (PDF)
- Neuraxpharm. Fachinformation Guanfacin Neuraxpharm Retardtabletten (Stand 09/2025), Abschnitte 4.1, 4.2, 11. fachinfo.de (PDF)
- Glenwood. Fachinformation Catapresan (Stand Dezember 2021), Abschnitte 4.1 und 5.1. fachinfo.de (PDF)
- Shionogi (18.06.2019). Pressemitteilung: Approval of Additional Indication of INTUNIV in Japan for Treatment of Adult ADHD. shionogi.com (PDF)
Recht und Kassenregeln
- Arzneimittelverschreibungsverordnung, Anlage 1 (Guanfacin). gesetze-im-internet.de; Betäubungsmittelgesetz, Anlage III. gesetze-im-internet.de
- Gemeinsamer Bundesausschuss. Off-Label-Use – Verordnungsfähigkeit von Arzneimitteln in nicht zugelassenen Anwendungsgebieten, mit FAQ (Kriterien nach BSG-Urteil vom 19.03.2002, B 1 KR 37/00 R; Haftung). g-ba.de
- Gemeinsamer Bundesausschuss. Arzneimittel-Richtlinie, Anlage VI Off-Label-Use (in Kraft seit 11.06.2026). g-ba.de; Anlage III Verordnungseinschränkungen (Stand 05.09.2026). g-ba.de (PDF)
- Gemeinsamer Bundesausschuss. Übersicht der Nutzenbewertungsverfahren nach § 35a SGB V (durchgesehen am 26.09.2026). g-ba.de
- Sozialgesetzbuch V, § 31 Abs. 3 (Zuzahlung ab 18 Jahren). gesetze-im-internet.de
Leitlinie und Stellungnahmen
- DGKJP, DGPPN, DGSPJ u. a. Langfassung der S3-Leitlinie „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter“, AWMF-Register 028-045 (2018; bei der AWMF als abgelaufen gekennzeichnet). Genutzt: Empfehlungen 1.4.2, 1.4.5.1, 1.4.6.7, 1.4.6.14, 1.4.6.15; Abschnitte 2.4.1.2 und 2.4.2. register.awmf.org (PDF)
- AWMF (22.05.2026). Konsultationsfassung ADHS im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, Registernummer 028-045 KF (gültig bis 23.06.2026). Inhalt nicht ausgewertet. awmf.org
- Gerlach, M., Dittmann, R. W., Egberts, K. u. a. Stellungnahme der Arbeitsgruppe „Kinder- und jugendpsychiatrische Pharmakologie“ der AGNP zur Kombinationstherapie von Psychostimulanzien und Guanfacin (2021). agnp.de (PDF)
Studien
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- Ostinelli, E. G., Schulze, M., Zangani, C. u. a. (2025). Comparative efficacy and acceptability of pharmacological, psychological, and neurostimulatory interventions for ADHD in adults: a systematic review and component network meta-analysis. The Lancet Psychiatry, 12(1), 32–43. doi.org/10.1016/S2215-0366(24)00360-2
- Ruggiero, S., Clavenna, A., Reale, L. u. a. (2014). Guanfacine for attention deficit and hyperactivity disorder in pediatrics: a systematic review and meta-analysis. European Neuropsychopharmacology, 24(10), 1578–1590. doi.org/10.1016/j.euroneuro.2014.08.001
- Iwanami, A., Saito, K., Fujiwara, M., Okutsu, D., Ichikawa, H. (2020). Efficacy and Safety of Guanfacine Extended-Release in the Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Adults: Results of a Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Study. Journal of Clinical Psychiatry, 81(3), 19m12979. doi.org/10.4088/JCP.19m12979
- Iwanami, A., Saito, K., Fujiwara, M., Okutsu, D., Ichikawa, H. (2020). Safety and efficacy of guanfacine extended-release in adults with attention-deficit/hyperactivity disorder: an open-label, long-term, phase 3 extension study. BMC Psychiatry, 20, 485. doi.org/10.1186/s12888-020-02867-8
- Iwanami, A., Shirai, K., Ida, H. (2026). Safety and Effectiveness of Guanfacine Hydrochloride Extended-Release in Adult Patients with ADHD in Japan: A Post-Marketing Surveillance Study. Advances in Therapy, 43(8), 3488–3505. doi.org/10.1007/s12325-026-03548-w
- Butterfield, M. E., Saal, J., Young, B., Young, J. L. (2016). Supplementary guanfacine hydrochloride as a treatment of attention deficit hyperactivity disorder in adults: A double blind, placebo-controlled study. Psychiatry Research, 236, 136–141. doi.org/10.1016/j.psychres.2015.12.017
- Wilens, T. E., Bukstein, O., Brams, M. u. a. (2012). A controlled trial of extended-release guanfacine and psychostimulants for attention-deficit/hyperactivity disorder. Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry, 51(1), 74–85.e2. doi.org/10.1016/j.jaac.2011.10.012
- Young, J., Rugino, T., Dammerman, R., Lyne, A., Newcorn, J. H. (2014). Efficacy of guanfacine extended release assessed during the morning, afternoon, and evening using a modified Conners' Parent Rating Scale-revised: Short Form. Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology, 24(8), 435–441. doi.org/10.1089/cap.2013.0134
- Rugino, T. A. (2018). Effect on Primary Sleep Disorders When Children With ADHD Are Administered Guanfacine Extended Release. Journal of Attention Disorders, 22(1), 14–24. doi.org/10.1177/1087054714554932
- Farhat, L. C., Lannes, A., Del Giovane, C. u. a. (2025). Comparative cardiovascular safety of medications for attention-deficit hyperactivity disorder in children, adolescents, and adults: a systematic review and network meta-analysis. The Lancet Psychiatry, 12(5), 355–365. doi.org/10.1016/S2215-0366(25)00062-8
- Harrer-Haag, J. U., Voran, A. (2024). Halluzinationen unter Guanfacin bei ADHS. Deutsches Ärzteblatt International, 121, 739. doi.org/10.3238/arztebl.m2024.0088
Stand: 26. September 2026
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