1. Was ist Dysgraphie?
Im Englischen ist „dysgraphia“ ein weites Wort. Eine US-amerikanische Übersichtsarbeit zählt im weitesten Sinn alles dazu, was beim Schreiben schiefgehen kann: Buchstabenform und Lesbarkeit, Abstände, Rechtschreibung, Feinmotorik, Schreibtempo, Grammatik und der Aufbau eines Textes. Auch das amerikanische Handbuch DSM-5 führt Dysgraphie laut dieser Arbeit nicht als eigene Störung, sondern als Teil der spezifischen Lernstörung.
In Deutschland wird nach der ICD-10-GM diagnostiziert. Dort hat „Dysgraphie“ keinen eigenen Code. Wer zur Ärztin oder zum Arzt geht, bekommt deshalb je nach Problem eine andere Diagnose. Diese Übersicht hilft dir, dein Anliegen einzuordnen:
| Was schwerfällt | Einordnung (ICD-10-GM) | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Handschrift und andere Handgriffe wie Knöpfe, Schere, Besteck | F82.1 Umschriebene Entwicklungsstörung der Fein- und Graphomotorik | Dyspraxie |
| Nur die Handschrift, sonst keine motorischen Probleme | Laut S3-Leitlinie keine F82.1, sondern R27.8 „Sonstige und nicht näher bezeichnete Koordinationsstörungen“ | diese Seite |
| Rechtschreibung, ohne Probleme beim Lesen | F81.1 Isolierte Rechtschreibstörung | Legasthenie |
| Sätze bilden, Grammatik, einen Text aufbauen | F81.8, darunter „Entwicklungsbedingte expressive Schreibstörung“ | diese Seite |
| Schreiben ging früher gut und ist nach einer Hirnverletzung oder Krankheit verloren gegangen | Agraphie, R48.8 – keine Entwicklungsstörung | bitte rasch ärztlich abklären |
Und die neue ICD-11?
Die WHO trennt in der ICD-11 noch deutlicher. Die Lernstörung „mit Beeinträchtigung im schriftlichen Ausdruck“ (6A03.1) meint dort Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung sowie den Aufbau und Zusammenhang eines Textes. Die Handschrift taucht dagegen bei der motorischen Koordinationsstörung (6A04) auf. In Deutschland gilt die ICD-11 für Diagnosen noch nicht. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wird die Umstellung noch mehrere Jahre dauern.
Motorisch, räumlich, sprachlich: die „Arten“ der Dysgraphie
Viele Ratgeber teilen Dysgraphie in drei Arten: eine motorische (die Bewegung beim Schreiben), eine räumliche (Abstände, Anordnung auf dem Blatt) und eine sprachliche (Rechtschreibung, Formulieren). Diese Einteilung ist älter und steht in keinem der großen Klassifikationssysteme. Die oben genannte Übersichtsarbeit hält fest, dass neuere Studien enge Verbindungen zwischen den Hirnbereichen für Automatisierung, Sprache und Bewegung zeigen. Die Arten liegen also vermutlich näher beieinander, als man früher dachte. Für die Praxis ist die deutsche Einteilung in der Tabelle hilfreicher, weil an ihr hängt, wer zuständig ist und was bezahlt wird.
2. Wie äußert sich Dysgraphie?
Kein einzelnes Merkmal beweist etwas. Fast jedes Kind schreibt mal krakelig, besonders unter Zeitdruck. Auffällig wird es, wenn die Probleme über Monate bleiben, obwohl dein Kind übt, und wenn sie in der Schule oder im Alltag spürbar bremsen. Die Zeichen verändern sich mit dem Alter. Die Übersichtsarbeit von Chung und Kollegen gibt dazu eine Liste des US-amerikanischen National Center for Learning Disabilities wieder:
Vor der Schule
- ein ungewöhnlicher Stiftgriff oder eine ungünstige Körperhaltung beim Schreiben
- schnelle Ermüdung beim Malen und Schreiben
- dein Kind weicht Mal- und Schreibaufgaben aus
- Buchstaben sind schlecht geformt, gespiegelt, verdreht oder unregelmäßig verteilt
- es fällt schwer, innerhalb von Rändern und Linien zu bleiben
Im Schulalter
- die Handschrift ist schwer lesbar
- Druck- und Schreibschrift werden im selben Text gemischt
- beim Schreiben fällt es schwer, die passenden Wörter zu finden und Sätze zu Ende zu bringen
Bei Jugendlichen und Erwachsenen
- Gedanken lassen sich schriftlich schwer ordnen
- Satzbau und Grammatik sind im Geschriebenen deutlich schwächer als beim Sprechen
Die WHO beschreibt für Jugendliche und Erwachsene mit motorischer Koordinationsstörung, dass sie beim Schreiben mit der Hand und beim Mitschreiben langsam oder ungenau sein können. Wer in einer Vorlesung oder Besprechung nicht hinterherkommt, kennt das vielleicht.
Warum es oft übersehen wird
Die Übersichtsarbeit nennt zwei Gründe: Kinder mit Schreibschwierigkeiten werden oft als „schlampig“ oder „faul“ abgestempelt, statt dass jemand eine Lernstörung erkennt. Und gerade eine Dysgraphie ohne weitere Probleme bleibt manchmal bis ins junge Erwachsenenalter unentdeckt. Laut WHO halten manche Menschen mit Lernstörungen ihre Leistung lange mit sehr viel Zeit, Mühe oder Hilfe aufrecht. Erst wenn die Anforderungen steigen, zeigt sich das Problem deutlicher.
3. Beispiele: woran man eine Handschrift misst
Viele suchen nach Beispielen für Dysgraphie, weil sie die Schrift ihres Kindes oder ihre eigene einschätzen wollen. Ein guter Anhaltspunkt ist, worauf Fachleute selbst schauen. Für Deutsch gibt es dafür ein Screening mit dem Namen SEMS (Systematische Erfassung motorischer Schreibstörungen). Es ist die deutsche Fassung eines niederländischen Tests. Das Kind schreibt fünf Minuten lang einen gedruckten Text ab, der alle Buchstaben des Alphabets enthält – auf unliniertem Papier, mit dem eigenen Stift, so wie es immer schreibt. Bewertet werden diese Punkte (die Fragen dahinter sind unsere Erklärung, nicht Teil des Tests):
- Buchstabenform: Sind die Buchstaben eindeutig zu erkennen, oder sieht ein „a“ mal wie ein „o“ aus?
- Flüssigkeit: Entstehen die Buchstaben in einem Zug, oder wirkt die Linie unruhig und abgesetzt?
- Buchstabengröße: Passt die Größe, oder sind die Buchstaben auffällig groß oder winzig?
- Gleichmäßigkeit: Bleiben die Buchstaben gleich groß, oder springen sie innerhalb eines Wortes?
- Wortabstände: Kleben Wörter aneinander, oder stehen sie weit auseinander?
- Zeilenführung: Bleibt die Schrift auf einer gedachten Linie, oder wandert sie nach oben oder unten?
- Verbindungen: Bei Schreibschrift: Sind die Buchstaben sauber verbunden?
- Tempo: Wie viele Buchstaben schafft das Kind in fünf Minuten?
Wichtig: Eine Schrift, die dir „hässlich“ vorkommt, ist noch keine Dysgraphie. Viele Menschen schreiben unschön, aber lesbar und schnell genug. Entscheidend ist, ob die Schrift lesbar ist, ob das Tempo reicht und ob das Schreiben den Alltag erschwert. Ein Kind, das gleichmäßig, aber langsam schreibt, kann genauso Unterstützung brauchen wie eines, das schnell, aber unleserlich schreibt.
Noch ein Hinweis zum Spiegeln und Verdrehen von Buchstaben: Bei Vorschulkindern taucht es in der Liste oben auf. Ob es bei älteren Kindern ein Zeichen für Dysgraphie ist, belegt keine der Quellen, die wir gelesen haben. Hängen die Fehler mit Lauten und Rechtschreibung zusammen, ist der Ratgeber Legasthenie-Test der bessere Ort.
4. Wie häufig ist Dysgraphie?
Eine feste Zahl gibt es nicht, weil jede Quelle etwas anderes misst. Drei Beispiele zeigen das:
- Die WHO schätzt, dass 7–15 % der Schulkinder eine Lernstörung im schriftlichen Ausdruck haben. Gemeint sind dort aber Rechtschreibung, Grammatik und Textaufbau – nicht die Handschrift.
- In einer kleinen Pilotstudie mit Kindern in Deutschland schätzten Lehrkräfte die Handschrift von 12,70 % der Zweitklässler (63 Kinder) und von 14 % der Viertklässler (50 Kinder) als problematisch ein. Das SEMS kam auf 11,11 % und 6 %.
- Eine US-Übersicht nennt je nach Definition 10–30 % der Kinder mit Schreibschwierigkeiten. Die Studie, auf die sie sich stützt, haben wir nicht selbst gelesen.
Lernstörungen insgesamt haben laut WHO häufiger Jungen als Mädchen: in Bevölkerungsstudien etwa 1,5- bis 3-mal so viele, in Kliniken etwa 6-mal so viele. Die WHO weist darauf hin, dass Jungen auch deshalb öfter vorgestellt werden könnten, weil bei ihnen ADHS und auffälliges Verhalten häufiger sind.
5. Dysgraphie, Legasthenie, Dyspraxie, ADHS und Autismus
Legasthenie
Wenn vor allem die Rechtschreibung schwerfällt, spricht man in Deutschland von einer Lese-Rechtschreib-Störung oder Rechtschreibstörung (LRS, Legasthenie) – auch dann, wenn das Lesen gut klappt. Dafür gibt es eine eigene S3-Leitlinie, eigene Tests und eigene Schulregeln. Laut dieser Leitlinie hilft vor allem gezieltes Rechtschreibtraining mit Regelwissen. Alles dazu steht im Ratgeber Legasthenie. Eine schwer lesbare Handschrift bei guter Rechtschreibung ist dagegen eher ein motorisches Thema.
Dyspraxie
Fällt nicht nur das Schreiben schwer, sondern auch Anziehen, Schere, Ballspiele oder Radfahren, kann eine motorische Entwicklungsstörung (UEMF, im Alltag „Dyspraxie“) dahinterstecken. Die Leitlinie hält ausdrücklich fest: Schwierigkeiten nur beim Schreiben rechtfertigen die Diagnose einer fein- und graphomotorischen Entwicklungsstörung nicht. Motorische Schreibprobleme und Leseprobleme treten aber oft gemeinsam auf. Mehr im Ratgeber Dyspraxie.
ADHS
Viele Menschen mit Lernstörungen haben auch Mühe, ihre Aufmerksamkeit zu steuern. Die WHO grenzt aber ab: Bei einer Lernstörung liegen die Schwierigkeiten nicht nur daran, dass die Aufmerksamkeit abschweift. Beides kommt oft zusammen vor, und beide Diagnosen dürfen nebeneinander stehen. Bei Kindern, die sowohl eine motorische Entwicklungsstörung als auch ADHS haben, empfiehlt die S3-Leitlinie Methylphenidat auch, um feinmotorische Probleme wie die Handschrift zu verbessern – verbunden mit weiterer Behandlung und Unterstützung. Ob das für dein Kind passt, klärt die behandelnde Praxis. Mehr unter ADHS-Symptome.
Autismus
Eine Übersichtsarbeit hat Studien zur Handschrift autistischer Kinder zusammengefasst. Mehrere Studien fanden eine im Schnitt schlechtere Lesbarkeit und weniger sichere Buchstabenformen. Als wahrscheinliche Gründe nennen die Autorinnen und Autoren die Feinmotorik und das Zusammenspiel von Auge und Hand – Letzteres sei aber noch wenig verstanden. Für autistische Erwachsene haben wir keine Studien gefunden. Zu den Merkmalen von Autismus siehe Autismus-Symptome, zur Kombination mit ADHS AuDHD.
6. Dysgraphie-Test: was es gibt und was nicht
Wer „Dysgraphie Test“ sucht, findet Apps, Fragebögen und Online-Screenings. Einen geprüften Online-Test, der Dysgraphie feststellt, gibt es nicht – auch nicht auf unserer Seite. Das gibt es in Deutschland für die Handschrift:
- Motoriktests mit Einzelskalen. Für die Feinmotorik nutzen Ärztinnen und Ärzte Tests wie die M-ABC-2 oder den BOT-2. Deren Einzelskalen für Feinmotorik und Handschrift können laut Leitlinie bei der Einordnung helfen. Wie diese Tests ablaufen, steht im Ratgeber Dyspraxie.
- Handschrift-Screenings. Die S3-Leitlinie nennt ein Verfahren mit niederländischen und französischen Normen. Die deutsche Fassung SEMS war 2020 laut Leitlinie „in Vorbereitung“; eine Studie von 2021 beschreibt sie als unveröffentlichtes Instrument. In dieser Studie erkannte das SEMS alle Zweitklässler, bei denen auch die Lehrkräfte Probleme sahen. In der vierten Klasse fand es aber nur gut ein Viertel davon (28,57 %). Die Forschenden halten deshalb auch die Einschätzung der Lehrkräfte für wichtig, weil die Handschrift vor allem in der Schule gebraucht wird.
- Tempo-Tests. Der englische DASH misst die Schreibgeschwindigkeit von 9 bis 16 Jahren, eine Erweiterung reicht von 17 bis 25. Eine deutsche Normierung nennt die Leitlinie nicht.
- Fragebögen. Es gibt Fragebögen für Lehrkräfte, Eltern und Kinder zur Lesbarkeit, zum Tempo und dazu, wie es dem Kind beim Schreiben geht. Laut Leitlinie sind solche Fragebögen für die Diagnose einer motorischen Entwicklungsstörung unspezifisch, liefern aber nützliche Zusatzinfos.
- Rechtschreibtests. Für Rechtschreibung gibt es in Deutschland gut genormte Tests ab der ersten Klasse. Welche das sind, steht im Ratgeber Legasthenie-Test.
Laut Leitlinie sollten Handschrift und Schreiben auf der Tastatur eigens und mit genormten Verfahren beurteilt werden, weil auch die Sprache mitbeteiligt sein kann. Einen Handschrift-Test mit deutschen Normen für Erwachsene kennen wir nicht.
Statt Online-Test: eine eigene Mappe anlegen
Was du ohne Test tun kannst, ist gut beobachten. Diese Unterlagen helfen beim Termin:
- zwei bis drei Schreibproben mit Datum: einmal abgeschrieben, einmal frei formuliert
- eine Notiz, wie lange das Abschreiben einer kurzen Seite gedauert hat
- ob die Hand beim Schreiben müde wird oder wehtut, und nach wie viel Zeit
- wie es mit anderen Handgriffen klappt: Knöpfe, Schere, Besteck, Basteln
- Rückmeldungen der Lehrkräfte, Hefte und Zeugnisse
- ob Lesen und Rechtschreibung auch schwerfallen oder nur die Schrift
Die Liste ist aus unserer Erfahrung und aus den Kriterien oben abgeleitet, kein geprüftes Verfahren. Sie zeigt der Ärztin oder dem Arzt aber schnell, ob es eher um die Hand, die Rechtschreibung oder beides geht.
7. Wer diagnostiziert Dysgraphie?
Das hängt davon ab, was im Vordergrund steht. Einen Ansprechpartner für alles, was „Dysgraphie“ heißt, gibt es in Deutschland nicht.
Wenn es um die Handschrift geht
Bei motorischen Entwicklungsstörungen stellt laut S3-Leitlinie in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Ärztin oder ein Arzt die Diagnose. Für Kinder ist die Kinder- und Jugendarztpraxis der erste Weg. Sie kann bei Bedarf an ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) überweisen. Ergotherapeutinnen und -therapeuten können die Handschrift testen und ihre Ergebnisse beisteuern. Eine Diagnose stellen sie nicht.
Die Ärztin oder der Arzt prüft auch, ob andere Gründe die Probleme besser erklären, zum Beispiel Sehprobleme oder eine neurologische Erkrankung. Wenn sich deine Schrift oder die deines Kindes plötzlich verschlechtert, nachdem sie früher gut war, ist das keine Entwicklungsstörung. Das gehört rasch in ärztliche Hände.
Wenn es um Rechtschreibung geht
Bei Kindern sind zum Beispiel Kinder- und Jugendpsychiatrie, Sozialpädiatrische Zentren oder Praxen für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie zuständig. Den genauen Ablauf beschreibt der Ratgeber Legasthenie. Ab 18 sind laut Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie (BVL) Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie oder approbierte Psychotherapeutinnen und -therapeuten zuständig. Der BVL schreibt auch, dass solche Termine für Erwachsene oft schwer zu finden sind und die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt.
Wer bezahlt was?
- Ergotherapie: Bei Entwicklungsstörungen kann die Praxis Ergotherapie auf Kassenrezept verordnen. Die Heilmittel-Richtlinie sagt aber auch: Die Diagnose allein reicht nicht, es kommt auf die Einschränkungen im Alltag an. Ob ein Kind mit Problemen nur beim Schreiben ein Rezept bekommt, entscheidet die Praxis im Einzelfall.
- Rechtschreibung: Für eine reine Lese- und Rechtschreibschwäche gibt es laut Heilmittel-Richtlinie keine Heilmittel auf Rezept. Andere Wege der Finanzierung erklärt der Ratgeber Legasthenie.
- Private Abklärung: Preise unterscheiden sich stark. Eine verlässliche Übersicht haben wir nicht gefunden, deshalb nennen wir keine Zahl. Frag vorher nach, was die Untersuchung umfasst und was sie kostet.
8. Was hilft? Übungen mit Beleg
Im Netz gibt es viele Arbeitsblätter und Fingerspiele gegen Dysgraphie. Was davon wirkt, ist unterschiedlich gut untersucht. Hier steht zuerst, was belegt ist, dann was unklar ist.
Belegt: oft genug wirklich mit der Hand schreiben
Eine systematische Übersicht hat elf kontrollierte Studien mit Schulkindern ausgewertet, die Schwierigkeiten mit der Handschrift hatten. Das klare Ergebnis: Programme ohne echtes Schreibüben wirkten nicht, und Programme mit weniger als 20 Übungseinheiten auch nicht. Dazu gehörte auch ein Training der Sinneswahrnehmung, bei dem nicht geschrieben wurde. Die Studien sind älter (bis 2010) und betreffen nur Kinder. Die Botschaft ist trotzdem eindeutig: Handschrift wird durch Schreiben besser, nicht durch Umwege.
Empfohlen: alltagsnah üben und die eigene Schrift prüfen
Die S3-Leitlinie empfiehlt bei Kindern mit motorischer Entwicklungsstörung und Schreibproblemen Verfahren, die am echten Schreiben im Alltag ansetzen – mit der Möglichkeit, die eigene Leistung zu überprüfen. Wie das aussehen kann, zeigt eine Methode, die in der Übersicht von Chung beschrieben wird:
- Das Kind sieht sich einen Buchstaben mit nummerierten Pfeilen an, die zeigen, in welcher Reihenfolge die Striche kommen.
- Es stellt sich vor, wie es den Buchstaben schreibt.
- Es schreibt den Buchstaben mithilfe der Pfeile.
- Es vergleicht das Ergebnis mit der Vorlage.
Laut Übersicht kann auch geübt werden, den Stift zu halten und gut zu sitzen. Als Hilfsmittel werden dickere Stifte mit Griffhilfe und Papier mit fühlbaren, erhabenen Linien genannt. Ob diese Hilfsmittel allein etwas bringen, belegt die Übersicht nicht. Probier aus, was deinem Kind das Schreiben leichter macht.
Wie intensiv geübt werden muss, ist offen. Die Leitlinie berichtet von einer kleinen Fallstudie mit nur drei Kindern: Nach 13 Wochen mit zweimal 45 Minuten pro Woche und täglichen Übungen zu Hause hatten sich zwei der drei Kinder verbessert. Das ist viel Aufwand – und eine sehr kleine Studie.
Empfohlen: die Tastatur zusätzlich lernen
Die Leitlinie empfiehlt, Kindern mit motorischer Entwicklungsstörung und Schreibproblemen zusätzlich andere Wege des Schreibens beizubringen, zum Beispiel die Tastatur. So werden Schulaufgaben lesbarer und lassen sich besser erledigen. Sie weist aber auch darauf hin: Tippen und Wischen auf dem Tablet sind ebenfalls feinmotorische Fähigkeiten, die diesen Kindern schwerfallen können und geübt werden müssen. Und die US-Übersicht betont, dass das Schreiben mit der Hand weiter geübt werden sollte, weil man es im Alltag noch oft braucht, etwa für Formulare.
Kurz gesagt: Tastatur und Handschrift sind kein Entweder-oder. Für lange Texte darf die Tastatur entlasten, die Handschrift wird trotzdem weiter geübt.
Unklar: Training ohne Schreiben
Programme, die nur die Sinneswahrnehmung trainieren und dabei nicht schreiben lassen, haben in der genannten Übersicht die Handschrift nicht verbessert. Für die sensorische Integrationstherapie ist der Nutzen bei motorischen Entwicklungsstörungen laut Leitlinie nicht eindeutig belegt. Spaß machen dürfen solche Spiele natürlich – sie ersetzen nur das Schreibüben nicht.
Im Alltag: Ideen zum Ausprobieren
Die folgenden Ideen sind Erfahrungswissen, keine geprüften Methoden:
- Lieber jeden Tag ein paar Minuten schreiben als einmal pro Woche lange.
- Inhalt und Schrift getrennt loben. Eine gute Idee bleibt gut, auch wenn sie krakelig dasteht.
- Kurze, echte Anlässe nutzen: Einkaufszettel, eine Karte an die Oma, ein Namensschild.
- Hausaufgaben mit viel Text zum Teil diktieren lassen, wenn die Lehrkraft einverstanden ist.
- Beim Schreiben Pausen erlauben, bevor die Hand verkrampft.
9. Dysgraphie bei Erwachsenen
Laut WHO bleiben Schwierigkeiten im schriftlichen Ausdruck, die in der Kindheit beginnen, meist bis ins Erwachsenenalter. Manche Menschen bekommen eine Diagnose erst als Erwachsene. Wer als Kind viel Kraft in die Schrift gesteckt hat, merkt oft erst im Studium, in der Ausbildung oder im Job, wo die Grenze liegt: bei Klausuren unter Zeitdruck, bei langen Berichten, beim Mitschreiben.
Diagnose als Erwachsene oder Erwachsener
Die S3-Leitlinie zur Rechtschreibung gilt nur für Kinder und Jugendliche. Die Leitlinie zu motorischen Störungen hat einen Teil für Erwachsene, kennt aber noch keine standardisierten Tests für sie. Ein möglicher Weg:
- Geht es vor allem um die Hand (langsam, unleserlich, verkrampft), sprich mit deiner Hausarztpraxis. Erzähl, dass die Probleme schon in der Kindheit da waren. Alte Hefte und Zeugnisse helfen dabei.
- Geht es vor allem um Rechtschreibung, führt der Weg laut BVL zu Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie oder zu approbierten Psychotherapeutinnen und -therapeuten, auf eigene Kosten. Der BVL rät, die untersuchende Person zu bitten, schriftlich festzuhalten, welche Unterstützung sinnvoll ist.
- Hat sich deine Schrift verändert, obwohl sie früher gut war, ist das ein Grund für einen zeitnahen Arzttermin – nicht für einen Selbsttest.
Was Erwachsenen im Alltag hilft
Studien zur Behandlung von Erwachsenen haben wir nicht gefunden. Die folgenden Ideen sind Erfahrungswissen, angelehnt an die Hilfsmittel, die die Quellen für Kinder nennen:
- Längere Texte tippen statt von Hand schreiben, auch Notizen.
- Die Diktierfunktion von Handy oder Computer für erste Entwürfe nutzen und danach überarbeiten.
- Die Rechtschreibprüfung eingeschaltet lassen, wenn auch die Rechtschreibung schwerfällt.
- Feste Vorlagen für wiederkehrende Texte anlegen, etwa E-Mails oder Protokolle.
- Formulare, wo es geht, digital ausfüllen; für Unterschriften und kurze Notizen einen Stift wählen, der gut in der Hand liegt.
- In Besprechungen fragen, ob es ein Protokoll gibt, statt alles selbst mitzuschreiben.
Wenn dir das Schreiben schon lange Scham macht, ist das kein Zeichen von Schwäche. Laut WHO haben Menschen mit Lernstörungen über das ganze Leben ein höheres Risiko für Suizidgedanken. Wenn es dir gerade schlecht geht: Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. In akuter Gefahr ruf 112 an.
Studium, Ausbildung, Job
- Studium: Laut Hochschulrahmengesetz müssen Prüfungsordnungen die besonderen Belange behinderter Studierender berücksichtigen. Was konkret möglich ist, etwa ein Laptop in der Klausur oder mehr Zeit, regelt die Prüfungsordnung deiner Hochschule. Frag früh bei der Beratungsstelle für Studierende mit Beeinträchtigung. Hinweise zum Antrag stehen im Ratgeber Nachteilsausgleich bei ADHS und im Abschnitt zu Erwachsenen im Ratgeber Legasthenie.
- Job: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz schützt vor Benachteiligung wegen einer Behinderung. Einen Rechtsanspruch auf einen angepassten Arbeitsplatz, zum Beispiel auf technische Arbeitshilfen, gibt das SGB IX aber nur bei einem Grad der Behinderung ab 50 oder mit Gleichstellung. Für Dysgraphie hat die Tabelle für den Grad der Behinderung keinen eigenen Eintrag. Wie ein Antrag abläuft, steht unter Ist ADHS eine Behinderung?. Ohne Anspruch kann ein offenes Gespräch helfen: Manches, etwa tippen statt von Hand schreiben, lässt sich ohne großen Aufwand regeln.
10. Nachteilsausgleich in Schule und Ausbildung
Schule ist Sache der Bundesländer. Eine eigene Regel für „Dysgraphie“ haben wir in den Texten, die wir gelesen haben, nicht gefunden. Die Kultusministerkonferenz hat Grundsätze für Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten beschlossen; eine eigene Regel für die Handschrift haben wir darin nicht gefunden. Bayern zeigt aber gut, welche Stellschrauben es für die Schrift gibt:
- Was möglich ist: Die Bayerische Schulordnung nennt unter anderem bis zu ein Viertel mehr Zeit (in Ausnahmen bis zur Hälfte), spezielle Arbeitsmittel, das Ersetzen einzelner schriftlicher durch mündliche Leistungen, eine größere Toleranz beim Schriftbild und – bei besonders schwerer Beeinträchtigung – eine Schreibkraft.
- Berufliche Schulen: Bei einer körperlich-motorischen Beeinträchtigung erlaubt Bayern unter weiteren Bedingungen als Notenschutz, die Anschlag- und Schreibgeschwindigkeit nicht zu bewerten. Gleichzeitig gilt: Ein Nachteilsausgleich ist an beruflichen Schulen ausgeschlossen, wenn die Leistung direkt die Eignung für den Beruf zeigen soll.
- Nachweis: Nötig sind ein Antrag in Textform und ein fachärztliches Zeugnis über Art, Umfang und Dauer. Bei einer Lese-Rechtschreib-Störung reicht stattdessen immer eine schulpsychologische Stellungnahme. Ist eine Beeinträchtigung offensichtlich, kann die Schule einen Nachteilsausgleich auch ohne Antrag gewähren.
- Im Zeugnis: Ein Nachteilsausgleich steht nicht im Zeugnis, ein Notenschutz dagegen schon.
Ob eine reine Schreibschwäche als „körperlich-motorische Beeinträchtigung“ zählt, sagt die Schulordnung nicht ausdrücklich. Das entscheidet die Schule. In anderen Ländern gelten andere Regeln – schau in die Schulordnung deines Landes oder frag die Schulpsychologie. Die bayerischen Regeln für motorische Entwicklungsstörungen im Ganzen erklärt der Ratgeber Dyspraxie, die Regeln für LRS bis zum Abitur der Ratgeber Legasthenie.
Für einen Grad der Behinderung nennen die Versorgungsmedizinischen Grundsätze bei Lese-Rechtschreib-Schwäche im Schul- und Jugendalter Werte von 0 bis 10 bei leichter Ausprägung, sonst 20 bis 40 und selten 50. Einen eigenen Eintrag für die Handschrift gibt es nicht.
11. Häufige Fragen
Was ist Dysgraphie?
Dysgraphie ist ein Sammelwort für anhaltende Probleme beim Schreiben: Die Handschrift ist schwer lesbar, das Schreiben dauert lange und strengt sehr an – obwohl geübt wurde. In der ICD-10-GM, nach der in Deutschland diagnostiziert wird, hat Dysgraphie keinen eigenen Code. Je nach Problem passt eine fein- und graphomotorische Entwicklungsstörung (F82.1), eine Koordinationsstörung nur beim Schreiben (R27.8), eine isolierte Rechtschreibstörung (F81.1) oder eine expressive Schreibstörung (unter F81.8).
Wie äußert sich Dysgraphie?
Bei jüngeren Kindern fallen oft ein ungewöhnlicher Stiftgriff, schnelle Ermüdung, ungleich große oder verdrehte Buchstaben und das Vermeiden von Malen und Schreiben auf. Später wird die Schrift schwer lesbar, und das Schreiben bleibt langsam. Bei Jugendlichen und Erwachsenen zeigt es sich eher im Ordnen der Gedanken auf dem Papier. Ein einzelnes Zeichen sagt wenig. Wichtig ist, ob die Probleme trotz Übung bleiben und den Alltag erschweren.
Welche Beispiele gibt es für Dysgraphie?
Typische Beispiele sind Buchstaben, die mal groß und mal klein sind, Wörter, die ineinanderlaufen oder weit auseinanderstehen, Zeilen, die nach oben oder unten wandern, und Buchstaben, die bei jedem Mal anders aussehen. Viele schreiben dazu sehr langsam oder brechen ab. Genau diese Punkte prüft auch ein deutsches Handschrift-Screening: Buchstabenform, Größe, Abstände, Zeilenführung, Verbindungen und Tempo.
Wer diagnostiziert Dysgraphie?
Geht es um die Handschrift und die Bewegung der Hand, stellt in Deutschland eine Ärztin oder ein Arzt die Diagnose – bei Kindern meist die Kinder- und Jugendarztpraxis, bei Erwachsenen die Hausarztpraxis als erster Schritt. Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten können testen, stellen aber keine Diagnose. Geht es vor allem um die Rechtschreibung, sind bei Kindern zum Beispiel Kinder- und Jugendpsychiatrie oder ein Sozialpädiatrisches Zentrum zuständig, bei Erwachsenen Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie oder approbierte Psychotherapeutinnen und -therapeuten.
Gibt es einen Dysgraphie-Test?
Einen geprüften Online-Test, der Dysgraphie feststellt, gibt es nicht. Fachleute nutzen Motoriktests mit Einzelskalen für Feinmotorik und Handschrift sowie Schreibproben, bei denen Lesbarkeit und Tempo bewertet werden. Für Deutsch gibt es das Screening SEMS, das 2021 noch als unveröffentlichtes Forschungsinstrument beschrieben wurde. Für Erwachsene gibt es kaum deutsche Tests.
Was tun bei Dysgraphie?
Was laut Studien hilft: wirklich mit der Hand üben, und zwar oft genug. In einer Übersicht über elf kontrollierte Studien wirkten Programme ohne echtes Schreiben und Programme mit weniger als 20 Übungseinheiten nicht. Die S3-Leitlinie empfiehlt alltagsnahes Schreibtraining, bei dem das Kind die eigene Schrift selbst überprüft, und zusätzlich das Schreiben auf der Tastatur. Bei Erwachsenen stehen Hilfsmittel und Anpassungen im Vordergrund.
Was kann ich tun, wenn mein Kind unleserlich schreibt?
Sprich zuerst mit der Lehrkraft und sammle ein paar datierte Schreibproben: eine abgeschriebene Seite und einen frei geschriebenen Text. Notiere, wie lange dein Kind braucht und ob ihm die Hand wehtut. Achte auch darauf, ob andere Handgriffe schwerfallen, etwa Knöpfe oder Schere. Mit diesen Unterlagen gehst du zur Kinder- und Jugendarztpraxis. Hör mit dem Schreibüben nicht auf, aber lass dein Kind zusätzlich die Tastatur lernen.
Hat Dysgraphie etwas mit ADHS zu tun?
Beides tritt oft zusammen auf, ist aber nicht dasselbe. Laut WHO sind die Schwierigkeiten bei einer Lernstörung nicht allein dadurch erklärt, dass die Aufmerksamkeit schwankt. Beide Diagnosen dürfen nebeneinander stehen, wenn jeweils die Kriterien erfüllt sind. Bei Kindern mit motorischer Entwicklungsstörung und ADHS nennt die S3-Leitlinie Methylphenidat auch mit Blick auf die Handschrift – immer zusammen mit weiterer Behandlung. Ob ein Medikament passt, entscheidet die behandelnde Praxis.
Bekommt man bei Dysgraphie einen Nachteilsausgleich?
Das regelt jedes Bundesland selbst. In Bayern kann die Schule bei einer lang andauernden Beeinträchtigung zum Beispiel beim Schriftbild großzügiger bewerten, mehr Zeit geben oder in sehr schweren Fällen eine Schreibkraft erlauben. Dafür braucht es einen Antrag in Textform und ein fachärztliches Zeugnis. Bei einer Lese-Rechtschreib-Störung reicht in Bayern eine schulpsychologische Stellungnahme.
Geht Dysgraphie wieder weg?
Bei vielen bleiben die Schwierigkeiten bis ins Erwachsenenalter, schreibt die WHO. Manche gleichen sie lange mit viel Zeit und Mühe aus. Sichtbar werden sie dann oft erst, wenn die Anforderungen steigen, etwa bei Prüfungen unter Zeitdruck, langen Berichten, im Studium oder in der Ausbildung. Üben kann die Handschrift verbessern, und Hilfsmittel wie Tastatur und Diktierfunktion nehmen viel Druck heraus.
Weiterlesen
Verwandte Ratgeber
Quellen und Stand
Wir haben jede Zahl auf dieser Seite an der jeweiligen Quelle geprüft. Bei Studien, deren Volltext wir nicht lesen konnten, haben wir die veröffentlichte Zusammenfassung genutzt; das steht dabei.
Klassifikation und Leitlinien
- BfArM: ICD-10-GM Version 2026, Blöcke F80–F89 (F81.1, F81.8, F82.1), R25–R29 (R27.8) und R47–R49 (R48.8). F80–F89, R25–R29, R47–R49
- BfArM: ICD-11 – Einführung in Deutschland. bfarm.de
- WHO (2024): Clinical descriptions and diagnostic requirements for ICD-11 mental, behavioural and neurodevelopmental disorders, S. 135–142 (6A03 Developmental learning disorder, 6A04 Developmental motor coordination disorder). iris.who.int
- Blank R., Vinçon S. et al. (DACH-Leitliniengruppe) (2020): S3-Leitlinie Umschriebene Entwicklungsstörungen motorischer Funktionen (UEMF), AWMF-Register 022-017, Langfassung – Empfehlungen 2, 13, 23, 24, Stellungnahme 5, Abschnitte zu Handschrift-Tests und Behandlung der Handschrift. Laut AWMF-Register gültig bis 30.05.2025 und in Überarbeitung. register.awmf.org (PDF)
- DGKJP u. a. (2015): S3-Leitlinie Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Lese- und/oder Rechtschreibstörung, AWMF-Register 028-044 (Überarbeitung läuft). register.awmf.org (PDF)
Studien
- Chung P. J., Patel D. R., Nizami I. (2020): Disorder of written expression and dysgraphia: definition, diagnosis, and management. Transl Pediatr 9(Suppl 1): S46–S54 (Volltext; enthält die Zeichen-Liste des National Center for Learning Disabilities). PMC7082241
- Hoy M. M., Egan M. Y., Feder K. P. (2011): A systematic review of interventions to improve handwriting. Can J Occup Ther 78(1): 13–25 (Zusammenfassung). PubMed 21395194
- Kushki A., Chau T., Anagnostou E. (2011): Handwriting difficulties in children with autism spectrum disorders: a scoping review. J Autism Dev Disord 41(12): 1706–1716 (Zusammenfassung). PubMed 21350917
- Franken A. M., Harris S. R. (2021): Teachers’ Perceptions of Handwriting Legibility Versus the German Systematic Screening for Motoric-Handwriting Difficulties (SEMS). OTJR 41(4) (Volltext). PMC8479145
Versorgung, Schule und Recht
- G-BA: Heilmittel-Richtlinie (zuletzt geändert 15.05.2025, in Kraft 05.08.2025): § 3 Abs. 5; Anlage 1 b Nr. 4. g-ba.de (PDF)
- Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie (BVL): Tipps für Erwachsene mit Legasthenie (abgerufen am 13.10.2026). bvl-legasthenie.de
- Bayern: BaySchO §§ 33, 34, 36 (Text gültig ab 01.08.2026) und BayEUG Art. 52 Abs. 5 (abgerufen am 13.10.2026). § 33, § 34, § 36, Art. 52 BayEUG
- KMK (2003, i. d. F. vom 15.11.2007): Grundsätze zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben oder im Rechnen. kmk.org (PDF)
- Hochschulrahmengesetz (HRG) § 16. gesetze-im-internet.de
- SGB IX § 2 und § 164 Abs. 4; Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) § 1. § 2 SGB IX, § 164 SGB IX, AGG
- Versorgungsmedizin-Verordnung, Anlage „Versorgungsmedizinische Grundsätze“, Teil B Nr. 3.4.2. gesetze-im-internet.de (PDF)
Stand: 13. Oktober 2026
Wir sind ein kleines unabhängiges Team, keine medizinische Einrichtung, und diese Seite wurde nicht fachärztlich geprüft. Die Mappe für den Termin in Abschnitt 6 und die Alltagsideen in den Abschnitten 8 und 9 sind Erfahrungswissen, keine geprüften Methoden. Die Zahl „10–30 %“ in Abschnitt 4 stammt aus der Übersicht von Chung u. a.; die dort zitierten Originalstudien haben wir nicht gelesen. Wenn die überarbeiteten S3-Leitlinien erscheinen, passen wir die Seite an und ändern dieses Datum mit.
Nur zur Information – keine medizinische Beratung und keine Diagnose. Wenn du bei deinem Kind oder dir selbst eine Dysgraphie vermutest, sprich mit der Kinder- und Jugendarztpraxis oder deiner Hausarztpraxis.