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Selbsttest · 13 Minuten Lesezeit · Aktualisiert 26. September 2026

Dyskalkulie-Test: kostenloser Selbsttest für Erwachsene

Hier machst du einen kostenlosen Dyskalkulie-Test für Erwachsene: 20 Aussagen aus dem Alltag, das Ergebnis siehst du sofort. Der Test zählt, wie viele typische Schwierigkeiten mit Zahlen zu deinem Leben passen. Eine Rechenschwäche feststellen kann er nicht – dafür braucht es einen standardisierten Rechentest bei einer Fachperson.

Unter dem Test liest du, wie du dein Ergebnis einordnest, welche Rechentests Fachleute bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nutzen und wo du dich testen lassen kannst. Was Dyskalkulie genau ist und was hilft, erklärt unser Ratgeber Dyskalkulie.

Kurz beantwortet

  • Der Test: 20 Aussagen, du wählst „Trifft zu“ oder „Bin ich nicht“. Kostenlos, ohne Anmeldung. Ab 8 beantworteten Aussagen kannst du dein Ergebnis ansehen.
  • Das Ergebnis: die Zahl deiner Treffer in vier Bereichen (0–3, 4–8, 9–14, 15–20). Der Test ist nicht wissenschaftlich geprüft – ein Anhaltspunkt, keine Diagnose.
  • Echte Rechentests: Für Kinder gibt es viele geprüfte Tests, etwa DEMAT oder ERT. Laut S3-Leitlinie ist bisher aber kein Rechentest an Erwachsenen normiert.
  • Diagnose: stellen Ärzt:innen, etwa für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Psychiatrie, oder psychologische Psychotherapeut:innen. Lerntherapeut:innen fördern, diagnostizieren aber nicht.

1. Der Dyskalkulie-Test: 20 Aussagen

Lies jede Aussage und frag dich: Passt das zu mir – über Jahre, nicht nur in einer stressigen Woche? Dann wähle „Trifft zu“. Wenn nicht, wähle „Bin ich nicht“. Bist du unsicher, lass die Aussage aus. Sie zählt dann nicht als Treffer. Ab 8 beantworteten Aussagen kannst du dein Ergebnis ansehen. Genauer wird es, wenn du alle 20 beantwortest.

Denk dabei auch an deine Schulzeit. Manche Menschen gleichen Rechenprobleme lange aus – mit viel Fleiß, mit Hilfe von anderen oder mit Hilfsmitteln wie dem Taschenrechner im Handy. Die Frage ist deshalb nicht, ob du am Ende ein Ergebnis hast. Die Frage ist, wie viel Zeit und Kraft dich der Weg dorthin kostet. Deine Antworten bleiben in deinem Browser; wir speichern sie nicht.

Keine Diagnose — ein edukativer Selbsttest. Du kannst jede Frage überspringen.

0 / 20 beantwortet · 0 Treffer bisher

Wähle „Trifft zu“, wenn eine Aussage seit Langem auf dich passt – nicht nur an einem schlechten Tag. Bist du unsicher, lass sie aus. Das ist ein Selbsttest, keine Diagnose.

  1. 1.

    Zahlen verwirren dich oft, und du kannst kaum sagen, warum

  2. 2.

    Einfache Aufgaben wie 8 + 7 löst du auch heute noch durch Abzählen – an den Fingern oder im Kopf

  3. 3.

    Mengen zu schätzen fällt dir schwer – etwa wie viele Menschen in einem Raum sind oder wie weit etwas entfernt ist

  4. 4.

    Beim Aufschreiben von Telefonnummern oder Beträgen passieren dir oft Zahlendreher, etwa 46 statt 64

  5. 5.

    Kopfrechnen kostet dich viel Zeit und Kraft, auch bei kleinen Aufgaben

  6. 6.

    Die Uhrzeit auf einer Uhr mit Zeigern abzulesen fällt dir schwerer als anderen

  7. 7.

    Links und rechts hältst du nur mit bewusstem Nachdenken auseinander

  8. 8.

    Wenn eine Rechnung aufgeteilt werden muss, überlässt du das Rechnen lieber anderen – oder du meidest solche Situationen

  9. 9.

    Mengen in einem Rezept umzurechnen, etwa für die halbe Portion, überfordert dich

  10. 10.

    Mit Karten und Wegbeschreibungen kommst du öfter durcheinander als andere

  11. 11.

    Du verschätzt dich oft dabei, wie lange etwas dauert oder wie viel Zeit schon vergangen ist

  12. 12.

    Mit Daten zu rechnen fällt dir schwer – etwa wie viele Tage es noch bis zu einem Termin sind

  13. 13.

    Rechenwege lernst du auswendig, weil du nicht verstehst, warum sie funktionieren

  14. 14.

    Mit Geld im Alltag umzugehen fällt dir schwer, zum Beispiel zu prüfen, ob das Wechselgeld stimmt

  15. 15.

    Prozente und Brüche bleiben für dich schwer greifbar – etwa was 20 % Rabatt in Euro bedeuten

  16. 16.

    Eine Zahlenreihe wie 3, 6, 9, 12 fortzusetzen oder ein Muster darin zu erkennen, fällt dir schwer

  17. 17.

    In der Schule war Mathe über Jahre dein schwierigstes Fach – obwohl du viel geübt hast

  18. 18.

    Du hattest schon als Kind Angst vor Mathe, und diese Angst ist bis heute stark

  19. 19.

    Anspruchsvolle Texte liest du gut – aber sobald Zahlen oder Tabellen vorkommen, steigst du aus

  20. 20.

    In deiner Familie haben auch andere große Probleme mit Mathe oder eine Dyskalkulie

20 Punkte übrig. Du kannst jederzeit absenden, sobald du mindestens 8 beantwortet hast.

Deine Antworten bleiben in deinem Browser. Wir speichern sie nicht und geben sie nicht weiter.

So liest du dein Ergebnis

Dein Ergebnis ist einfach die Anzahl der Punkte, die du als zutreffend markierst. Das bedeuten die Bereiche — ein Anhaltspunkt, keine Diagnose.

Wenige Anzeichen0–3 von 20
Nur wenige Aussagen passen zu dir. Das typische Muster einer Rechenstörung zeigt sich hier eher nicht. Einzelne Schwierigkeiten mit Zahlen sind noch kein Hinweis darauf. Belasten dich Zahlen im Alltag trotzdem stark, nimm das ernst.
Einige Anzeichen4–8 von 20
Einige Aussagen passen. Dafür gibt es mehrere mögliche Gründe: eine Rechenstörung, aber auch Mathe-Angst, ADHS oder Lücken aus der Schulzeit. Schränken dich die Schwierigkeiten spürbar ein, kann eine Abklärung sinnvoll sein.
Viele Anzeichen9–14 von 20
Viele Aussagen passen zu dir. Das ist ein guter Grund, genauer hinzuschauen – eine Diagnose ist es nicht. Frag bei einer Fachperson nach, die Rechenstörungen testet, und nimm Zeugnisse oder Beispiele aus deinem Alltag mit.
Sehr viele Anzeichen15–20 von 20
Fast alle Aussagen passen zu dir. Eine fachliche Abklärung mit einem standardisierten Rechentest ist empfehlenswert. Nur so lässt sich klären, ob eine Rechenstörung vorliegt – und was dir im Alltag helfen kann.

Wichtig: Dieser Selbsttest ist nicht wissenschaftlich geprüft. Eine Rechenstörung (Dyskalkulie) diagnostizieren in Deutschland Ärzt:innen, etwa für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder für Psychiatrie, oder psychologische Psychotherapeut:innen – mit standardisierten Rechentests. Lerntherapeut:innen fördern, stellen aber keine Diagnose.

2. Was dein Ergebnis bedeutet

Dein Ergebnis ist die Zahl der Aussagen, bei denen du „Trifft zu“ gewählt hast. Es fällt in einen von vier Bereichen: „Wenige Anzeichen“ (0–3), „Einige Anzeichen“ (4–8), „Viele Anzeichen“ (9–14) und „Sehr viele Anzeichen“ (15–20). Die Grenzen zwischen den Bereichen haben wir gesetzt. An einer Stichprobe geprüft sind sie nicht. So kannst du mit deinem Bereich weitermachen:

Ergebnisbereiche des Dyskalkulie-Selbsttests und mögliche nächste Schritte
BereichMöglicher nächster Schritt
Wenige Anzeichen (0–3)Stört dich nur ein Bereich, etwa Prozentrechnung, kann gezieltes Nachlernen ein erster Schritt sein. Belasten dich Zahlen trotzdem stark, lies Abschnitt 4.
Einige Anzeichen (4–8)Schau, welche Aussagen gepasst haben. Liegen sie nah an den Kernmerkmalen (siehe unten) und schränken sie dich ein, kann eine Abklärung sinnvoll sein.
Viele Anzeichen (9–14)Sammle Beispiele und Unterlagen (Abschnitt 10) und such dir eine Stelle, die Rechenstörungen testet (Abschnitt 9).
Sehr viele Anzeichen (15–20)Eine fachliche Abklärung mit einem standardisierten Rechentest ist empfehlenswert. Macht dir Mathe große Angst, sag das in der Praxis gleich zu Beginn.

Nicht jede Aussage wiegt gleich

Unser Test zählt jede Aussage gleich. Inhaltlich sind sie es nicht. Einige liegen nah an dem, was die S3-Leitlinie zur Rechenstörung als typisch beschreibt: Menschen mit Rechenstörung machen bei Matheaufgaben mehr Fehler und brauchen länger. Dazu passen vor allem das zählende Rechnen (Aussage 2), langsames Kopfrechnen (5), Mathe als dauerhaft schwierigstes Fach (17) und Rechenprobleme in der Familie (20). Eine Häufung in der Familie wertet die Leitlinie als Hinweis, der eine Diagnose stützt.

Andere Aussagen – die Uhr mit Zeigern (6), links und rechts (7), Karten und Wege (10) – gehören nicht zu den Kriterien der Leitlinie. Sie können trotzdem zu deinem Erleben gehören. Wenn vor allem diese Aussagen gepasst haben, sagt dein Ergebnis aber weniger über das Rechnen aus, als die Zahl vermuten lässt.

3. Was ein Online-Test kann – und was nicht

Ein Selbsttest wie dieser ist eine Checkliste. Er fragt nach deinen Erfahrungen, nicht nach deinem Können. Das hat Vorteile: Er ist schnell, kostenlos und bringt Ordnung in ein vages Gefühl. Aber er hat klare Grenzen. Unser Test ist nicht wissenschaftlich geprüft: Es gibt keine Normen, keine Vergleichsgruppe und keine geprüften Grenzwerte. Er kann eine Rechenstörung weder feststellen noch ausschließen.

Was ein echter Rechentest anders macht

Bei einem standardisierten Rechentest löst du Aufgaben, zum Beispiel zu Mengen, Zahlen, Grundrechenarten und Textaufgaben. Dein Ergebnis wird dann mit einer großen Vergleichsgruppe verglichen, der sogenannten Normstichprobe. Heraus kommt oft ein Prozentrang. Ein Prozentrang von 5 heißt: Nur 5 von 100 Menschen aus der Vergleichsgruppe haben gleich gut oder schlechter abgeschnitten.

Für die Diagnose zählt laut S3-Leitlinie der Abstand zum Durchschnitt Gleichaltriger oder der eigenen Klassenstufe. Ein Vergleich mit dem eigenen IQ ist nicht mehr nötig. Die genauen Grenzwerte stehen im Ratgeber unter Diagnose: Wer stellt Dyskalkulie fest?. Manche Tests messen zusätzlich die Zeit. Der ERT JE für Jugendliche und Erwachsene erfasst laut Verlag über die Bearbeitungszeit, wie automatisiert jemand rechnet – also genau das, was bei Erwachsenen oft auffällt.

Warum es echte Rechentests nicht kostenlos im Netz gibt

Die gängigen Rechentests erscheinen bei Testverlagen. Die Testzentrale verkauft zum Beispiel den ERT JE und den RZD 2–8 nur gegen einen Nachweis der fachlichen Qualifikation, die sogenannte Bezugsberechtigung. Ein kostenloser Online-Test ist deshalb immer etwas anderes: eine Checkliste, ein Quiz oder ein kurzes Screening.

Viele Online-Tests stammen von Anbietern, die auch Nachhilfe oder Lerntherapie verkaufen. Das ist nicht verwerflich – wir bieten selbst ein Bezahlangebot an. Stell bei jedem Online-Test trotzdem drei Fragen: Wer hat ihn gebaut? Gibt es eine Studie dazu? Und woher kommt der Grenzwert, ab dem er „Dyskalkulie“ meldet?

4. Aussagen, die auch zu ADHS, Legasthenie oder Mathe-Angst passen

Ein hoher Wert heißt nicht automatisch Rechenstörung. Einige Aussagen passen auch zu anderen Profilen. LONDI, das Infoportal zu Lernstörungen der LMU München und des DIPF, empfiehlt, bei der Diagnostik standardmäßig mitzuprüfen, ob zusätzlich eine Lese-Rechtschreibstörung oder ADHS vorliegt.

Du willst einen breiteren Blick auf dich? Der Neurodivergenz-Test fragt mehrere Bereiche auf einmal ab.

5. So testen Fachleute auf Dyskalkulie

Eine Diagnostik besteht aus mehr als einem Rechentest. Die S3-Leitlinie „Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung“ (AWMF-Register-Nr. 028-046) empfiehlt mit ihrem stärksten Empfehlungsgrad drei Arten von Tests:

  1. Mathematik: Basiskompetenzen wie Zahl- und Mengenverständnis, die Grundrechenarten und Textaufgaben.
  2. Visuell-räumliches Arbeitsgedächtnis: Wie gut kannst du dir Bilder und Positionen kurz merken?
  3. Exekutive Funktionen, genauer die Inhibition: Wie gut kannst du ablenkende Reize ausblenden?

Dazu kommen eine klinische Untersuchung – körperlich und neurologisch, Sehen und Hören, die geistigen Fähigkeiten – und ein Blick auf deinen Werdegang: Entwicklung, Familie, Schule, die Folgen der Rechenprobleme für dein seelisches Befinden und deine Teilhabe. Die Diagnose entsteht aus allem zusammen, nicht aus einer einzelnen Zahl.

Nicht jeder Rechentest ist gleich gut

Die Leitlinie hat 2018 die Rechentests, die sie ausgewertet hat, nach ihrer Qualität in eine Rangliste gebracht. Empfohlen sind zuerst die Tests aus der oberen Hälfte der Liste. Nur wenn dort nichts Passendes dabei ist – etwa wegen des Alters –, sollen Tests aus dem dritten Viertel genutzt werden. Die Rangliste für die Diagnose reicht bis Platz 57. Die ersten acht Plätze belegen Tests für die Grundschule.

Für dich heißt das: Frag nach, welcher Test genutzt wird, ob er zu deinem Alter oder deiner Klassenstufe passt und womit dein Ergebnis verglichen wird. Das ist keine unhöfliche Frage, sondern dein Recht auf eine nachvollziehbare Diagnose.

6. Rechentests nach Alter und Klassenstufe

Viele suchen einen „Dyskalkulie-Test für die 2. Klasse“ oder „für die 3. Klasse“. Die folgende Übersicht zeigt Beispiele für standardisierte Tests und für wen sie gedacht sind. Die Altersangaben stammen von der Testzentrale, die Plätze aus der Rangliste der S3-Leitlinie (Tabelle 9 für die Diagnose ab Ende der 1. Klasse). Die Liste ist nicht vollständig, und welcher Test passt, entscheidet die Fachperson.

Beispiele für standardisierte Rechentests nach Alter und Klassenstufe
TestFür wenGut zu wissen
MBK 0, MARKO-D, ERT 0+Kindergarten bis Mitte 1. Klasseerkennen ein Risiko, stellen noch keine Diagnose
TEDI-MATH4 bis 8 Jahre (bis Mitte 3. Klasse)erfasst Zahlenverarbeitung und Rechnen in mehreren Teilbereichen
DEMAT 1+, 2+, 3+, 4je eine Klassenstufe von der 1. bis zur 4. KlasseGruppentests für die ganze Klasse; DEMAT 4 steht auf Platz 4 der Leitlinie
CODY-M 2-42. bis 4. KlassePlatz 1 der Leitlinie
ERT 1+ bis ERT 4+Ende 1. bis Ende 6. KlasseEggenberger Rechentests; der ERT 4+ reicht vom Ende der 4. bis zum Ende der 6. Klasse
BADYS 1-4+ und 5-8+1. bis 8. KlasseBamberger Dyskalkuliediagnostik; BADYS 2+ steht auf Platz 3
HRT 1-41. bis 4. KlasseHeidelberger Rechentest
DEMAT 5+, 6+, 95., 6. und 9. KlasseDEMAT 9 steht auf Platz 34
RZD 2–82. bis 8. KlasseEinzeltest; in der Leitlinie ist noch der Vorgänger RZD 2–6 bewertet
BASIS-MATH 4–84. bis 8. Klasseprüft den Grundschulstoff; in der Rangliste der Leitlinie nicht enthalten
ERT JEab 7. Klasse und nach dem Schulabschlusseinziger Test in dieser Liste für Erwachsene; Platz 42; Normen von Schüler:innen (siehe Abschnitt 7)

Auch der ZAREKI-R, ein Test zur Zahlenverarbeitung und zum Rechnen bei Kindern, steht in der Rangliste (Platz 30). Die Rangliste ist von 2018. Neuere Tests oder Neuauflagen sind darin nicht bewertet. Ein Test, der dort fehlt, ist also nicht automatisch schlecht – frag in dem Fall nach, wie gut er geprüft ist.

7. Dyskalkulie-Test für Erwachsene: die Lücke

Die S3-Leitlinie gilt ausdrücklich auch für Erwachsene. Diagnostik und Förderung laufen im Kern genauso ab wie bei Kindern. Beim Testmaterial gibt es aber ein Problem: Laut Leitlinie gibt es bisher keinen Rechentest, der an Erwachsenen normiert ist. Für den Sekundarbereich und das Erwachsenenalter seien nur wenige bis keine Verfahren verfügbar.

Am nächsten dran ist der Eggenberger Rechentest für Jugendliche und Erwachsene (ERT JE) von 2017. Der Verlag beschreibt ihn als Test für die 7. und 8. Schulstufe und die Zeit nach dem Schulabschluss. Seine Normen stammen aber von rund 2.400 Schülerinnen und Schülern. Dein Ergebnis wird also mit Jugendlichen verglichen, nicht mit Erwachsenen deines Alters.

Deshalb muss die Fachperson den Test gezielt auswählen. Die Leitlinie gibt ein Beispiel: Ein Test auf dem Niveau der 9. Klasse wäre für einen Erwachsenen ungeeignet, der schon mit den Grundlagen große Mühe hat. Außerdem zählt bei Erwachsenen die Lerngeschichte stark mit: Zeugnisse, Berufswahl und wie du im Alltag mit Zahlen umgehst.

Woran man Dyskalkulie bei Erwachsenen erkennt

Oft weniger an falschen Ergebnissen als am Tempo. Laut LONDI lösen Erwachsene mit Rechenstörung einfache Rechnungen meist richtig, brauchen dafür aber deutlich länger als andere. Schwer bleiben oft das Schätzen von Mengen und Größen, das Rechnen mit großen Zahlen, das Einmaleins und Textaufgaben. Die Leitlinie nennt für Erwachsene außerdem ein negatives Bild von den eigenen Mathefähigkeiten, Mathe-Angst und das Vermeiden von Zahlen. Mehr zu Anzeichen und Alltag steht im Ratgeber unter Dyskalkulie bei Erwachsenen.

Lohnt sich eine Testung als Erwachsener?

Das entscheidest du. Drei Gründe sprechen oft dafür. Erstens verstehst du dich selbst besser: Deine Probleme haben dann einen Namen und eine Erklärung. Zweitens kann ein Befund Türen öffnen. Die Universität Konstanz zum Beispiel nennt Dyskalkulie ausdrücklich als möglichen Grund für einen Nachteilsausgleich im Studium; dafür braucht es dort einen Antrag mit ärztlichem Attest und gegebenenfalls einen diagnostischen Test. Drittens zeigt ein guter Test, wo genau die Lücken liegen – die Grundlage für jede gezielte Förderung.

8. Dyskalkulie-Test für Kinder: ab wann und wie

Unser Selbsttest ist für Erwachsene gedacht. Für Kinder gibt es keinen sinnvollen Selbsttest zum Ankreuzen. Wenn du dir Sorgen um dein Kind machst, sind diese Punkte wichtig:

Welche Anzeichen in welchem Alter typisch sind und wie es nach der Diagnose weitergeht, erklärt der Ratgeber unter Symptome: Woran erkennt man Dyskalkulie? und Wer bezahlt die Lerntherapie?

9. Wo du dich testen lassen kannst

Eine Diagnose nach ICD-10 (in Deutschland Code F81.2, „Rechenstörung“) stellen Ärzt:innen oder Psychotherapeut:innen – bei Kindern auch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen. Die Tests selbst führen laut LONDI meist Psycholog:innen durch. So findest du die passende Stelle:

Anlaufstellen für einen Dyskalkulie-Test nach Alter
Für wenAnlaufstellenKosten
Kinder und JugendlicheAmbulanz einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ), Praxis für Kinder- und JugendlichenpsychotherapieDie Feststellung übernehmen laut LONDI gesetzliche und private Krankenkassen.
ErwachsenePraxis für Psychiatrie und Psychotherapie, psychologische Psychotherapeut:innen. Frag vorher, ob dort Rechenstörungen getestet werden – das Angebot ist dünn.vorher klären, ob die Krankenkasse zahlt
FörderdiagnostikLerntherapie-Praxen und Nachhilfe-Institute bieten teils eigene Tests an, um die Förderung zu planen.beim Anbieter erfragen; keine Diagnose nach ICD-10

Die Förderdiagnostik einer Lerntherapie-Praxis kann nützlich sein. Für das Jugendamt zählt aber nur die Stellungnahme der im Gesetz genannten Fachleute (siehe Abschnitt 8). Laut LONDI ist eine Diagnose nach ICD-10 in manchen Fällen auch für die Schule nötig, etwa für einen Nachteilsausgleich. Ob es den für das Rechnen in deinem Bundesland überhaupt gibt, ist sehr unterschiedlich geregelt – mehr dazu im Ratgeber unter Nachteilsausgleich und Notenschutz.

Zu Preisen privater Testungen und zu Wartezeiten nennen wir bewusst keine Zahlen: Wir haben keine verlässliche Quelle dafür gefunden. Lass dir die Kosten vorher schriftlich nennen.

10. So bereitest du dich auf die Testung vor

Die Untersuchung verteilt sich laut LONDI meist auf mehrere Termine. Mit etwas Vorbereitung wird sie genauer – und für dich weniger anstrengend:

Dein Ergebnis aus diesem Selbsttest kannst du gern mitnehmen – als Gesprächsanlass, nicht als Beweis. Ein Befund beschreibt, wie du heute rechnest. Er sagt nichts über deinen Wert, deine Intelligenz oder darüber, was du im Leben erreichen kannst. Wer sehr begabt ist und trotzdem mit Zahlen kämpft, findet mehr im Ratgeber zweifach außergewöhnlich (2E).

Weitere kostenlose Selbsttests

Diese Tests helfen dir, über dich nachzudenken. Sie sind keine Diagnose – die kann nur eine Fachperson stellen.

Alle kostenlosen Selbsttests→

11. Häufige Fragen

Wie kann ich testen, ob ich Dyskalkulie habe?

In zwei Schritten. Ein Selbsttest wie der auf dieser Seite zeigt dir, wie viele typische Schwierigkeiten mit Zahlen zu deinem Leben passen. Das dauert ein paar Minuten und ist kostenlos. Ob wirklich eine Rechenstörung vorliegt, klärt nur eine fachliche Diagnostik: Du löst einen standardisierten Rechentest, dein Ergebnis wird mit einer Vergleichsgruppe verglichen, und dazu kommen ein ausführliches Gespräch über deine Schul- und Lerngeschichte und eine körperliche Untersuchung.

Wie genau ist ein Online-Dyskalkulie-Test?

Das hängt davon ab, ob der Test geprüft ist. Unserer ist es nicht: Es gibt keine Normen, keine Vergleichsgruppe und keine an einer Stichprobe geprüften Grenzwerte. Er zählt nur, wie viele Aussagen du als zutreffend markierst. Bei anderen Online-Tests lohnt sich die Frage, wer sie gebaut hat und ob es eine Studie dazu gibt. Echte Rechentests wie der ERT JE oder der RZD 2–8 verkauft der Verlag nur an Fachleute mit Nachweis ihrer Qualifikation – deshalb gibt es sie nicht kostenlos im Netz.

Wo macht man einen Dyskalkulie-Test – und wer darf ihn machen?

Für Kinder und Jugendliche nennt das Infoportal LONDI diese Anlaufstellen: die Ambulanz einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, eine Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie, ein Sozialpädiatrisches Zentrum oder eine Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Erwachsene fragen am besten in einer Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie oder bei psychologischen Psychotherapeut:innen nach, ob dort Rechenstörungen getestet werden. Lerntherapie-Praxen testen teils auch, um die Förderung zu planen. Eine Diagnose nach ICD-10 stellen sie aber nicht.

Welche Rechentests gibt es für Dyskalkulie?

Für Kinder gibt es viele, zum Beispiel die DEMAT-Reihe (je ein Test für die 1. bis 6. und die 9. Klasse), die Eggenberger Rechentests ERT 0+ bis ERT 4+, den RZD 2–8, BADYS, HRT 1-4, CODY-M 2-4 und TEDI-MATH. Die S3-Leitlinie hat 2018 die von ihr ausgewerteten Tests nach ihrer Qualität geordnet. Für Jugendliche und Erwachsene gibt es den ERT JE. Seine Normen stammen aber von rund 2.400 Schülerinnen und Schülern, nicht von Erwachsenen. Laut Leitlinie ist bisher kein Rechentest an Erwachsenen normiert.

Ab welchem Alter kann man einen Dyskalkulie-Test machen?

Tests für Vorläuferfähigkeiten gibt es schon im Kindergarten, etwa MBK 0 oder ERT 0+. Sie zeigen aber nur ein Risiko. Laut S3-Leitlinie schwanken die Rechenleistungen im Kindergarten und in der 1. Klasse noch stark. Eine Diagnose empfiehlt sie deshalb erst ab dem Ende der 1. Klasse. Nach oben gibt es keine Altersgrenze: Die Leitlinie gilt ausdrücklich auch für Jugendliche und Erwachsene.

Wie erkennt man Dyskalkulie bei Erwachsenen?

Oft nicht an falschen Ergebnissen, sondern an der Zeit. Laut LONDI lösen Erwachsene mit Rechenstörung einfache Rechnungen meist richtig, brauchen dafür aber deutlich länger. Schwer bleiben oft das Schätzen von Mengen und Größen, große Zahlen, das Einmaleins und Textaufgaben. Die S3-Leitlinie nennt dazu Mathe-Angst, das Vermeiden von Zahlen und eine Lerngeschichte, die man an Zeugnissen, Berufswahl und Alltag ablesen kann.

Macht der Kinderarzt einen Dyskalkulie-Test?

Für den eigentlichen Rechentest nennt LONDI andere Stellen. Die Kinderarztpraxis ist laut S3-Leitlinie aber die erste Anlaufstelle, wenn unklar ist, ob dein Kind gut sieht und hört. Sie macht eine erste Untersuchung und überweist bei Bedarf an eine Augen- oder HNO-Praxis. Denn eine unerkannte Seh- oder Hörstörung muss als Ursache der Rechenprobleme ausgeschlossen sein. Für die eigentliche Testung kannst du in der Praxis fragen, wohin sie dich in deiner Region weiterleiten kann.

Was kostet ein Dyskalkulie-Test?

Unser Selbsttest ist kostenlos. Für die ärztliche Diagnostik bei Kindern schreibt LONDI: Die Rechenstörung ist eine ICD-10-Diagnose, deren Feststellung gesetzliche und private Krankenkassen übernehmen. Die Förderung danach, also die Lerntherapie, zahlt die Krankenkasse dagegen nicht. Bei Erwachsenen und bei privaten Angeboten klär vorher, ob die Kasse zahlt oder was du selbst trägst. Verlässliche Durchschnittspreise für private Testungen kennen wir nicht, deshalb nennen wir keine.

Ist Dyskalkulie heilbar – lohnt sich ein Test als Erwachsener überhaupt?

Heilbar im Sinne von „einfach weg“ ist sie nicht. Ohne wirksame Förderung bleibt eine Rechenstörung laut S3-Leitlinie oft bestehen. Förderung ist auch für Erwachsene möglich: Sie beginnt bei den Grundlagen und richtet sich dann nach Ausbildung, Beruf und Alltag. Geprüfte Förderprogramme für Erwachsene gibt es laut Leitlinie allerdings kaum. Ein guter Test zeigt, wo genau die Lücken liegen. Und ein schriftlicher Befund kann wichtig werden, zum Beispiel für einen Nachteilsausgleich im Studium.

Mein Ergebnis ist niedrig, aber Zahlen fallen mir trotzdem schwer. Was jetzt?

Das kann gut sein. Unser Test ist grob, und manche Menschen gleichen Rechenprobleme lange mit viel Fleiß, Hilfe oder hoher Begabung aus – das beschreibt auch die S3-Leitlinie. Schau dir an, welche Aussagen gepasst haben. Wenn dich Zahlen im Alltag stark einschränken oder Angst machen, ist eine fachliche Abklärung trotzdem sinnvoll. Mathe-Angst allein ist ebenfalls ein guter Grund, dir Hilfe zu holen.

12. Quellen und Stand

Wir haben jede Angabe auf dieser Seite an der jeweiligen Quelle geprüft. Die Leitlinie ist von 2018 und wird laut AWMF-Register gerade überarbeitet. Testangebote und Neuauflagen ändern sich; Altersangaben der Tests stammen vom Verlag.

  1. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) u. a. (2018). S3-Leitlinie Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung, AWMF-Register-Nr. 028-046, Version 1.0, Langfassung (Stand 25.02.2018, gültig bis 24.02.2023; laut Register in Überarbeitung). Genutzt: Empfehlungen zur Diagnostik (Kap. 5.2), Tabellen 9 und 10, Kap. 7 zu Jugendlichen und Erwachsenen. register.awmf.org · Langfassung (PDF)
  2. BfArM (2026). ICD-10-GM Version 2026, F81.2 Rechenstörung. klassifikationen.bfarm.de
  3. LONDI – Informationsportal zu Lernstörungen (Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der LMU München und DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation): Informationen zur Rechenstörung für Eltern (Jugend- und Erwachsenenalter, Diagnostik, Zuständigkeiten, Kostenübernahme). londi.de
  4. Sozialgesetzbuch VIII, § 35a Abs. 1a (Stellungnahme bei Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche mit seelischer Behinderung). gesetze-im-internet.de
  5. Testzentrale (Hogrefe): Rechentests für die Schule (Übersicht mit Altersangaben) sowie Produktseiten ERT JE (Normierung, Bearbeitungszeit, Bezugsberechtigung) und RZD 2–8 (Bezugsberechtigung). Übersicht · ERT JE · RZD 2–8
  6. Universität Konstanz: Nachteilsausgleich für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen (nennt Legasthenie und Dyskalkulie; Antrag mit ärztlichem Attest). uni-konstanz.de

Stand: 26. September 2026

Nur zur Information – keine medizinische oder psychologische Beratung und keine Diagnose. Unser Selbsttest ist nicht wissenschaftlich geprüft. Ob eine Rechenstörung vorliegt, klären Fachleute mit standardisierten Tests.